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Ohne App die Internetgeschwindigkeit messen

von | 19.02.2019 | Surftipp, Tipps, Windows

Wenn das Internet mal wieder zu lahm ist, obwohl ihr eigentlich eine schnelle Leitung habt, fragt ihr euch zurecht: Liegt’s an meinem Anschluss oder macht der Server Probleme? Die gute Nachricht: Das könnt ihr ganz einfach herausfinden – und zwar ohne App-Installation oder komplizierte Tools.

JESHOOTS-com / Pixabay

 

Speedtests direkt im Browser sind mittlerweile die praktischste Lösung. Besonders empfehlenswert ist der offizielle Test der Bundesnetzagentur unter https://breitbandmessung.de. Dieser Test ist nicht nur kostenlos und werbefrei, sondern auch rechtlich anerkannt – falls ihr mal Probleme mit eurem Provider klären müsst.

Alternativ funktioniert auch Googles Speedtest hervorragend: Gebt einfach „Speedtest“ in die Google-Suche ein, und ihr bekommt direkt einen integrierten Test angezeigt. Oder ihr nutzt bekannte Dienste wie Speedtest.net von Ookla, die mittlerweile auch HTML5-basiert laufen und kein Flash mehr benötigen.

Die Tests funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Zuerst wird eure Download-Geschwindigkeit gemessen, indem Testdaten von verschiedenen Servern heruntergeladen werden. Danach folgt der Upload-Test, und zuletzt wird die Latenz (Ping) gemessen – also wie schnell euer Router auf Anfragen reagiert.

Besonders praktisch: Die meisten modernen Speedtests erkennen automatisch eure ungefähre Anschlussart und bewerten die Ergebnisse entsprechend. Bei Glasfaser-Anschlüssen solltet ihr nahezu die volle gebuchte Geschwindigkeit erreichen, bei VDSL oder Kabel-Internet können je nach Tageszeit und Auslastung Schwankungen auftreten.

Was die Messwerte bedeuten

Download-Geschwindigkeit ist das, was die meisten unter „Internetgeschwindigkeit“ verstehen. Hier solltet ihr mindestens 80% eurer gebuchten Leitung erreichen. Alles darunter kann problematisch werden.

Upload-Geschwindigkeit wird oft unterschätzt, ist aber wichtig für Videokonferenzen, Cloud-Backups oder wenn ihr Content hochladet. Besonders bei älteren Anschlüssen ist der Upload deutlich langsamer als der Download.

Die Latenz (Ping) sollte unter 50ms liegen – je niedriger, desto besser. Werte über 100ms machen sich beim Gaming oder bei Videokonferenzen unangenehm bemerkbar.

Moderne Lösungsansätze für langsames Internet

Wenn eure Geschwindigkeit dauerhaft zu niedrig ist, gibt es mehrere Ansätze:

Router-Optimierung: Moderne WLAN-6-Router können die Geschwindigkeit erheblich verbessern. Achtet darauf, dass euer Router im 5-GHz-Band funkt und nicht im überfüllten 2,4-GHz-Bereich.

Mesh-Systeme: Bei größeren Wohnungen oder Häusern können Mesh-Router wie die von AVM Fritz! oder Netgear Orbi für gleichmäßige Abdeckung sorgen.

Provider-Check: Nutzt die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur über mehrere Tage hinweg. Wenn die Werte dauerhaft unter den vertraglich zugesicherten liegen, könnt ihr das als Nachweis gegenüber eurem Provider verwenden.

Timing beachten: Messt zu verschiedenen Tageszeiten. Bei Kabel-Internet kann abends die Geschwindigkeit deutlich einbrechen, weil sich viele Nutzer die Bandbreite teilen.

Hardware prüfen: Alte Netzwerkkabel (unter Cat5e) oder veraltete Netzwerkkarten können zum Flaschenhals werden, besonders bei Gigabit-Anschlüssen.

Was tun bei dauerhaft schlechten Werten?

Dokumentiert eure Messungen über mehrere Tage und zu verschiedenen Zeiten. Die Bundesnetzagentur empfiehlt mindestens zehn Messungen an drei verschiedenen Tagen. Falls die Werte dauerhaft unter den vertraglichen Zusagen liegen, habt ihr Rechte: Ihr könnt Preisminderung fordern oder im Extremfall sogar außerordentlich kündigen.

Bei technischen Problemen hilft oft schon ein Router-Neustart. Trennt das Gerät für 30 Sekunden vom Strom – das kann Wunder wirken, weil sich der Router eine neue IP-Adresse holt und möglicherweise über bessere Leitungswege geroutet wird.

Speedtests sind heute so einfach geworden, dass ihr sie regelmäßig machen solltet. Nur so bekommt ihr ein Gefühl dafür, ob euer Internet wirklich das leistet, wofür ihr bezahlt.

Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026

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