Schutz vor Schädlingen im WLAN: Die besten Scanner-Tools 2026

von | 26.12.2019 | Netzwerk, Tipps

Ein WLAN zu schützen, ist auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe. Den Router schotten Sie so weit es geht ab, das WLAN mit einem langen, kaum merkbaren Kennwort verschlüsselt und die SSID am besten noch verborgen. So kann niemand, der dort nichts zu suchen hat, in Ihr WLAN gelangen und Daten stehlen. Wie so oft ist das eigentliche Problem oft ein Innentäter. Nicht ein Mitglied Ihres Haushalts, sondern ein Gerät, das infiziert ist und irgendetwas Böses versucht. Wir zeigen Ihnen kostenlose und bewährte Lösungen!

Auf Ihren normalen Geräten haben Sie meist Virenscanner. Regelmäßig aktualisiert schützen die vor bekannter Malware. In letzter Zeit erfolgen aber immer mehr gezielte Angriffe auf Geräte im Netzwerk. Smart-TVs, Überwachungskameras, smarte Türklingeln, WLAN-Drucker, Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home: Auch vor Netzwerkfestplatten machen die Angreifer nicht Halt, wie die QSnatch-Malware eindrucksvoll gezeigt hat.

Das Problem mit IoT-Geräten wird immer größer

Für IoT-Geräte und andere „Nicht-PCs“ gibt es meist keine Virenscanner, und so bleibt nur die Analyse des Netzwerkverkehrs auf Auffälligkeiten. Das Problem hat sich seit 2020 dramatisch verschärft: Millionen von Smart-Home-Geräten sind oft jahrelang ohne Updates im Einsatz und werden zu perfekten Einfallstoren für Cyberkriminelle.

Besonders kritisch sind dabei Geräte chinesischer Hersteller, die oft Backdoors enthalten, sowie ältere Router und IP-Kameras. Diese werden häufig in Botnets eingespannt und für DDoS-Angriffe missbraucht – oft ohne dass ihr das überhaupt merkt.

Moderne Netzwerk-Scanner als Lösung

Der Antiviren-Software-Hersteller Bitdefender bietet mit dem kostenlosen Home Scanner ein Programm an, das Ihr Netzwerk überwacht. Der zusätzliche Vorteil des ersten Scans: Jeder IP wird ein Produkt zugewiesen. In der Übersicht können Sie also erkennen, welches Gerät sich hinter einer IP-Adresse verbirgt. Danach bekommen Sie das Ergebnis für jedes Gerät angezeigt, idealerweise Keine Risiken gefunden. Sollte noch ein unnatürliches Verhalten erkannt worden sein, dann liefert Ihnen der Home Scanner dafür mögliche Lösungsansätze.

Alternative Tools für die Netzwerkanalyse

Neben Bitdefender gibt es mittlerweile weitere empfehlenswerte Tools:

Fing (iOS/Android/Desktop): Die App scannt euer Netzwerk und zeigt alle verbundenen Geräte an. Besonders praktisch: Fing erkennt über 15.000 Gerätetypen und warnt vor unbekannten Eindringlingen.

Advanced IP Scanner (Windows): Kostenloser Netzwerk-Scanner, der alle aktiven Geräte auflistet und detaillierte Informationen liefert. Ideal für Windows-Nutzer.

Nmap (alle Plattformen): Der Klassiker unter den Netzwerk-Scannern. Etwas technischer, aber extrem mächtig für die Sicherheitsanalyse.

Router-basierte Sicherheit nutzen

Moderne Router bieten heute oft eigene Sicherheitsfeatures:

FRITZ!Box-Nutzer profitieren von der integrierten Kindersicherung und Netzwerkanalyse. Die FRITZ!App WLAN zeigt alle verbundenen Geräte und deren Datenverbrauch.

ASUS AiProtection und Netgear Armor bieten kommerzielle Sicherheitslösungen direkt im Router. Diese analysieren den Datenverkehr in Echtzeit und blockieren verdächtige Verbindungen.

DNS-Filtering als zusätzlicher Schutz

Eine oft übersehene, aber sehr effektive Schutzmaßnahme ist DNS-Filtering:

Cloudflare for Families (1.1.1.3) oder Quad9 (9.9.9.9) blockieren bereits auf DNS-Ebene bekannte Malware-Domains. Einfach als DNS-Server im Router eintragen – schon sind alle Geräte geschützt.

Pi-hole für Technik-Affine: Ein Raspberry Pi als DNS-Server filtert Werbung und Malware für das gesamte Netzwerk. Setup dauert etwa 30 Minuten, der Schutz ist dafür umfassend.

VLAN-Segmentierung für Profis

Wer es richtig professionell angehen will, trennt sein Netzwerk in VLANs:

  • Hauptnetzwerk für Computer und Smartphones
  • IoT-VLAN für Smart-Home-Geräte
  • Gäste-VLAN für Besucher

So kann ein kompromittiertes Smart-TV nicht auf eure Arbeitsrechner zugreifen. Viele neuere Router unterstützen diese Funktion bereits ab Werk.

Regelmäßige Wartung ist entscheidend

Netzwerksicherheit ist kein einmaliges Setup:

  • Monatlich: Netzwerk-Scan durchführen
  • Vierteljährlich: Router-Firmware prüfen und aktualisieren
  • Halbjährlich: WLAN-Passwort ändern
  • Jährlich: Alle IoT-Geräte auf Updates prüfen

Die Tools bieten zwar keine absolute Sicherheit, aber zumindest einen sehr guten Überblick über Gefahren in eurem WLAN. In Kombination mit modernen Router-Features und DNS-Filtering erhaltet ihr einen soliden Schutz vor den meisten Bedrohungen.

Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026