Homeoffice ist (auch) Vertrauenssache. Der Arbeitgeber muss seinen Arbeitnehmern vertrauen, dass die ihre Arbeitszeiten einhalten. Natürlich lässt sich anhand der Ergebnisse einiges ablesen. Aber nicht alles. Deshalb setzen nicht wenige Arbeitgeber Technologien ein, um ihre Mitarbeiter zu kontrollieren – oder sogar zu überwachen. Selbst wenn die sich im Homeoffice befinden.

Am einfachsten ist das für Arbeitgeber, wenn die Mitarbeiter sich auf Servern des Arbeitgebers anmelden müssen. Etwa, um spezielle Anwendungen aus dem Firmen-Netzwerk zu nutzen. Da kann der Arbeitgeber zumindest ablesen, wann die Arbeitszeit grob beginnt – und wann sie endet.

Typische Home-Office-Situation: Am Küchentisch – mit eigenem Rechner

Software ermittelt Effizienz und Produktivität

Für viele Arbeitgeber ist aber auch interessant, wie effektiv die Arbeitnehmer im Homeoffice sind. Teilweise ist das durchaus relevant, etwa um die Arbeitszeit in Rechnung stellen zu können. Teilweise ist es aber auch eine Form von Kontrolle – oder sogar Überwachung. Rechtlich bedenklich und nur in ganz bestimmten Grenzen zulässig.

Als Microsoft in seinem Büropaket Microsoft Office einen sogenannten “Productivity Score” eingeführt hat, der reichlich Statistiken über Arbeitsverhalten und Effizienz bereitstellt – herunterzubrechen bis auf die Ebene des einzelnen Mitarbeiters -, hat es erhebliche Proteste gegeben. Microsoft hat die Funktion danach deutlich abgeschwächt.

Doch längst nicht alle Systeme erfassen lediglich die Arbeitszeiten und untersuchen, wie effektiv Angestellte arbeiten. So manche Software setzt Methoden ein, die mit gutem Recht als Spionage bezeichnet werden können. Die Programme überwachen zum Beispiel den Browser-Verlauf oder erstellen sogar Protokolle, was am Bildschirm passiert. Regelmäßig Schnappschüsse (Screen Shots) vom Bildschirminhalt inklusive. Hier gibt’s eine Liste, was solche Programme mitunter alles können.

Selbst vor dem Erfassen von Tastatureingaben schrecken manche Überwachungsprogramme nicht zurück: Sogenannte „Key Logger“ erfassen alles, was eingegeben und getippt wird. Schlimmstenfalls auch private Nachrichten oder sogar eingetippte vertrauliche Passwörter.

Micosoft Teams

Ist eine Überwachungs-Software installiert?

Nicht jede Überwachungs-Software wird mit dem Wissen der Arbeitnehmer installiert und eingesetzt. Doch können Arbeitnehmer erkennen, ob eine Überwachungs-Software auf dem PC installiert ist? Auf PCs und Notebooks, die von der Firma gestellt werden, ist das oft schwierig. Denn hier haben die Arbeitnehmer oft nur eingeschränkte Rechte – und können daher auch keine eigenen Programme installieren, etwa um Spyware zu entdecken und zu enttarnen.

Auf dem eigenen Rechner ist es einfacher. Hier hilft oft schon – auch kostenlos erhältliche – Antiviren-Software, um Spionageversuche zu erkennen. Am eigenen Rechner ist es in der Regel kein Problem, selbst Software zu installieren oder die Einstellungen zu überprüfen und bestimmte Dinge einzuschränken.

Erfahrenere Benutzer könnten auch in den Router schauen – und untersuchen, ob es verdächtige Hinweise auf Datenübertragung gibt, die sich durch die eigenen Aktivitäten nicht erklären lässt. Das setzt allerdings schon etwas detaillierte Kenntnisse voraus.

Wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter überwachen können – und wie es sich erkennen lässt