Mobile Payment

“Bitte bargeldlos zahlen!” Kann man heute fast überall lesen oder hören. Selbst Cent Beträge können wir heute oft mit Karte, Smartwatch oder Smartphone zahlen. Und viele Verkäufer und Kunden wünschen sich das auch. Aus hygienischen Gründen. Corona treibt die Entwicklung rasant voran: Plötzlich sind auch in Deutschland bargeldlose, digitale Zahlmethoden populär und ersetzen Scheine und Münze. Aber was bringt das wirklich – und welche Risiken sind damit womöglich verbunden?

So schnell ändern sich Gewohnheiten: Vor Corona  wurde häufig noch Augenbrauen hochgezogen oder eher unwillig ein Lesegerät hervorgeholt, wenn man kein Bargeld hatte.

Bezahlen mit dem Handy

Corona hat Zahlungsgewohnheiten verändert

Heute wird man mit Lächeln hinterm Mundschutz gebeten, doch bitte bargeldlos zu zahlen. Selbst kleinste Beträge, und sogar beim Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt – egal ob mit Karte, GooglePay, ApplePay oder Paypal.  Beim Zahlen in Deutschland bewegt sich was, verabschieden wir uns schon bald von Münze und Schein?

Laut einer GfK-Studie bevorzugen inzwischen 59 Prozent der Deutschen die Zahlung mit Karte oder Smartphone. 59%. Ein Wert der vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Die Mehrheit kann offenbar auf das Geklimper der Münzen und das Rascheln der Moneten gut verzichten.

59% der Deutschen bevorzugen Zahlen mit Karte

Bargeldlos: Schneller und bequemer

Kein Wunder,  bargeldlos zahlen geht schneller und ist hygienischer. Wer mit Smartphone oder Smartwatch bezahlt, muss nicht mal einen PIN eingeben. Bei kleinen Beträgen unter 25 EUR ist nicht mal eine Bestätigung nötig. Alles geht blitzschnell, scheinbar diskret – und sauber.  Das gibt vielen Menschen in Corona-Zeiten ein Gefühl von Sicherheit.

Man muss eben nicht mehr in den Tiefen der Geldbörse suchen, ob man die 3,56 EUR vielleicht auch passend hat, sondern einfach lässig das Smartphone zücken und ans Kassenterminal halten – und auf magische Weise wechselt das Geld seinen Besitzer. Was die einen total praktisch und bequem finden, macht aber auch viele nervös. Denn wissen unsere Smartphones nicht so wieso schon zu viel über uns. Werden wir jetzt bis zum letzten Cent-Betrag gläsern?

Cash

Zahlen mit Smartwatch oder Smartphone

Werden Smartphone oder Smartwatch nur nah genug ans Zahlterminal gehalten, können sie Daten austauschen. Per Funk, genauer gesagt per NEar Field Communication, NFC. Tolle Technik. Und durchaus sicher, weil keine Kartendaten übertragen werden ––, sondern die Zahlung lediglich bestätigt wird. Der Supermarktbesitzer, Bäcker oder die Boutique bekommt so weniger Daten – gut so!

Wer aber mehr Daten bekommt, ist klar: Die Betreiber der Zahldienste. Wer also Google Pay benutzt – oder Apple Pay, –, der versorgt die US-Konzerne mit noch mehr Daten, als sie ohnehin schon haben. Das ist ein echter Nachteil.  Denn sie wissen dann noch genauer, was wir kaufen, auch wann und wo – und wie viel wir dafür ausgeben. Nicht nur in der Onlinewelt, wie bisher, sondern dann auch in der “echten”.

Bargeld hat auch viele Vorteile

Aber ein Interesse, dass mehr digitales und weniger bares Geld im Umlauf ist, haben nicht nur die Konzerne, sondern auch die Staaten. Digitales Zahlen ist ein mächtiges Werkzeug gegen die Kriminalität, aber auch bei der Steuer und vielem anderen. Weniger Aufwand. Mehr Kontrolle.

Und egal, wie groß die Bedenken auch sein mögen: Im Moment gewinnt die Sorge vor Corona und danach –wahrscheinlich die Bequemlichkeit. . Denn Bargeldlos zahlen mit dem Smartphone ist auf jeden Fall bequem.. Die neuen Mobile-Payment-Systeme haben deshalb das Zeug, sich.  durchzusetzen.

Wichtig ist, dass wir verstehen, digitales zahlen hinterlässt datenspuren. Wofür wir unser Geld ausgeben verrät viel über uns. Wir sollten also wissen, worauf wir uns einlassen und die Chancen und Risiken kennen..