Eins muss man sagen: Amazon hat immer wieder gute Ideen, wie sich der Umsatz ankurbeln lässt. Jetzt führt der Online-Versender auch in Deutschland die so genannten Dash-Buttons ein: Die klebt man in die Wohnung, etwa an die Waschmaschine – ein Knopfdruck, und es kommt Nachschub. Mehr Waschpulver, Weichspüler, Rasierschaum, Spülmaschinen-Pads, Damenbinden… Jetzt melden sich Verbraucherschützer zu Wort, die das gar nicht gut finden.

In den USA verkauft Amazon die kleinen Plastikknöpfe schon länger. Jetzt kommen die Dash-Buttons auch nach Deutschland. Verbraucherschützer warnen, weil: Wenn man den Knopf drückt, weiß man nicnt, was das Material kostet, das man da nachordert. Stimmt. Aber das ist irgendwie auch der Sinn der Sache: Es soll einfach, schnell und bequem sein. Und das ist es zweifellos.

Für fünf Dollar bekommt man einen Button, den man irgendwo in die Wohnung hängt. Und immer dann, wenn man draufdrückt, wird eine Bestellung ausgelöst. Eine neue Packung Waschmittel. Neue Küchentücher. Neuer Rasierschaum. Egal. Mit jedem Button kann man allerdings nur eine ganz bestimmte Sache bestellen. Was, das wird vorher festgelegt. Spooky das Ganze.

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Beliebt bei Hackern: Für fünf Euro ein Minigerät

Bei uns in Deutschland kostet ein einzelner Button fünf Euro. Keine üppige Investition, und die bekommt man sogar noch erstattet, sobald man den Button mindestens ein Mal verwendet. Klar, für Amazon ist der Dash-Button die wohl bequemste Methode, Bestellungen entgegen zu nehmen. Man muss sich nicht einloggen, Man muss kein Produkt auswählen. Man muss nichts machen, außer den Button drücken. Menschen sind träge, und haben sie sich erst mal an diese Art der Bestellung gewöhnt, werden sie sie immer wieder verwenden.

Technisch gesehen ist der Dash-Button ein typisches Beispiel für „Internet of Things“ (IoT), denn der Button ist mit den Netz verbunden – per WLAN. Drückt man drauf, löst man eine Aktion aus. Und das macht den Button beliebt bei Hackern. Nein, es geht nicht darum, mehr Waschpulver zu bestellen als der Haushalt braucht. Es geht auch nicht darum zu spionieren, etwa herauszufinden, wie oft jemand neue Rasierklingen bestellt. Es geht einzig und allein darum, den vergleichsweise günstigen Button für eigene Zwecke zu nutzen. Für ganz andere Zwecke, die Amazon ganz sicher nicht gefallen werden.

Beliebt bei Hackern: Für fünf Euro ein Minigerät

Auf dieser Webseite werden 26 Dash Button Hacks vorgestellt und beschrieben. Man kann mit dem Dash-Button zum Beispiel ein Uber-Taxi bestellen. Oder eine Pizza. Oder ein Bier. Oder irgendetwas bei Amazon. Man kann damit seine Nutzungsgewohnheiten tracken (jedes Mal, wenn man Joggen geht, drückt man den Knopf – oder jedes Mal, wenn man ein Bier trinkt). Man kann damit seine Arbeitszeit aufzeichnen. Oder jede Steckdose im Haus kontrollieren. Es gibt sogar eine Lösung für den gemütlichen Fernsehabend: Einmal auf den Button gedrückt, startet Netflix, die Vorhänge werden zugezogen und das Licht heruntergedimmt.

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Es gibt unzählige Ideen. Wie man es anstellt, einen Dash-Button umzufunktionieren, steht auf dieser Webseite. Amazon sieht das natürlich gar nicht gerne, wenn die – gesponserten – Buttons für andere Zwecke missbraucht werden, kann aber wohl nicht besonders viel dagegen tun. Wer nicht gleich Dutzende von Buttons bestellt, diese aber nie nutzt, wird kaum auffallen.

Eine charmante Art, mit dieser Verrücktheit umzugehen, finde ich.