Allzu viele äußerlich erkennbaren Neuerungen gibt es bei Apples neuem MacBook Pro nicht gerade. Außer einer Sache: Über der regulären Tastatur, da wo sonst die Funktions-Tasten zu finden sind, prangt die sogenannte Touchbar. Ein eigenständiges, leucht starkes OLED-Display mit 2170 x 60 farbigen Pixeln. Und weil es eben ein Touch-Display ist, kann man auch auf das Display tippen.

MacBook mit neuer Touchbar: Bedienleiste mit OLED-Display

Individuelle Funktions-Tasten

Die Idee: In der Touchbar sollen Funktionen erscheinen, die zur jeweils gerade verwendeten Anwendung passen. Emojis zum Beispiel, wenn man gerade eine Mail schreibt. Oder Wort-Vorschläge, wenn man gerade einen Text eintippt. Weil Ihr dann nicht mehr zwischen Tastatur und Maus (bzw. Touchpad) hin und her wechseln müsst, gelingt die Eingabe schneller. Das ist zumindest der Gedanke. Darüber hinaus könnt Ihr über die Touchbar auch die Helligkeit steuern, die Lautstärke regeln, Anwendungen starten und vieles andere mehr.

Doch nicht nur Apples Betriebs-System macOS und Apple-Programme können die Touchbar verwenden, sondern auch jede andere Anwendung. Die Touchbar lässt sich programmieren. Erste Apps, die von der Touchbar Gebrauch machen, gibt es jetzt – und die sind reine Spielerei. Im wahrsten Sinne des Wortes. Beispiel: Touchbar Piano. Wer die kostenlos erhältliche App startet, bekommt eine Mini-Klaviatur präsentiert. Die Touchbar wird zum Winz-Klavier umfunktioniert. Mit etwas Geschick kann man tatsächlich darauf spielen.

Pac-Man auf der Touchbar: Programmiert von einem 15-Jährigen

Pac-Man mal anders: Nur ein langer Gang

Noch witziger ist Pac-Man: Der 15-jährige Henry Franks hat den Spiele-Klassiker auf die Touchbar geholt. Weil das Spiel-Feld eine eher ungewöhnliche Form hat und man nur von links nach rechts oder von rechts nach links laufen kann, gibt es eine Besonderheit: An zwei Stellen gibt es kleine Löcher – Warp-Zonen genannt. Wer seinen Pac-Man hier hineinsteuert, lässt ihn an einer andere Stelle wieder auftauchen. Der Geist kann das aber auch. Wirklich unterhaltsam und sehr liebevoll gemacht. Das Spiel Pac-Bar kann man hier kostenlos laden.

Auch ein anderer Spiele-Klassiker, die Lemminge, steht als kostenlose Game-Variante für die Touchbar zur Verfügung. Ebenfalls nur im direkten Download und nicht etwa bequem im App-Store. Warum? Weil Spielereien mit der Touchbar von Apple ausdrücklich unterwünscht sind. Eigentlich soll die Touchbar nur mit Short-Cuts und als Unterstützung für reguläre Apps genutzt werden.

Ich frage mich allerdings: Warum? Wer so viel Geld bezahlt für Hardware, der sollte doch selbst entscheiden dürfen, was er damit macht. Die kleinen, liebevoll gemachten Games sind wirklich äußerst kreativ und gelungen, sie heben die Laune und zeigen, was man mit der Touchbar so alles anstellen kann. Das sollte Apple eigentlich freuen.