Warum Windows keine DVDs mehr abspielt – und was ihr tun könnt

von | 10.05.2012 | Tipps

Windows hat sich seit den Tagen von Windows 8 grundlegend verändert – und die DVD-Unterstützung ist längst Geschichte. Was 2012 noch kontrovers diskutiert wurde, ist heute Realität: Physische Medien spielen kaum noch eine Rolle im digitalen Alltag.

Schon bei Windows 8 hatte Microsoft den radikalen Schnitt gewagt und die native DVD-Wiedergabe gestrichen. Wer damals noch DVDs schauen wollte, musste das kostenpflichtige „Media Center Pack“ nachinstallieren. Windows 10 und 11 haben diesen Weg konsequent fortgesetzt – das Media Center wurde komplett abgeschafft.

Heute, im Jahr 2026, wirkt diese Entscheidung wie ein Blick in die Glaskugel. Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime, Disney+ und Co. dominieren den Markt vollständig. Selbst in Deutschland schauen über 80% der Menschen ihre Filme und Serien online. Die Prognose von Microsoft aus dem Jahr 2012 hat sich mehr als bestätigt.

Trotzdem gibt es noch immer Nutzer, die gelegentlich DVDs oder Blu-rays abspielen möchten. Windows bietet dafür keine Bordmittel mehr, aber Alternativen gibt es genug. Der VLC Media Player bleibt der Klassiker schlechthin – kostenlos, zuverlässig und spielt praktisch jedes Format ab. Auch MPC-HC (Media Player Classic Home Cinema) oder der neue MPV Player sind beliebte Optionen.

Für Blu-ray-Fans wird es schon schwieriger. Hier braucht ihr spezialisierte Software wie PowerDVD von CyberLink oder WinDVD. Diese Programme kosten zwar Geld, beherrschen dafür aber auch die neuesten Blu-ray-Standards inklusive 4K und HDR.

Interessant ist auch die Hardware-Entwicklung: Neue Laptops und Desktop-PCs werden kaum noch mit DVD-Laufwerken ausgeliefert. Apple hat diesen Trend schon 2012 mit den ersten MacBooks ohne optisches Laufwerk eingeleitet. Heute sind externe USB-Laufwerke die Ausnahme geworden.

Microsoft hatte damals nicht nur die Lizenzkosten im Blick, sondern auch strategische Überlegungen. Die Xbox-Sparte mit ihren digitalen Services sollte gestärkt werden. Heute zeigt sich: Die Rechnung ist aufgegangen. Xbox Game Pass, Microsoft Store und Cloud-Gaming über Xbox Cloud Gaming sind wichtige Geschäftsfelder geworden.

Die Corona-Pandemie hat den Streaming-Boom nochmals beschleunigt. Selbst traditionelle Kinoketten setzen inzwischen auf eigene Streaming-Plattformen. Blockbuster-Filme kommen oft zeitgleich oder kurz nach dem Kinostart in die Online-Videotheken.

Was bedeutet das für euch als Nutzer? Wenn ihr noch eine DVD-Sammlung habt, könnt ihr diese digitalisieren. Programme wie HandBrake oder MakeMKV helfen dabei – achtet aber auf das Urheberrecht. Für den privaten Gebrauch ist eine Sicherheitskopie meist erlaubt, die Weitergabe aber nicht.

Für Retro-Gaming-Fans gibt es übrigens eine Renaissance: Viele alte PC-Spiele, die nur auf CD oder DVD verfügbar waren, werden heute über Plattformen wie GOG.com oder Steam neu aufgelegt – natürlich rein digital.

Die fehlende DVD-Unterstützung in Windows ist heute kein Problem mehr, sondern spiegelt die Realität wider. Microsoft war seiner Zeit einfach voraus – auch wenn die Entscheidung damals harsch kritisiert wurde. Streaming ist nicht nur bequemer, sondern oft auch günstiger als physische Medien. Die Zukunft gehört eindeutig den Cloud-basierten Services.

Zuletzt aktualisiert am 25.04.2026