Um Dateien und Ordner in der Cloud sicher zu verschlüsseln, standen bis vor kurzem Programme wie Boxcryptor zur Verfügung. Allerdings wurde Boxcryptor zum September 2023 eingestellt, was Millionen von Nutzern vor die Frage stellte: Welche Alternativen gibt es und wie migriert man bestehende Daten sicher?
Für alle, die noch Boxcryptor-Tresore haben und diese zu modernen Alternativen migrieren möchten, zeigen wir euch die wichtigsten Schritte und empfehlenswerten Nachfolger.
Warum Boxcryptor eingestellt wurde
Boxcryptor war lange Zeit eine beliebte Lösung für clientseitige Verschlüsselung von Cloud-Daten. Die Entwickler von Secomba entschieden sich jedoch, den Service zu beenden und sich auf Enterprise-Lösungen zu konzentrieren. Bestehende Nutzer erhielten eine Übergangsfrist bis September 2023.
Die besten Boxcryptor-Alternativen 2026
Cryptomator: Der Open-Source-Favorit funktioniert plattformübergreifend und bietet ähnliche Features wie Boxcryptor. Die Software erstellt verschlüsselte Tresore, die sich nahtlos in eure Cloud-Dienste integrieren lassen.
AxCrypt: Besonders benutzerfreundlich für Windows-Nutzer, mit starker AES-256-Verschlüsselung. Die Premium-Version bietet erweiterte Features für Teams.
7-Zip: Kostenlos und bewährt für die Archiv-basierte Verschlüsselung einzelner Dateien oder Ordner.
Veracrypt: Ideal für die Vollverschlüsselung ganzer Laufwerke oder Container, allerdings etwas komplexer in der Handhabung.
Migration von Boxcryptor-Daten
Falls ihr noch alte Boxcryptor-Tresore habt, solltet ihr diese zeitnah entschlüsseln und zu einer aktuellen Lösung migrieren:
- Installiert die letzte verfügbare Boxcryptor-Version (falls noch vorhanden)
- Mountet euren Tresor über das Boxcryptor-Symbol im Systemtray
- Kopiert alle entschlüsselten Dateien an einen sicheren Ort
- Richtet eure neue Verschlüsselungslösung ein
- Verschlüsselt die Daten mit dem neuen Tool
Cryptomator als Top-Alternative einrichten
Cryptomator hat sich als populärste Boxcryptor-Alternative etabliert. Die Einrichtung ist straightforward:
Ladet Cryptomator von der offiziellen Website herunter und installiert die Software. Nach dem Start erstellt ihr einen neuen Tresor über „Tresor hinzufügen“ und wählt den gewünschten Speicherort in eurer Cloud.
Wählt ein starkes Passwort – Cryptomator nutzt AES-256-Verschlüsselung mit zusätzlicher Dateinamen-Verschleierung. Anders als bei Boxcryptor werden auch die Ordnerstrukturen verschleiert, was zusätzliche Sicherheit bietet.
Nach der Erstellung erscheint der Tresor als virtuelles Laufwerk im Explorer. Alle Dateien, die ihr dort hineinzieht, werden automatisch verschlüsselt und in eurer Cloud synchronisiert.
Moderne Sicherheitsfeatures
Aktuelle Verschlüsselungstools bieten 2026 deutlich mehr Sicherheit als frühere Lösungen:
Zero-Knowledge-Architektur: Eure Passwörter verlassen niemals das eigene System. Selbst die Anbieter können eure Daten nicht entschlüsseln.
Verbesserte Algorithmen: Moderne Tools nutzen AES-256 mit zusätzlichen Sicherheitsschichten wie Scrypt für die Schlüssel-Ableitung.
Cross-Platform-Unterstützung: Die meisten Alternativen funktionieren problemlos auf Windows, macOS, Linux, iOS und Android.
Cloud-Integration 2026
Die Integration in Cloud-Dienste hat sich erheblich verbessert. Cryptomator arbeitet nahtlos mit allen gängigen Anbietern zusammen:
- Dropbox, Google Drive, OneDrive für private Nutzer
- Nextcloud, ownCloud für Self-Hosting
- Amazon S3, Azure für professionelle Anwendungen
Viele Cloud-Anbieter haben zudem ihre eigenen Verschlüsselungsoptionen erweitert. Microsoft 365 bietet beispielsweise Customer Lockbox, Google Workspace hat Advanced Protection ausgebaut.
Tipps für maximale Sicherheit
Nutzt 2FA wo immer möglich. Die meisten modernen Verschlüsselungstools unterstützen Zwei-Faktor-Authentifizierung über Authenticator-Apps.
Erstellt regelmäßige Backups eurer verschlüsselten Daten an verschiedenen Orten. Ein Tresor nützt nichts, wenn die Cloud-Daten verloren gehen.
Haltet eure Verschlüsselungssoftware immer aktuell. Sicherheitsupdates sind bei Crypto-Software besonders kritisch.
Fazit
Obwohl das Ende von Boxcryptor bedauerlich war, haben sich mit Cryptomator und anderen Alternativen sogar bessere Lösungen etabliert. Die Migration mag zunächst aufwendig erscheinen, bietet aber die Chance auf modernere Sicherheitsstandards und oft bessere Usability. Wer seine Cloud-Daten ernst nimmt, sollte 2026 definitiv auf clientseitige Verschlüsselung setzen.
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026