Deutscher Computerspielpreis 2022

Deutscher Computerspielpreis

In München wurde auf einer feierlichen Gala der „Deutsche Computerspielpreis“ verliehen. Zahlreiche Preisträger dürfen sich über Auszeichnung und Preisgelder freuen. Einige dieser nun wörtlich „ausgezeichneten“ Talente möchte ich Euch vorstellen.

Leicht war es zweifellos nicht, eine der begehrten Trophäen zu ergattern: Bei 456 Einreichungen hatte die Jury die Qual der Wahl. Viele gute Spiele aus unterschiedlichsten Städten und Studios, die in unterschiedlichsten Genres punkten sollten und konnten. Insgesamt 16 dotierte Preise hat die Jury vergeben. Auf einer mehrstündigen Gala in München wurden die Preise überreicht. Eine hybride Veranstaltung: Nicht alle Preisträger konnten coronabedingt vor Ort sein. 

„Bestes Familienspiel“ geht an Solo-Entwickler

 Der Preis „Bestes Familienspiel“ zum Beispiel geht an das Spiel „Omno“ vom Studio Inkyfox.

Ein sympathisches Third-Person-Game, grafisch ansprechend und auf den ersten Blick sympathisch: Das Adventure-Game entführt den Spieler in eine mystische Welt. Ausgestattet mit einem magischen Stab begibt sich der Spieler auf die Suche nach Licht und ergründet Schritt für Schritt die Handlung.

Das Besondere an diesem nun wörtlich ausgezeichneten Spiel: Der aus Werther bei Bielefeld stammende Game-Entwickler Jonas Manke hat das populäre und erfolgreiche Adventure in Eigenregie völlig alleine entwickelt. Fünf Jahre hat die Entwicklung gedauert: Manke hat die Figuren gestaltet, die Umgebung designt, die Spielzüge programmiert und sich auch die mystische Geschichte einfallen lassen.

 „Das Schwierigste war eigentlich, alle Entscheidungen ganz alleine zu fällen – und nicht zu wissen, ob es die richtige Entscheidung war“, erklärt sympathische Entwickler. Sich ganz allein zu behaupten, in einer Branche, in der einzelne Studios etliche Millionen Euro in Blockbuster-Titel stecken, ist zweifellos bemerkenswert. Ein David unter Goliaths.

Der Computerspielpreis für das beste Familienspiel ist mit 40.000 Euro dotiert. Manke will das Geld „in neue Produktionen“ stecken. Der erste Erfolg soll also kein One-Hit-Wonder bleiben.

Innovativ: „Warpdrive“ für VR-Games

 Auch in der Kategorie „Beste Innovation und Technologie“ kommen die Preisträger aus NRW: Das Team des „Holocafé“ in Düsseldorf bietet in seinen Geschäftsräumen die Möglichkeit, selbst entwickelte Virtual-Reality-Games zu spielen. Das können Kunden allein machen, in Gruppen oder als Familie. Je nach Alter und Gruppengröße stehen jeweils andere Spiele zur Auswahl.

Prämiert mit dem Deutschen Computerspielpreis wurden aber nicht etwa die Games, sondern quasi die Software, mit der die Räume mit den VR-Games, die VR-Games selbst, die Abrechnung, die Reinigungszyklen und vieles andere mehr verwaltet wird. Diese Software nennt sich „Warpdrive“ – ein Name, der bewusst an „Raumschiff Enterprise“ erinnern soll, so wie auch die Kulisse des stylischen Cafés in Düsseldorf.

Weil mittlerweile aber auch Niederlassungen in anderen Städten (etwa: Aachen, Köln, Troisdorf, Mönchengladbach) eröffnet haben und Franchise-Partner dazu gekommen sind, sollte es einfach und bequem sein, VR-Games-Erlebnisse auch dort anzubieten. Genau das erlaubt „Warpdrive“. Das Konzept hat die Jury überzeugt – und deshalb geht der Preis an das Team aus Düsseldorf.

VR-Spiele stellen eine besondere Herausforderung dar

VR-Spiele stellen eine besondere Herausforderung dar

Wachstumsbranche soll gefördert werden

 Der Deutsche Computerspielpreis soll vor allem die Wachstumsbranche „Games“ in Deutschland fördern: Rund 8,5 Milliarden Euro Umsatz hat die Branche allein in Deutschland 2020 gemacht. Mit erstaunlichen Wachstumsraten von jährlich 30 Prozent. Mit dem von Branchenverband und die Bundesregierung gestifteten Preis sollen Unternehmer unterstützt und gut gemachte Spiele gefördert werden.

Weitere Preisträger aus NRW sind „White Shadows“ von Monokel aus Köln („Nachwuchspreis“), „Cleo – a pirates tale“ von Christoph Schulz aus Erkelenz („Bestes Debüt“), „Makis Adventur“ von Mateo Covic und Eric Hartmann aus Kleve („Nachwuchspreis“), „Words“ vom Gamelab der TH-Köln („Bester Prototyp“), sowie „Games Jobs Germany“ aus Wuppertal als Sonderpreis der Jury.

Die gesamte Liste der Preisträger findet sich auf der Homepage des Preises.