Lesbarkeitsstatistik in Word anzeigen und richtig nutzen

von | 06.07.2022 | Office

Je länger ein Text, desto schwerer wird er zu verstehen. Vor allem dann, wenn Ihr Schachtelsätze oder lange Wörter benutzt. Das fällt aber nicht unbedingt auf. Es sei denn, Ihr aktiviert die Lesbarkeitsstatistik in Word!

Wenn Ihr einen Text schreibt, dann macht Ihr das meist in Eurer normalen Ausdrucksweise. Was Euch verständlich und einfach erscheint, kann den Leser überfordern. Kurze Sätze und nicht allzu komplizierte Formulierungen und lange Wörter helfen da. Word bietet Euch mit der Lesbarkeitsstatistik eine optionale Möglichkeit, Euch darüber einen Überblick zu verschaffen.

Lesbarkeitsstatistik in Word aktivieren

Um die zu aktivieren, klickt in Word auf Datei > Optionen, dann rechts auf Dokumentprüfung. Relativ weit unten unter Bei der Rechtschreib- und Grammatikkorrektur in Word setzt dann einen Haken bei der letzten Option Lesbarkeitsstatistik anzeigen. Diese ist im Standard deaktiviert.

Die Lesbarkeitsstatistik ist Teil der Dokumentenprüfung, die auch die Rechtschreib- und Grammatikprüfung umfasst. Die aktiviert Ihr, indem Ihr in der Registerkarte Überprüfen von Word auf Rechtschreibung und Grammatik klickt. Word zeigt Euch erst alle Rechtschreib- und Grammatik-Vorschläge an. Wenn Ihr diese abgearbeitet habt, dann zeigt Word Euch ein zusätzliches Fenster an.

Diese Werte zeigt die Lesbarkeitsstatistik

Das Statistikfenster enthält wichtige Kennzahlen für die Textqualität:

  • Durchschnittswerte für Sätze pro Absatz: Optimal sind 3-5 Sätze pro Absatz
  • Wörter pro Satz: Sollten idealerweise unter 20 liegen für gute Lesbarkeit
  • Zeichen pro Wort: Je kürzer, desto verständlicher
  • Flesch-Reading-Ease-Index: Werte zwischen 60-70 gelten als gut verständlich
  • Flesch-Kincaid-Grade-Level: Entspricht der Klassenstufe, die für das Verständnis nötig ist

So interpretiert Ihr die Flesch-Werte richtig

Der Flesch-Reading-Ease-Index ist besonders aussagekräftig. Er bewertet Texte auf einer Skala von 0-100:

  • 90-100: Sehr leicht verständlich (5. Klasse)
  • 80-89: Leicht verständlich (6. Klasse)
  • 70-79: Ziemlich leicht (7. Klasse)
  • 60-69: Standard (8.-9. Klasse)
  • 50-59: Ziemlich schwer (10.-12. Klasse)
  • 30-49: Schwer (Hochschulniveau)
  • 0-29: Sehr schwer (Hochschulabsolvent)

Für Blogbeiträge und Webinhalte solltet Ihr einen Wert zwischen 60-80 anstreben. Das entspricht dem Verständnisniveau der meisten Leser.

KI-Tools als Alternative zur Word-Funktion

Seit 2024 gibt es auch KI-basierte Alternativen zur Lesbarkeitsanalyse. Tools wie Grammarly, DeepL Write oder die integrierten KI-Features in Microsoft 365 Copilot bieten erweiterte Textanalysen. Diese erkennen nicht nur komplizierte Formulierungen, sondern schlagen auch konkrete Verbesserungen vor.

Besonders praktisch: Die KI-Tools analysieren auch den Schreibstil und geben Hinweise zur Zielgruppenansprache. Word selbst hat mit Microsoft 365 Copilot ebenfalls KI-Features erhalten, die beim Schreiben helfen und Texte automatisch optimieren.

Tipps für bessere Lesbarkeit

Neben den statistischen Werten solltet Ihr diese Grundregeln beachten:

Satzlänge begrenzen: Mehr als 20 Wörter pro Satz überfordern viele Leser. Teilt lange Sätze auf.

Aktiv statt Passiv: „Wir lösen das Problem“ ist besser als „Das Problem wird von uns gelöst“.

Konkret werden: Vermeidet Nominalstil und abstrakte Begriffe. Schreibt „verbessern“ statt „eine Verbesserung herbeiführen“.

Zwischenüberschriften nutzen: Strukturiert längere Texte mit Überschriften und Absätzen.

Fachbegriffe erklären: Was für Euch selbstverständlich ist, kennt Euer Publikum möglicherweise nicht.

Moderne Alternativen und Browser-Extensions

Neben Word gibt es 2026 auch Browser-Extensions wie „Hemingway Editor“ oder „Readable“ für Chrome und Firefox. Diese analysieren Texte direkt beim Schreiben in Content-Management-Systemen oder Online-Editoren.

Auch Google Docs hat mittlerweile ähnliche Features integriert, die über die „Tools“-Funktion zugänglich sind. Diese arbeiten cloudbasiert und sind oft aktueller als die lokalen Word-Funktionen.

Fazit: Lesbarkeit ist messbar

Die Lesbarkeitsstatistik in Word ist ein nützliches Werkzeug, um die Verständlichkeit Eurer Texte zu verbessern. Nutzt sie regelmäßig, besonders bei wichtigen Dokumenten oder Texten für ein breites Publikum. Die Zahlen sind aber nur Richtwerte – am Ende entscheidet immer noch Euer Gespür für die Zielgruppe.

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026