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Sicherheitsbedenken bei Google Mail (GMail)

04.07.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Google Mail (GMail) ist sehr beliebt – birgt aber ein Sicherheitsrisiko, das gerade intensiv diskutiert wird. Je nachdem, welche Apps oder Zusatz-Software man als GMail-User installiert, gewährt man nicht nur Software, sondern auch Menschen den Zugriff auf die eigenen Mail-Inhalte. Wer möchte das schon. Höchste Zeit, darüber zu sprechen.

Früher waren Briefe eine vertrauensvolle Angelegenheit. Der Inhalt eine Sache zwischen Absender und Empfänger. Außer in der DDR. Da mussten die Bürger ständig mit Stasi-Mitarbeitern rechnen, die mit geübtem Griff einen Briefumschlag über Wasserdampf öffnen, um anschließend dessen Inhalt lesen zu können.

Oft wurden die Umschläge danach wieder verklebt – niemand hat den Eingriff in die Privatsphäre bemerkt. Wer einen Brief erhalten hat, konnte also nicht sicher wissen, ob Fremde ihn bereits vorher gelesen haben.

 

Bei Google Mail gewisses Risiko

Ein bisschen ist das auch bei Google Mail (Gmail) so. Denn auch hier können Dritte unter bestimmten Umständen in die Mails hinein schauen, was aktuell in Insiderkreisen für Diskussionen sorgt und von Google eingeräumt wird. Wenn Du Pech hast, lesen Fremde Deine Mails!

Viele nutzen den kostenlosen Mail-Dienst von Google, da er praktisch ist, nichts kostet und jede Menge Speicherplatz bietet. Doch sonderlich diskret ist er leider nicht. Das war von Anfang an so: Früher gab es im Web-Dienst von Google Mail Werbung – und die hat sich teilweise auf den Inhalt der Mails bezogen. Software hat dazu die Mails gelesen.

Jetzt ist klar: Auch Entwickler von Google-Mail-Apps können E-Mails lesen – und damit ist nicht nur Software gemeint. Es hat Fälle gegeben, da haben Entwickler – also Menschen aus Fleisch und Blut – die Mails von Usern gelesen. Um ihre Software besser zu machen, haben sie einen Blick in die Mail-Inhalte der Menschen geworfen. Unbemerkt. Auch ungefragt, denn kein User rechnet damit, dass echte Menschen ihre Mails lesen.

Google Mail: Praktisch – aber mitunter indiskret

Vorsicht bei den Rechten für Drittanbieter

Das passiert allerdings nur unter bestimmten Umständen. Wer Google Mail nutzt, kann sogenannter Third-Party-Software erlauben, auf das Mail-Postfach zuzugreifen. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn man möchte, dass eine Software den Mail-Inhalt sortiert, organisiert oder aufräumt. Oder wenn man andere Erweiterungen von Gmail nutzen möchte, die zum Beispiel Reiseunterlagen ordnen oder beim Preisvergleich helfen.

Damit das geht, braucht die Software den Zugang zum Mail-Postfach. Den Zugang genehmigt man – in der Regel einmal. Aber das für immer und mit Konsequenzen. Mein Tipp: Hier im Dash Board nachschauen, ob Ihr jemandem Zugriff auf Euer Google-Konto gewährt habt. Sollte man besser nicht machen, denn es sind eben im Zweifel nicht nur Computerprogramme, die dann Zugriff auf die Mail-Inhalte haben.

Der Gedanke, dass „echte“ Menschen Mails mitlesen können, ist ein anderer, als wenn es Software tut. Google sollte das seinen Third-Party-Partnern ausdrücklich verbieten.

 

 




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