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Amazon Samples: Warum Euch Amazon künftig unverlangt Pakete schicken könnte

06.03.2019 | Von Jörg Schieb

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Amazon wäre nicht Amazon, wenn der Konzern sich nicht ständig neue Dinge ausdenken würde. Stillstand oder Trägheit kann man dem Konzern nun wirklich nicht vorwerfen. Neuester Trick: Kunden bekommen Pakete mit Warenproben zugeschickt – unverlangt, unverbindlich und kostenlos. Eine völlig neue Werbemaßnahme.

Kann passieren: Der Postbote klingelt und hat ein Paket von Amazon dabei – obwohl man nun wirklich nichts bestellt hat. Kein Paket für den netten Nachbarn, sondern für einen selbst. Ein Versehen beim Onlineshop?

Mitnichten. In den USA hat Amazon ein neues Projekt gestartet, das Kunden unaufgefordert mit Warenproben versorgt. Der Branchenriese verschickt Duschgels, Hautcremes, Reinigungsmittel, Schokoriegel, Tierfutter und vieles mehr – einfach so, auf gut Glück.

Amazon Samples: Kostenlose Warenproben

Bezahlen müssen die Empfänger diesen „Amazon Samples“ getauften Dienst nicht. Sie können die Waren behalten, ausprobieren, weiterverschenken – ohne Reue. Es gibt keinerlei Verpflichtungen. Natürlich macht das der knallhart durchkalkulierte Konzern nicht aus Nächstenliebe oder um seine ungeheuren Gewinne zu teilen. Es steckt ein neues Geschäftsmodell dahinter: Kundenwerbung auf die neue Art.

Amazon kennt seine Kunden besser als sie sich selbst. Wenn es um Big Data oder Datensammeln geht, reden wir gerne über Google und Facebook. Amazon bleibt meist außen vor. Völlig zu Unrecht, denn Amazon ist ebenfalls ein Datenstaubsauger erster Güte.

Denn Amazon ist heute mehr als nur ein Onlineshop. Amazon ist eine Suchmaschine für Konsumwünsche – und damit einer der Big Player im Datengeschäft. Deshalb bekommt der US-Konzern auch sehr genau mit, wie wir ticken: Fleischesser oder Vegetarier? Spendabel oder preisbewusst? Sportlich oder gemütlich? Es werden messerscharfe Profile erstellt.

Was macht Amazon denn da: unverlangt zugeschickte Pakete (Talk RadioBremen2)

Amazon vergoldet seine Daten

Die nutzt Amazon nun, um passgenau Warenproben anzuliefern. Kostenlos. Für den Kunden. Amazon verdient trotzdem daran, denn der Konzern lässt sich von Herstellern und Händlern für den Versand der Warenproben bezahlen. Denn die haben so die Chance, Kunden anzusprechen, die sie noch gar nicht kennen – die aufgrund der Datenbasis aber die perfekte Zielgruppe sind.

Amazon vergoldet seine Datenbasis immer mehr. Schon seit einer Weile können Hersteller und Händler auf Amazon Anzeigen schalten, um ihre Produkte prominenter erscheinen zu lassen. Jetzt tritt Amazon als Makler für Produktproben auf. Der Konzern weitet seine Macht unaufhörlich aus – zum Schaden der Hersteller und Händler, die ohne Amazon teilweise jetzt schon nicht mehr können.




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