E-Mails sind längst das Rückgrat der digitalen Kommunikation – sowohl beruflich als auch privat. Wenn ihr noch lokale E-Mail-Konten verwaltet oder von lokalen Setups auf Cloud-Lösungen wie Microsoft 365 wechseln wollt, solltet ihr eure Daten regelmäßig sichern. Microsoft Outlook bietet dafür bewährte Export-Funktionen, die jedoch traditionell gut versteckt sind.
PST-Dateien: Das bewährte Backup-Format
Microsoft setzt seit Jahrzehnten auf PST-Dateien (Personal Storage Table) als Standard-Format für E-Mail-Backups. Diese Dateien können komplette Postfächer inklusive E-Mails, Kontakte, Kalendereinträge und Aufgaben in einer einzigen, portablen Datei konsolidieren. Auch 2026 ist PST nach wie vor das zuverlässigste Format für Outlook-Backups.
Der Export-Prozess in modernen Outlook-Versionen
Der erste Schritt zum Transfer der Daten ist der Export aus Outlook in eine PST-Datei. Allerdings haben die Produktverantwortlichen es konsequent in allen Versionen von Outlook geschafft, die Exportfunktion zu verstecken:
In Outlook müssen Sie unter Datei auf Öffnen > Importieren klicken.

In dem sich nun öffnenden Dialog (der eigentlich dem Import dient) befindet sich eine Option „In Datei exportieren“. Diese klicken Sie nun an und wählen Outlook Datendatei (PST-Datei) als Ziel.
Wichtig ist nun, die oberste Ebene des Postfaches auszuwählen, damit Sie nicht nur die E-Mails, sondern auch die Kontakte und Termine (so diese in dem zu exportierenden Konto vorhanden sind) miterfassen. Ebenso sollten Sie zwingend der Haken bei Unterordner einbeziehen setzen, damit nicht nur der Posteingang, sondern auch die Ordner, die der Anwender darin angelegt hat, erfasst und mit kopiert werden.
Neue Features und Verbesserungen 2026
Microsoft hat in den letzten Jahren die Export-Performance deutlich verbessert. Moderne Outlook-Versionen nutzen jetzt Multithread-Processing, wodurch große Postfächer schneller gesichert werden. Bei Postfächern über 10 GB zeigt Outlook zudem einen detaillierteren Fortschrittsbalken mit Zeitschätzung an.
Ein praktisches neues Feature: Seit Outlook 365 Version 2025.1 könnt ihr beim Export auch Zeiträume definieren. Das ist besonders nützlich, wenn ihr nur aktuelle E-Mails sichern wollt oder schrittweise Archive erstellen möchtet.
Automatisierte Backup-Strategien
Für regelmäßige Sicherungen lohnt sich der Blick auf Outlook-Add-Ins wie „Auto Backup for Outlook“ oder die in Microsoft 365 Business integrierten Backup-Features. Diese können PST-Exporte automatisch zeitgesteuert durchführen – ein Feature, das gerade bei großen Postfächern Zeit spart.
Cloud vs. lokale Backups: Was macht 2026 Sinn?
Während viele Unternehmen komplett auf Microsoft 365 Cloud setzen, gibt es nach wie vor gute Gründe für lokale PST-Backups:
- Compliance-Anforderungen: Viele Branchen verlangen lokale Datenkontrolle
- Offline-Verfügbarkeit: PST-Dateien funktionieren ohne Internetverbindung
- Langzeitarchivierung: Für E-Mails, die jahrzehntelang aufbewahrt werden müssen
- Datenschutz: Sensible Kommunikation bleibt unter eigener Kontrolle
Performance-Tipps für große Postfächer
Bei Postfächern über 50 GB solltet ihr den Export in mehrere PST-Dateien aufteilen. Outlook kann zwar theoretisch bis zu 50 GB pro PST-Datei verwalten, in der Praxis laufen aber kleinere Dateien (5-10 GB) stabiler.
Tipp: Schließt während des Exports andere Office-Programme und pausiert OneDrive-Synchronisationen. Das beschleunigt den Vorgang erheblich.
Sicherheit und Verschlüsselung
PST-Dateien können mit Passwörtern geschützt werden – nutzt das unbedingt für sensitive Daten. Die Verschlüsselung basiert auf AES-256 und ist auch 2026 noch state-of-the-art sicher.
Der finale Schritt: Speicherort und Naming
Zum Abschluss müssen Sie den Namen und den Speicherort der Datei angeben. Beide sollten sinnvoll gewählt werden, um die Datei für den Import wiederzufinden. Bewährt hat sich eine Namenskonvention wie „Backup_[Kontoname]_[Datum].pst“.
Je nach Größe des Postfaches dauert der Exportvorgang von einigen Sekunden bis zu einigen Stunden. Bei sehr großen Archiven plant am besten über Nacht – so stört der Export nicht die tägliche Arbeit.
Fazit: Backup bleibt essentiell
Auch im Cloud-Zeitalter sind lokale E-Mail-Backups unverzichtbar. PST-Exporte aus Outlook bleiben der Goldstandard für vollständige Datensicherung. Plant regelmäßige Backups ein – eure zukünftigen Ichs werden es euch danken.
Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026





