Snapchat heißt jetzt nicht mehr Snapchat, sondern Snap – soll man sich wohl besser merken können. Fünf Jahre nach Gründung. Doch jetzt hat sich Snap etwas Besonderes einfallen lassen: Eine Videobrille für jedermann. Nicht der einzige Video-Schnickschnack für die sozialen Netzwerke. Die Selfie-Generation rüstet auf.

Die Videobrille Spectacle ist eine knallbunte Sonnenbrille, in der eine Kamera eingebaut ist. Damit kann man Videoaufnahmen machen. Kurzes Tippen auf den Bügel oder Auslösen im Smartphone reicht, schon nimmt die Kamera auf. Alles aus dem Blickwinkel des Brillenträgers. Die Kamera will genau das aufnehmen, was der Brillenträger sieht.

Weil man die Hände frei hat, kommen dabei witzige und charmante Videos heraus, weil man ja durchaus etwas machen und interagieren kann. So entsteht das perfekte Video aus der Ich-Perspektive, weil man sich eigentlich gar nicht groß ums Aufnehmen kümmern muss.

Rund 170 Dollar soll die Videobrille kosten, wenn sie in wenigen Wochen auf den Markt kommt. Funktionieren soll sie erst mal nur im Zusammenhang mit der Messenger-App Snap: Um kurze Videoreportagen und Videoberichte herzustellen und zu veröffentlichen.

Snap Spectacles

Nachfolger von Google Glass?

Google Glass hat die Medien begeistert und auch die Entwickler. Doch in der Öffentlichkeit kam die Hightech-Brille von Google gar nicht gut an. Die Sorge war groß, dass Glass-Träger unbemerkt Fotos und Videos machen. Das wollten die meisten nicht – viele haben sogar Schilder „Don’t be a Glasshole“ aufgehängt. In vielen Bars, Cafés und Restaurants war das Tragen von Google Glass verboten.

Dabei wasr Google Glass in erster Linie eine Datenbrille und nur in zweiter Linie eine tragbare Kamera. Außerdem war Google Glass gut zu erkennen, denn Google Glass sieht nicht aus wie eine normale Brille, sondern eben wie eine Datenbrille. Bei der Spectacle von Snap ist das anders: Diese Brille sieht aus wie eine poppige Sonnenbrille Da kann man gar nicht erkennen, dass es sich um eine Videokamera handelt.

glass

Unbemerkt Aufnahmen machen?

In der Tat kann man mit Spectacles so diskret wie nie Aufnahmen machen. Zwar ist in dem Brillengestell eine LED-Leuchte eingebaut, die angeht, wenn man damit etwas aufnimmt, damit die Umgebung gewarnt ist. Doch diese LED wird ganz sicher mit Tricks abschaltbar sein – und dann kann man eben doch unbemerkt Aufnahmen machen. Das wird die Skepsis zweifellos erhöhen – und möglicherweise auch die Ablehnung.

Auf der anderen Seite: Seit Google Glass sind gut und gerne zwei Jahre vergangen. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass immer irgendwo jemand gerade etwas aufnimmt. Das gilt vor allem für ganz junge Menschen, die weniger Bedenken haben, wenn sie gefilmt werden – und für die ist die Spectacles gemacht. Ich bin neugierig, ob die Videobrille akzeptiert oder eher abgelehnt wird. Bedenken von Datenschützern sind programmiert, die kommen garantiert.

Wackelfrei dank Gimbal

Ein Gimbal ist sozusagen ein Deluxe-Selfie-Stick. Denn so ein Gimbal sorgt dafür, dass die Aufnahmen ohne Verwackler klappen. Man hängt sein Smartphone in den Apparat – und der sorgt dafür, dass schnelle Bewegungen, Zittern oder Wackeln ausgeglichen werden. Bei einfachen Gimbals durch Gewichte, aber immer öfter durch Minimotoren, die alles ausgleichen.

Die Aufnahmen werden dadurch wirklich erheblich besser, Foto- wie Videoaufnahmen. Gute Gimbals kosten ohne weiteres 300 EUR und mehr. Ein aktuelles Modell kann sogar noch mehr: Man kann im Display ein Objekt markieren – und wenn sich das bewegt, folgt die Kamera im Smartphone automatisch dem Objekt. Es kann nicht aus dem Bild verschwinden. Clevere Sache, vor allem für Selfies.

Gimbal Osmo Mobile

Selfie mit der Drohne

In der Tat gibt es Drohnen wie Airdog oder die neue DJI Maverick Pro. Diese Dohnen sind optimal für Selfies geeignet, die aus der Luft gemacht werden. Die Drohnen nehmen mit ihren hochauflösenden 4k-Kameras automatisch ihr „Herrchen“ auf. Sie folgen dem Besitzer sogar auf Schritt und Tritt. Vollkommen automatisch. Das ist praktisch, wenn man sich beim Outdoor-Sport aufnehmen möchte, etwa beim Mountainbiking, beim Surfen, beim Klettern und vieles andere mehr.

Da bekommt man wirklich spektakuläre Aufnahmen, das lässt sich nicht bestreiten, aber es ist auch mühevoll, solche Aufnahmen zu machen. Immerhin braucht man bei diesen modernen Drohnen keinen Kameramann oder Drohnen-Piloten, da die Drohnen alles automatisch erledigen. Allerdings muss man dafür auch tief in die Tasche greifen: Diese neuen Drohnen kosten 1200 EUR und mehr. Aber auch auf YouTube und Co. muss man sich immer etwas Neues einfallen lassen, wenn man auffallen will.