Windows Konsole umstellen: cmd, PowerShell oder Terminal?

von | 04.09.2017 | Windows

Die Windows-Konsole bleibt auch 2026 ein mächtiges Werkzeug für Power-User. Während moderne Windows-Versionen standardmäßig die PowerShell und das neue Windows Terminal bevorzugen, gibt es gute Gründe, warum ihr manchmal zur klassischen Eingabeaufforderung (cmd) wechseln möchtet.

Die Evolution der Windows-Konsolen

Microsoft hat in den letzten Jahren kräftig an den Kommandozeilen-Tools geschraubt. Neben der klassischen Eingabeaufforderung (cmd) und der PowerShell gibt es seit 2019 das Windows Terminal – eine moderne, tabbasierte Konsolen-Anwendung, die alle Shell-Umgebungen unter einem Dach vereint. Trotzdem ist die gute alte cmd-Konsole nicht tot und wird für viele Legacy-Scripts und spezielle Aufgaben noch benötigt.

So ändert ihr die Standard-Konsole in Windows 11

In Windows 11 hat Microsoft die Einstellungen leicht verschoben, aber das Prinzip bleibt gleich. Hier die aktuellen Schritte:

  1. Rechtsklick auf den Start-Button oder Windows-Taste + X drücken
  2. Auf Einstellungen klicken
  3. Im linken Menü zu Personalisierung navigieren
  4. Den Punkt Taskleiste auswählen
  5. Nach unten scrollen zu Taskleiste-Verhaltensweisen
  6. Die Option Windows PowerShell durch Eingabeaufforderung ersetzen aktivieren

Windows Terminal: Die moderne Alternative

Seit Windows 11 22H2 ist das Windows Terminal die Standard-Konsolenanwendung. Es bietet entscheidende Vorteile:

  • Tabs für mehrere gleichzeitige Sessions
  • Unterstützung für PowerShell, cmd, WSL und Azure Cloud Shell
  • Moderne Features wie Split-Panes und Themes
  • GPU-beschleunigte Textdarstellung
  • Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten per JSON-Konfiguration

Das Terminal könnt ihr über den Microsoft Store aktuell halten oder direkt von GitHub herunterladen. Die Entwicklung ist Open Source und sehr aktiv.

PowerShell vs. Eingabeaufforderung: Wann was nutzen?

Die PowerShell ist mittlerweile die empfohlene Shell für Windows-Administration. Sie bietet:

  • Objektorientierte Pipes statt nur Text
  • Zugriff auf .NET Framework
  • Erweiterte Scripting-Möglichkeiten
  • Cross-Platform-Unterstützung (läuft auch auf Linux/macOS)

Die klassische cmd bleibt relevant für:

  • Legacy-Batch-Scripts
  • Einfache Dateisystem-Operationen
  • Situationen, wo PowerShell zu überdimensioniert ist
  • Kompatibilität mit älteren Tools

Praktische Tipps für den Konsolen-Alltag

Schneller Wechsel zwischen den Shells: Ihr müsst nicht umständlich die Einstellungen ändern. Gebt einfach in der aktuellen Shell den Namen der gewünschten ein:
– In PowerShell: cmd für Eingabeaufforderung
– In cmd: powershell für PowerShell
– Überall: wt für Windows Terminal (falls installiert)

Tipp: Hat man gerade die PowerShell vor sich und braucht die klassische Konsole, genügt übrigens die Eingabe von cmd [Enter].

Kontextmenü erweitern: Mit einem Registry-Hack könnt ihr „Hier Konsole öffnen“ zu jedem Ordner-Kontextmenü hinzufügen. Dazu in der Registry unter HKEY_CLASSES_ROOTDirectoryshell einen neuen Schlüssel anlegen.

Moderne Alternativen ausprobieren

Wer gerne experimentiert, sollte einen Blick auf diese Konsolen-Alternativen werfen:

  • Windows Subsystem for Linux (WSL2): Echte Linux-Shells unter Windows
  • Git Bash: Unix-ähnliche Shell mit Git-Integration
  • Cmder: Portable Konsole mit vielen Extras
  • Hyper: Electron-basierte Terminal-Alternative

Die Zukunft der Windows-Konsole

Microsoft investiert weiterhin stark in die Konsolen-Erfahrung. Das Windows Terminal wird kontinuierlich weiterentwickelt, und mit WSL2 bringt Microsoft echte Linux-Power auf Windows-Systeme. Die klassische cmd wird zwar nicht verschwinden, aber für neue Projekte solltet ihr definitiv PowerShell oder das Windows Terminal in Betracht ziehen.

Für den täglichen Gebrauch empfiehlt sich eine Kombination: Windows Terminal als Standard-Konsole, PowerShell für Scripting und Administration, und cmd für spezielle Legacy-Aufgaben. So seid ihr für alle Szenarien gerüstet und könnt je nach Bedarf das passende Tool wählen.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026