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Neue Eingabe-Devices von Apple und Microsoft

28.10.2016 | Von Jörg Schieb

Tipps

Zwei IT-Konzerne haben diese Woche neue Hardware vorgestellt – und damit die Richtung für die nächsten Monate vorgegeben. Zuerst Microsoft, und einen Tag später auch Apple. Die beiden haben sich eine Menge vorgenommen – und ganz neue Methoden zur Eingabe entwickelt. Der eine ein Drehrad, der andere eine berührungsempfindliche Leite mit bunten Symbolen.

Microsoft entwickelt sein Windows 10 weiter. Der Schwerpunkt liegt künftig bei 3D. Schon länger ist bekannt, dass Microsoft demnächst eine eigene Augmented-Reality-Brille namens Hololens auf den Markt bringt wird. Das ist keine VR-Brille, sondern etwas anderes: Wenn man die Hololens-Brille aufsetzt, sieht man durchaus noch seine aktuelle Umgebung, aber auf die halbdurchlässigen Gläser können Bilder projiziert werden, es erscheinen virtuelle Objekte im Raum. Echte und virtuelle Welt verschmelzen.

Wer zum Beispiel ein Objekt am Rechner plant, etwa ein Haus oder ein Auto, kann es in den Raum holen und herum laufen und es sich anschauen. Aber auch Menüs könnten im Raum erscheinen und vieles andere mehr.

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Deshalb wird Windows 10 jetzt fit für 3D gemacht. Nicht nur Windows selbst, auch Programme wie Windows Paint oder sogar Powerpoint bekommen 3D-Funktionen. Mit Windows Paint zum Beispiel kann man 3D-Bilder malen. Mit einem Windows 10 Smartphone kann man 3D-Bilder scannen, indem man Gegenstände abfotografiert.

Und auf der Hololens-Brille könnte man sich alles anschauen. Alle Windows-10-Geräte arbeiten zusammen. Das neue Windows 10 Creators Update, so heißt die Version offiziell, soll im Frühjahr auf den Markt kommen – und für Windows 10 User kostenlos sein.

Surface Studio: Ein Microsoft-PC für den Tisch

Microsoft hat aber auch neue Versionen seiner durchaus gelungenen und auch beliebten Convertibles gezeigt, aber mit dem Surface Studio auch einen Tischrechner. Der ist ultra schlank, mit einem brillanten Display, schnellem Prozessor… Alles vom Feinsten. Das Gerät sieht aus, als käme es von Apple… Auch preislich, denn es geht bei 3.000 EUR los. Kein Pappenstil, man bekommt einen Tischrechner für einen Bruchteil.

Mit dem Surface Studio will Microsoft erkennbar Profis ansprechen, die mit ihrem Rechner Fotos, Illustrationen oder Filme bearbeiten oder erstellen. So ganz nebenbei hat Microsoft aber auch noch ein neues Eingabegerät vorgestellt, den Surface Dial.

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Das Surface Dial

Das Surface Dial ist ein rundes Gerät, das man drehen kenn. So ein bisschen wie in Minority Report, da fuchtelt Tom Cruise mit seinen Händen an virtuellen Drehknöpfen. Das Surface Dial ist so ein Drehknopf, aber eben tatsächlich vorhanden. Das Besondere an diesem Gerät: Man kann es auf das Display eines Tablets oder Convertibles legen, dann nimmt das Gerät Kontakt auf und man bedient exakt an dieser Stelle die App oder Software.

Das könnte Architekten helfen, oder man wählt beim Malen oder Zeichnen Farben oder Formen aus. Mit der linken Hand am Dial, mit der rechten Hand an der Maus. Rund 100 EUR kostet das Gerät, das auch mit anderen Rechnern zusammenarbeiten soll. Nun muss allerdings erst mal die Software auf diese neue Art der Eingabe eingestellt und programmiert werden, das kann etwas dauern.

MacBook Pro aufgerüstet

Apple hat bei seinen Edel-Notebooks, die sich MacBook Pro nennen, die Touch Bar eingeführt. Das ist eine schmale Touch-Leiste mit OLED-Display, die sich oberhalb der regulären Tastatur befindet, dort, wo bislang die Funktionstasten waren. Die verschwinden. Stattdessen haben wir die Touch Bar. Der Clou ist nun der: Das Betriebssystem, also macOS, oder die verwendeten Programme können die Touch Bar beliebig programmieren.

Schreibt man zum Beispiel gerade eine Nachricht, könnten Emojis in der Leiste erscheinen und man kann bequem auch mit der Touch Bar durch Antippen Emojis eingeben. Oder es erscheine eine Farbskala, und man kann durch Wischen oder Tippen eine Farbe wählen. Oder es erscheinen Zusatzfunktionen, aus denen man auswählen kann.

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Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: Die Tastatur wird flexibel, man kann mehr und schneller mit der Tastatur eingeben. Die hauseigene Schnitt-Software Finalcur Pro X, mit der man Filme und Videos schneiden kann, ist bereits auf die Touch Bar erweitert und unterstützt sie. Jetzt müssen andere Anwendungen das auch machen.

Die Touch Bar

Das wird die Praxis natürlich erst zeigen. Manche sagen, es ist unpraktisch, weil man immer den Blick wechseln muss vom Bildschirm auf die Touch Bar und zurück und sich nicht darauf verlassen kann, dass einer bestimmten Stelle auf der Tastatur immer dieselbe Funktion liegt.

Das stimmt natürlich. Aber auch heute schon werden manche Taste „zweckentfremdet“: Da drückt man „A“ zum Vergrößern oder „B“, um einen Schnitt durchzuführen. Da ist es doch praktischer, wenn die Tasten zeigen, was sie bewirken… Da muss man sich weniger merken.

Ich habe den Eindruck, dass sich Microsoft und auch Apple wieder mehr Mühe geben, unterscheidbar zu sein. Sie legen eindeutige Schwerpunkt fest und bieten Funktionen an, die er Konkurrenz nicht einfach so übernehmen kann. Abgesehen davon fällt mir auf, dass die Geräte, die Apple, Google und Microsoft selbst bauen – und wovon zumindest Microsoft und Google nicht wirklich leben – immer teurer werden. Die Hersteller wollen offenbar die Wertigkeit ihrer Produkte zu erhöhen.

 




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