Die Windows-Konsole bleibt auch 2026 ein mächtiges Werkzeug für Power-User. Während moderne Windows-Versionen standardmäßig die PowerShell und das neue Windows Terminal bevorzugen, gibt es gute Gründe, warum ihr manchmal zur klassischen Eingabeaufforderung (cmd) wechseln möchtet.
Die Evolution der Windows-Konsolen
Microsoft hat in den letzten Jahren kräftig an den Kommandozeilen-Tools geschraubt. Neben der klassischen Eingabeaufforderung (cmd) und der PowerShell gibt es seit 2019 das Windows Terminal – eine moderne, tabbasierte Konsolen-Anwendung, die alle Shell-Umgebungen unter einem Dach vereint. Trotzdem ist die gute alte cmd-Konsole nicht tot und wird für viele Legacy-Scripts und spezielle Aufgaben noch benötigt.
So ändert ihr die Standard-Konsole in Windows 11
In Windows 11 hat Microsoft die Einstellungen leicht verschoben, aber das Prinzip bleibt gleich. Hier die aktuellen Schritte:
- Rechtsklick auf den Start-Button oder Windows-Taste + X drücken
- Auf Einstellungen klicken
- Im linken Menü zu Personalisierung navigieren
- Den Punkt Taskleiste auswählen
- Nach unten scrollen zu Taskleiste-Verhaltensweisen
- Die Option Windows PowerShell durch Eingabeaufforderung ersetzen aktivieren
Windows Terminal: Die moderne Alternative
Seit Windows 11 22H2 ist das Windows Terminal die Standard-Konsolenanwendung. Es bietet entscheidende Vorteile:
- Tabs für mehrere gleichzeitige Sessions
- Unterstützung für PowerShell, cmd, WSL und Azure Cloud Shell
- Moderne Features wie Split-Panes und Themes
- GPU-beschleunigte Textdarstellung
- Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten per JSON-Konfiguration
Das Terminal könnt ihr über den Microsoft Store aktuell halten oder direkt von GitHub herunterladen. Die Entwicklung ist Open Source und sehr aktiv.
PowerShell vs. Eingabeaufforderung: Wann was nutzen?
Die PowerShell ist mittlerweile die empfohlene Shell für Windows-Administration. Sie bietet:
- Objektorientierte Pipes statt nur Text
- Zugriff auf .NET Framework
- Erweiterte Scripting-Möglichkeiten
- Cross-Platform-Unterstützung (läuft auch auf Linux/macOS)
Die klassische cmd bleibt relevant für:
- Legacy-Batch-Scripts
- Einfache Dateisystem-Operationen
- Situationen, wo PowerShell zu überdimensioniert ist
- Kompatibilität mit älteren Tools
Praktische Tipps für den Konsolen-Alltag
Schneller Wechsel zwischen den Shells: Ihr müsst nicht umständlich die Einstellungen ändern. Gebt einfach in der aktuellen Shell den Namen der gewünschten ein:
– In PowerShell: cmd für Eingabeaufforderung
– In cmd: powershell für PowerShell
– Überall: wt für Windows Terminal (falls installiert)
Tipp: Hat man gerade die PowerShell vor sich und braucht die klassische Konsole, genügt übrigens die Eingabe von cmd [Enter].
Kontextmenü erweitern: Mit einem Registry-Hack könnt ihr „Hier Konsole öffnen“ zu jedem Ordner-Kontextmenü hinzufügen. Dazu in der Registry unter HKEY_CLASSES_ROOTDirectoryshell einen neuen Schlüssel anlegen.
Moderne Alternativen ausprobieren
Wer gerne experimentiert, sollte einen Blick auf diese Konsolen-Alternativen werfen:
- Windows Subsystem for Linux (WSL2): Echte Linux-Shells unter Windows
- Git Bash: Unix-ähnliche Shell mit Git-Integration
- Cmder: Portable Konsole mit vielen Extras
- Hyper: Electron-basierte Terminal-Alternative
Die Zukunft der Windows-Konsole
Microsoft investiert weiterhin stark in die Konsolen-Erfahrung. Das Windows Terminal wird kontinuierlich weiterentwickelt, und mit WSL2 bringt Microsoft echte Linux-Power auf Windows-Systeme. Die klassische cmd wird zwar nicht verschwinden, aber für neue Projekte solltet ihr definitiv PowerShell oder das Windows Terminal in Betracht ziehen.
Für den täglichen Gebrauch empfiehlt sich eine Kombination: Windows Terminal als Standard-Konsole, PowerShell für Scripting und Administration, und cmd für spezielle Legacy-Aufgaben. So seid ihr für alle Szenarien gerüstet und könnt je nach Bedarf das passende Tool wählen.
Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026

