Videokonferenzen aufpeppen: Filter und Effekte in Teams & Co

von | 20.04.2020 | Office

Home Office ist längst zum Alltag geworden – erst aufregend und spannend, dann stressig und sehr effektiv, und irgendwann der übliche Trott. Da macht es Sinn, einfach mal ein wenig Leben in die Bude zu bekommen und die Kollegen in Videokonferenzen mit einem Lacher in gute Laune zu versetzen. Wie wäre es mit einer verrückten Perücke, einem Bart oder sogar einem kompletten Avatar in einer Microsoft Teams-Konferenz?

Während die ursprüngliche SnapCamera-App von Snap Inc. leider eingestellt wurde, gibt es mittlerweile noch bessere Alternativen für witzige Videoeffekte in Teams und anderen Videokonferenz-Tools. Microsoft hat selbst nachgelegt und Teams mit deutlich erweiterten Kamera-Features ausgestattet.

Microsoft Teams: Integrierte Filter und Effekte

Seit 2022 hat Microsoft Teams eigene Filter und Hintergründe massiv ausgebaut. In jeder Teams-Videokonferenz könnt ihr über die Kamera-Einstellungen auf eine Vielzahl von Effekten zugreifen. Klickt einfach auf die drei Punkte („Weitere Aktionen“) während eines Meetings und wählt „Kameraeffekte“ aus.

Die integrierten Teams-Filter bieten alles von subtilen Beauty-Filtern bis hin zu lustigen Overlays wie Bärten, Brillen oder sogar kompletten Tierkostümen. Besonders praktisch: Diese Effekte laufen direkt in Teams, ohne zusätzliche Software.

OBS Studio: Der Profi-Weg für Kreative

Für alle, die mehr wollen als Standard-Filter, ist OBS Studio (Open Broadcaster Software) die erste Wahl geworden. Diese kostenlose Software verwandelt euren Computer in ein vollwertiges Streaming-Studio. Mit OBS könnt ihr nicht nur Filter anwenden, sondern auch mehrere Kameras nutzen, Bildschirminhalte einblenden oder sogar Live-Grafiken einbauen.

Der Trick: OBS erstellt eine virtuelle Kamera, die ihr dann in Teams, Zoom oder anderen Videokonferenz-Tools auswählen könnt. So habt ihr komplette kreative Kontrolle über euer Videobild.

XSplit VCam und NVIDIA Broadcast

Zwei weitere starke Alternativen haben sich etabliert: XSplit VCam fokussiert sich auf perfekte Hintergrundentfernung auch bei schwierigen Lichtverhältnissen. NVIDIA Broadcast ist besonders interessant für alle mit einer GeForce RTX-Grafikkarte – die KI-Features sind beeindruckend und entfernen nicht nur Hintergründe, sondern auch Störgeräusche aus dem Audio.

Mobile Apps für den Desktop: ManyCam

ManyCam hat die Lücke gefüllt, die SnapCamera hinterlassen hat. Die Software bietet hunderte Filter, Effekte und Overlays. Von professionellen Präsentations-Tools bis hin zu völlig verrückten Kostüm-Effekten ist alles dabei. Die Basis-Version ist kostenlos, für erweiterte Features gibt es Premium-Abos.

Browser-basierte Lösungen

Neu sind auch Browser-basierte Tools wie Krisp oder mmhmm, die direkt im Webbrowser laufen. Diese sind besonders praktisch für spontane Meetings, da keine Installation nötig ist. Einfach die Webseite öffnen, Kamera freigeben und den gewünschten Effekt auswählen.

So richtet ihr virtuelle Kameras ein

Das Prinzip ist bei allen Tools ähnlich: Die Software erstellt eine virtuelle Kamera, die dann in Teams oder anderen Videokonferenz-Apps als Kamera-Quelle ausgewählt wird. In den Teams-Einstellungen unter „Geräte“ wählt ihr dann statt eurer Standard-Webcam die virtuelle Kamera aus.

Wichtiger Tipp: Testet die Effekte vorher! Nichts ist peinlicher als ein Filter, der in der wichtigen Präsentation nicht funktioniert oder unpassend wirkt.

Worauf ihr achten solltet

Virtuelle Kameras können die CPU-Last erhöhen, besonders bei aufwendigen Effekten. Achtet darauf, dass euer Rechner genug Leistung hat. Moderne Laptops schaffen das meist problemlos, aber bei älteren Geräten kann es zu Rucklern kommen.

Auch die Internetverbindung wird stärker belastet, da das verarbeitete Video übertragen werden muss. Bei schwacher Verbindung lieber auf einfachere Effekte setzen.

Der Spaßfaktor im Professional Setting

Seien wir ehrlich: Erst lachen die Kollegen sich weg, dann müssen sie wissen, wie das funktioniert. Und dann wird jedes Meeting zur kreativen Spielwiese. Gerade in lockeren Team-Meetings oder virtuellen Kaffeepausen lockern solche Effekte die Stimmung enorm auf.

Bei wichtigen Kundenterminen solltet ihr aber vorher überlegen, ob und welche Effekte angemessen sind. Ein subtiler Weichzeichner kann professionell wirken, ein Regenbogen-Einhorn eher nicht.

Die Technik-Evolution geht weiter: KI-basierte Avatare und Real-time Face-Swapping werden immer ausgereifter. Was heute noch Spielerei ist, könnte morgen Standard werden. Bleibt experimentierfreudig – das Home Office muss nicht langweilig sein!

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2026