Über den Datei-Manager Nautilus lassen sich durch einen simplen Rechtsklick in einen beliebigen Ordner neue, leere Dateien anlegen. Fehlt die Option, kann sie mit wenigen Schritten wiederhergestellt werden – und das funktioniert auch in aktuellen Ubuntu-Versionen perfekt.
Vor Ubuntu 17.10 enthielt Nautilus eine praktische Option, mit der sich direkt über das Kontextmenü ein neues leeres Dokument im aktuellen Ordner anlegen ließ. Diese Funktion verschwand damals, lässt sich aber problemlos zurückholen. Das Geheimnis liegt im Templates-Ordner, der sich im Profil-Verzeichnis jedes Benutzers befindet.
So funktioniert das Vorlagen-System
Im Profil-Ordner des Benutzers findet sich ein Verzeichnis für Vorlagen (Templates). Dieser Ordner ist zunächst leer – und genau deshalb erscheint auch keine Option zum Anlegen neuer Dokumente im Kontextmenü. Wer in diesem Ordner Dateien ablegt, kann sie automatisch über das Nautilus-Kontextmenü nutzen. Das System ist simpel und genial zugleich.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Auf die folgende Weise lässt sich diese Funktion in allen aktuellen Ubuntu-Versionen aktivieren:
- Zunächst mit Druck auf [Strg]+[Alt]+[T] ein neues Terminal-Fenster öffnen.
- Nun kann über den touch-Befehl ein neues, leeres Dokument als Vorlage erstellt werden:
touch ~/Vorlagen/Leeres Dokument [Enter]
Falls der Name des Ordners nicht lokalisiert wurde, muss statt Vorlagen das Wort Templates eingetippt werden. Durch das obige Kommando wird eine neue Datei namens Leeres Dokument zum Ordner für Vorlagen hinzugefügt – und steht fortan über das Kontextmenü in Nautilus parat.
Alternative Wege ohne Terminal
Wer das Terminal scheut, kann auch den grafischen Weg wählen. Öffnet einfach den Datei-Manager und navigiert zum Home-Verzeichnis. Dort findet ihr den Ordner „Vorlagen“ oder „Templates“. Erstellt in diesem Ordner eine neue Datei – entweder durch Rechtsklick und „Neue Datei“ oder durch Kopieren einer bestehenden leeren Datei hinein.
Verschiedene Vorlagen erstellen
Das System wird noch mächtiger, wenn ihr verschiedene Vorlagen anlegt. Ihr könnt beispielsweise folgende Dateien im Vorlagen-Ordner erstellen:
- Leeres Textdokument.txt
- Python-Script.py
- HTML-Datei.html
- Bash-Script.sh
- Markdown-Datei.md
Jede dieser Dateien erscheint dann im Kontextmenü unter „Neu“ und lässt sich mit einem Klick anlegen. Besonders praktisch: Die Vorlagen können bereits Grundinhalte enthalten. Ein Python-Script könnte beispielsweise schon den Shebang (#!/usr/bin/env python3) und grundlegende Imports enthalten.
Vorlagen mit Inhalt
Um Vorlagen mit vorgefertigtem Inhalt zu erstellen, öffnet ihr die Dateien im Vorlagen-Ordner einfach mit eurem bevorzugten Texteditor und fügt den gewünschten Standard-Inhalt ein. So könnte eine HTML-Vorlage bereits die Grundstruktur mit DOCTYPE, html-, head- und body-Tags enthalten.
Tipps für die Praxis
Achtet darauf, dass die Dateinamen der Vorlagen aussagekräftig sind – sie erscheinen genau so im Kontextmenü. Verwendet keine Sonderzeichen, die Probleme bereiten könnten. Leerzeichen im Dateinamen sind grundsätzlich möglich, müssen im Terminal aber mit Backslash maskiert werden.
Funktioniert in allen Ubuntu-Versionen
Diese Methode funktioniert zuverlässig in allen aktuellen Ubuntu-Versionen, egal ob ihr Ubuntu 22.04 LTS, Ubuntu 24.04 LTS oder die neueste Version verwendet. Auch in Ubuntu-Derivaten wie Kubuntu oder Xubuntu funktioniert das Prinzip, allerdings verwenden diese andere Datei-Manager mit eigenen Kontextmenüs.
Vorlagen verwalten
Um Vorlagen zu bearbeiten oder zu löschen, navigiert ihr einfach zum Vorlagen-Ordner und bearbeitet die Dateien direkt. Gelöschte Vorlagen verschwinden automatisch aus dem Kontextmenü. Ihr könnt auch Unterordner im Vorlagen-Verzeichnis anlegen – diese erscheinen als Submenüs im Nautilus-Kontextmenü.
Mit diesem einfachen Trick holt ihr euch eine der praktischsten Funktionen zurück, die Ubuntu-Nutzer seit Jahren vermissen. Einmal eingerichtet, spart ihr euch täglich Zeit beim Anlegen neuer Dateien.
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026

