Microsoft Office sammelt in den aktuellen Versionen (Microsoft 365, Office 2021, Office LTSC 2024) umfangreiche Telemetriedaten über eure Nutzung. Diese Datensammlung erfasst nicht nur, welche Programme ihr verwendet, sondern auch Details zu installierten Add-Ins, Nutzungsverhalten, Dateizugriffe und sogar persönliche Informationen aus euren Dokumenten. Was viele nicht wissen: Diese Telemetrie-Funktion sammelt auch personenbezogene Daten, die datenschutzrechtlich problematisch sein können.

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Was sammelt Office-Telemetrie wirklich?
Die Office-Telemetrie geht weit über einfache Nutzungsstatistiken hinaus. Microsoft erfasst:
• Dateipfade und Namen eurer Dokumente
• Häufig verwendete Begriffe und Phrasen
• Informationen über installierte Add-Ins und Makros
• Zeitstempel eurer Aktivitäten
• Absturzberichte mit Dokumentinhalten
• Netzwerkverbindungen und verwendete Dienste
Besonders brisant: Auch wenn Microsoft behauptet, die Daten zu anonymisieren, können durch Kombination verschiedener Datenpunkte Rückschlüsse auf einzelne Nutzer gezogen werden.
Verschleierung: Der pragmatische Mittelweg
Wer die Telemetriedaten nicht komplett deaktivieren, aber sensible Inhalte schützen möchte, kann die Verschleierungsfunktion nutzen. Diese ersetzt kritische Informationen durch anonymisierte Platzhalter.
Die Aktivierung funktioniert über einen Registry-Eingriff. Erstellt eine neue Textdatei, fügt folgenden Code ein und speichert sie mit der Endung .reg (z.B. „verschleierung.reg“):
Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_CURRENT_USERSoftwarePoliciesMicrosoftOffice16.0osm]
„EnableFileObfuscation“=dword:00000001
Für Office 2024 und neuere Microsoft 365-Versionen verwendet ihr stattdessen:
[HKEY_CURRENT_USERSoftwarePoliciesMicrosoftOffice17.0osm]
„EnableFileObfuscation“=dword:00000001
Alternativ könnt ihr die Änderung manuell vornehmen: Startet den Registry Editor mit regedit über das Windows-Suchfeld, navigiert zum entsprechenden Pfad und aktiviert EnableFileObfuscation.
Komplette Deaktivierung der Datensammlung
Für maximalen Datenschutz deaktiviert ihr die Telemetrie vollständig. Fügt diese Registry-Einträge hinzu:
[HKEY_CURRENT_USERSoftwarePoliciesMicrosoftOffice16.0osm]
„Enablelogging“=dword:00000000
„EnableUpload“=dword:00000000
Zusätzlich solltet ihr in den Office-Einstellungen unter „Datenschutz“ alle Optionen für „Verbundene Erfahrungen“ deaktivieren. Diese Einstellung findet ihr in jeder Office-Anwendung unter Datei > Konto > Kontodatenschutz.
Bereits gesammelte Daten löschen
Das Deaktivieren stoppt nur die weitere Datensammlung. Bereits gespeicherte Telemetriedaten müsst ihr manuell entfernen. Die relevanten Dateien findet ihr hier:
Für Office 2016-2019:
%LocalAppData%MicrosoftOffice16.0Telemetry
Für Office 2021/365:
%LocalAppData%MicrosoftOffice17.0Telemetry
Löscht die Dateien evt.tbl, sln.tbl und user.tbl in diesem Verzeichnis. Diese enthalten die gesammelten Nutzungsdaten.
Zusätzliche Datenschutz-Maßnahmen
Für umfassenden Schutz solltet ihr weitere Einstellungen anpassen:
Cloud-Verbindungen kappen: Deaktiviert „Mit Microsoft-Diensten verbinden“ in den Office-Einstellungen.
AutoSave ausschalten: Verhindert automatisches Speichern in der Cloud.
Diagnose-Daten minimieren: Stellt die Diagnosedatensammlung auf „Erforderlich“ um.
Add-In-Telemetrie: Deaktiviert die Datensammlung für installierte Erweiterungen.
Auswirkungen auf die Funktionalität
Die Deaktivierung der Telemetrie hat kaum Auswirkungen auf die Office-Funktionen. Lediglich einige „intelligente“ Features wie Designvorschläge oder erweiterte Rechtschreibprüfung funktionieren möglicherweise eingeschränkt.
Unternehmen sollten diese Einstellungen über Gruppenrichtlinien zentral verwalten. Microsoft stellt entsprechende ADMX-Vorlagen zur Verfügung.
Der Datenschutz in Office bleibt ein Balanceakt zwischen Funktionalität und Privatsphäre. Mit den richtigen Einstellungen könnt ihr aber selbst bestimmen, welche Daten Microsoft über eure Office-Nutzung erfährt.
Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026
