Googles Chrome-Browser bringt es mittlerweile auf mehr als 60 Prozent Marktanteil. Das  melden nicht nur unabhängige Statistiker, sondern auch andere Browser-Hersteller. „Chrome hat den Browser-Krieg gewonnen“, sagt der egemalige Chefentwickler von Mozilla. Das hat natürlich Folgen.

Als Google im Jahr 2008 seinen Browser Chrome vorgestellt hat, gab es bereits ein gutes Dutzend prominente Browser. Einige davon wirklich namhaft und populär, darunter Firefox, Opera, Safari und Internet Explorer. Trotzdem hat sich Google entschlossen, einen Browser zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Auch – aber nicht nur – um schlanke Notebooks mit eigenem Betriebssystem auf den Markt zu bringen. Wer damals gedacht hat, das wird doch nie etwas, der muss wohl heute seine Fehleinschätzung eingestehen. Chrome ist ein riesiger Erfolg. Auf zwei Dritteln aller Deskop-Rechner wird mit Chrome gesurft.

Zwei von drei surfen mit Chrome

Im Juni 2017 haben laut Statcounter 63,2 Prozent des Desktop-User den Google-Browser benutzt, um ins Netz zu gehen. Zwei Drittel: Dieser Wert hat mich ehrlich erstaunt, denn anders als Microsoft und Apple, die ihre eigenen Browser Internet Explorer (heute: Edge) und Safari pushen können, hatte Google zumindest anfangs kein Betriebssystem, dem man Chrome beilegen konnte. Chrome hat es dennoch geschafft, auf so vielen Rechnern installiert zu werden.

Das ist zweifellos der Tatsache zu verdanken, dass Google seinen Browser von Anfang an ernsthaft entwickelt und dann auch weiter entwickelt hat. Anfangs war Google Chrome extrem schlank und schnell, heute ist Chrome schlank und schnell.

Die Niederlage räumen auch Kritiker des Chrome-Browsers ein. Andreas Gal, ehemaliger Entwickler-Chef bei Mozilla, beschreibt in seinem Blog, wie dramatisch die Nutzerzahlen von Firefox in den letzten Jahren gefallen sind: 22% weniger aktive Installationen von Firefox innerhalb eines Jahres – das sind dramatische Zahlen.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Firefox lange der Lieblings der meisten Surfer war. Gal macht in seinem Blog das aggressive Marketing von Google verantwortlich: Der Konzern bewirbt in vielen seiner Dienste den kostenlos erhältlichen Browser. Überall wird man aufgefordert, doch mal Chrome auszuprobieren. Und da viele Google-Dienste wie YouTube, die Suchmaschine, Google Mail etc. nutzen, bringt das eine Menge Installationen.

Trotz Datenschutzbedenken

Doch die Leute würden nicht bleiben, wenn sie nicht zufrieden wären. Chrome hat schon sehr früh die Brücke geschlagen zur Mobilwelt: Wer mobile eine Webseite mit Chrome ansteuert, kann sie auf dem Desktop weiternutzen – und umgekehrt. Das können mittlerweile alle Browser, war bei Chrome aber schon sehr früh möglich – und war zum Beispiel für mich ein Grund, sogar auf dem iPhone Chrome zu installieren. Dabei gibt es genügend Gründe, Chrome zu meiden. Denn der Browser liefert dem Mutterkonzern durchaus eine Menge Daten, insbesondere über das eigene Surfverhalten.

Wer es nicht glaubt, sollte einfach mal einen Blick ins Google Dashboard werfen. Google weiß nicht nur, auf wie vielen und auf welchen Geräten Chrome installiert ist, sondern kennt auch die Lesezeichen, weiß welche Erweiterungen wir installiert haben und welche Webseiten uns interessieren. Das sind für einen datenhungrigen Konzern wie Google natürlich überaus interessante Daten. Die meisten User liefern sie unwissentlich ab – und die Mehrzahl stört es wohl auch nicht.