Wer einen USB-Drucker, Scanner oder eine externe Festplatte zuhause hat, aber unterwegs darauf zugreifen möchte, steht vor einem klassischen Problem: Entweder das Gerät mitnehmen oder auf die gewohnten Tools verzichten. Dabei gibt es eine elegante Lösung, die viele nicht kennen – USB-Geräte lassen sich problemlos über das Netzwerk freigeben und aus der Ferne nutzen.
Das Prinzip ist simpel: Auf dem Computer zuhause, an dem das USB-Gerät angeschlossen ist, wird eine spezielle Software installiert – ein sogenannter USB-Server. Von unterwegs aus könnt ihr dann über einen Client auf diese Geräte zugreifen, als wären sie direkt an euren Laptop angeschlossen.
Die beste Software für USB-over-IP
Ein bewährtes Tool dafür ist VirtualHere, das seit Jahren zu den zuverlässigsten Lösungen gehört. Die Server-Komponente läuft auf Windows, Linux, macOS und sogar auf Raspberry Pi. Besonders praktisch: Der Client für ein USB-Gerät ist kostenlos, erst ab mehreren Geräten werden Lizenzgebühren fällig.
Alternativen wie „USB Redirector“ oder „USB Network Gate“ bieten ähnliche Funktionen, sind aber meist kostenpflichtig. Für Linux-Nutzer ist auch „USB/IP“ interessant – ein Open-Source-Projekt, das direkt im Kernel integriert ist.
So richtet ihr USB-over-Network ein
Die Einrichtung ist unkomplizierter als gedacht. Zuerst installiert ihr VirtualHere Server auf dem Computer zuhause und startet den Dienst. Das Programm erkennt automatisch alle angeschlossenen USB-Geräte und macht sie verfügbar.
Für den Fernzugriff müsst ihr in der Router-Firewall den Port TCP 7575 freigeben – das geht in den meisten Routern über die Weboberfläche unter „Portfreigabe“ oder „Port Forwarding“. Moderne Router wie Fritzbox oder Speedport bieten dafür einfache Assistenten.
Von unterwegs startet ihr dann den VirtualHere-Client, gebt die IP-Adresse oder DynDNS-Domain eures Heim-PCs ein und wählt das gewünschte USB-Gerät aus. Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung hergestellt.
Sicherheit nicht vergessen
Bei aller Bequemlichkeit solltet ihr die Sicherheit im Blick behalten. USB-Geräte über das Internet freizugeben, öffnet potenzielle Angriffswege. VirtualHere bietet daher Verschlüsselung und Authentifizierung – nutzt diese Features unbedingt.
Noch sicherer ist der Zugriff über VPN. Viele moderne Router haben VPN-Server integriert, alternativ könnt ihr WireGuard oder OpenVPN nutzen. So bleibt der Datenverkehr verschlüsselt und ihr müsst keine Ports in der Firewall öffnen.
Was funktioniert – und was nicht
Die meisten Standard-USB-Geräte lassen sich problemlos über das Netzwerk nutzen: Drucker, Scanner, externe Festplatten, USB-Sticks oder Dongles. Auch speziellere Hardware wie Programmierer oder Messgeräte funktioniert oft einwandfrei.
Bei zeitkritischen Anwendungen stößt die Technik allerdings an Grenzen. USB-Audio-Interfaces oder Gaming-Controller können durch Netzwerk-Latenz beeinträchtigt werden. Webcams funktionieren zwar, die Bildqualität hängt aber stark von der Internetverbindung ab.
Moderne Alternativen
Inzwischen gibt es auch Hardware-Lösungen: USB-over-IP-Adapter verbinden USB-Geräte direkt mit dem Netzwerk, ohne dass ein Computer laufen muss. Geräte wie der „Aten USB-over-IP Hub“ oder „SEH myUTN“ sind besonders für Unternehmen interessant.
Für den Heimbereich reichen Software-Lösungen meist völlig aus. Zumal viele Geräte heute ohnehin netzwerkfähig sind – moderne Drucker haben WLAN integriert, Cloud-Storage ersetzt externe Festplatten.
Fazit: Praktisch für bestimmte Szenarien
USB-over-Network ist eine clevere Lösung für spezielle Anwendungsfälle. Wer regelmäßig auf bestimmte USB-Geräte zugreifen muss, spart sich das ständige Umstecken oder Mitnehmen. Mit der richtigen Software und etwas Sicherheitsbewusstsein funktioniert das erstaunlich unkompliziert.
Für Gelegenheitsnutzer lohnt sich der Aufwand meist nicht – aber wer einmal die Bequemlichkeit erlebt hat, möchte sie nicht mehr missen.
Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026

