Samsung hat die Öffentlichkeit überrascht mit einem Handy, das man auf- und zuklappen kann. Ich erinnere mich: Früher war das immer so… Warum ist das jetzt neu?

Das Gerät heißt „Galaxy Fold“. Fold wie Falten. In der Tat kann man das neue Smartphone von Samsung bei Bedarf aufklappen. Mit Betonung auf „Bei Bedarf“. Denn auf den ersten Blick sieht das Fold aus wie die meisten Geräte heute: Nahezu randloses Display.

Ein bisschen dick vielleicht.  Man kann auf dem Touch-Display tippen, man kann telefonieren – kennt man alles. Die Besonderheit ist aber eben, dass man das Gerät auch aufklappen kann. Und dann wird es plötzlich doppelt so groß, denn es entfaltet sich ein doppelt so großes Display.

Die beiden Teile werden nahtlos miteinander verbunden. Das ist cool, denn manche Dinge brauchen eben einen gewissen Platz. Die einzelne Mail kann man zweifellos auch auf einem kleinen Display lesen, aber eine Google-Maps-Karte lässt sich besser auf einem größeren Display studieren. Man hat praktisch „2 ind 1“: Ein Smartphone und ein kleines Tablet.

 

Alles andere als schlank

Man hat also ein Tablet in der Hosentasche, das geht sonst nicht. Ist das Gerät dann nicht unglaublich klobig?

Für alle, die es gerne genau wissen wollen: Die Diagonale des Displays im zugeklappten Zustand sind 4,6 Zoll. Das ist heutzutage eher wenig. Die ganz großen Smartphones wie das iPhone X haben 5,6 Zoll Diagonale. Wenn man das Fold aber nun aufklappt, hat man plötzlich 7,3 Zoll.

Das ist Tablet-Niveau und wirklich ganz ordentlich. Technisch ist das schon eine Leistung, es hinzubekommen, zwei Displays so geschickt miteinander zu verbinden, dass sie beim Zuklappen nahtlos miteinander verknüpft sind. Da darf nichts wackeln, nichts kaputt gehen.

Außerdem erkennt die Software das Auf- und Zuklappen. Aus einem kleinen Fenster wird beim Aufklappen ein großes. Außerdem kann man in der großen Variante auch drei Fenster parallel offen haben und benutzen. Aber: Zugeklappt ist das Gerät deutlich dicker als übliche Smartphones. Klar, irgendwie muss das ja auch alles verstaut werden – auch die zwei Akkus, die verbaut sind, um den Energiebedarf zu decken.

Stolzer Preis: Fast 2.000 EUR

Das Galaxy Fold soll 1980 Dollar kosten, also knapp 2000 EUR, wenn es im April auf den Markt kommt. Es ist zwar mit jeder Menge Technik und auch mit 512 GB Speicher und 6 Kameras ausgestattet – aber das ist schon eine Kampfansage.

Zielgruppe: Business User

Früher hat man ja gerne gefragt: „Wer braucht denn sowas, bitte?“. Keine unberechtigte Frage, denn wer ist denn wohl bereit, so viel Geld auszugeben? Gibt es wirklich einen Markt für sowas, oder wird ein Markt geschaffen für alle, die sowieso schon alles haben?

Der Markt ist einigermaßen gesättigt. Jeder hat ein Smartphone. Und die Luxus-Modelle von Apple, Samsung, HTC, Huawei und Co. sind sich heute sehr ähnlich, sowohl optisch, als auch was den Funktionsumfang betrifft.

Mit dem „Fold“ ist es den Koreanern nun gelungen, zumindest mal etwas anzubieten, was es so noch nicht gibt. Das ist zweifellos ein Alleinstellungsmerkmal, das auf die Marke insgesamt positiv wirkt. Innovativ – das ist das, was wir denken sollen.

Wir hätten vor zwei Jahren auch nicht gedacht, dass Menschen mehr als 1.000 EUR für ein Smartphone ausgeben. Heute machen das viele. Natürlich ist so ein 2000-EUR-Gerät nichts für Hobbyisten.

Das ist schon eher eine Arbeitsmaschine. Menschen, die viel unterwegs sind und auch unterwegs arbeiten müssen. Für sie kann ein solches Gerät interessant sein, weil sie dann kein Notebook mehr mit herumschleppen müssen – und auch kein Zweitgerät wie ein Tablet.

Es gibt also durchaus eine Zielgruppe – aber natürlich wird auch ein Bedarf geschaffen durch das Bereitstellen neuer Produkte wie diesem.

 

Wie findest Du das persönlich: Willst Du das haben – und glaubst Du, andere Anbieter ziehen nach?

Ich werde mir das erst mal in Ruhe anschauen, bevor ich entscheide, ob das was für mich ist. Da ich generell Smartphone, Tablet und Notebook mit mir herumschleppe, könnte das interessant sein. Und ich glaube, dass andere Hersteller nachziehen werden. An den faltbaren/klappbaren Displays wird schon länger gearbeitet – von verschiedenen Herstellern. Da scheint es Bedarf zu geben.