Linux: Internet-Geschwindigkeit per Terminal messen – Alle Methoden 2026

von | 27.08.2013 | Linux

Meist beinhaltet euer Internet-Tarif auch eine Zusage über eine bestimmte Geschwindigkeit. Um festzustellen, ob euer Anschluss tatsächlich so schnell Daten überträgt wie versprochen, messt ihr den Datendurchsatz selbst. Linux-Nutzer können mit verschiedenen Terminal-Tools einen präzisen Speedtest durchführen. Hier zeige ich euch die effektivsten Methoden:

Klassischer wget-Speedtest

Die bewährte wget-Methode funktioniert auch 2026 noch zuverlässig:

  1. Öffnet ein Terminal-Fenster beziehungsweise eine Shell.
  2. Gebt folgendes Kommando ein, in einer einzigen Zeile:
    wget -O /dev/null https://speedtest.wdc01.softlayer.com/downloads/test10.zip
  3. Während des Downloads seht ihr auf der rechten Seite eine Angabe über die aktuelle Geschwindigkeit – etwa „818 KB/s“.

wget-speedtest-linux

Speedtest-CLI: Der moderne Standard

Die offizielle Speedtest-CLI von Ookla ist heute der Goldstandard für Geschwindigkeitsmessungen:

Installation:
sudo apt install speedtest-cli (Ubuntu/Debian)
sudo dnf install speedtest-cli (Fedora)
sudo pacman -S speedtest-cli (Arch Linux)

Anwendung:
speedtest-cli

Das Tool misst automatisch Download, Upload und Ping zu optimalen Servern. Mit speedtest-cli --simple erhaltet ihr eine kompakte Ausgabe.

Fast.com per Terminal

Netflix‘ Fast.com lässt sich auch im Terminal nutzen:

curl -s https://fast.com/ | grep -o '[0-9.]* Mbps'

Oder installiert das fast-cli Tool:
npm install --global fast-cli
fast

Moderne Alternativen mit mehr Features

iPerf3 für lokale Netzwerktests:
iperf3 -c speedtest.your-provider.com

Viele Provider bieten eigene iPerf3-Server an, die präzisere Messungen ermöglichen als HTTP-Downloads.

Bandwhich für Live-Monitoring:
Installiert bandwhich für Echtzeit-Überwachung eures Netzwerkverkehrs:
sudo apt install bandwhich
sudo bandwhich

Curl mit Progress-Anzeige

Für detaillierte Statistiken nutzt curl:
curl -o /dev/null -w "Download: %{speed_download} bytes/secnTime: %{time_total}sn" https://speedtest.wdc01.softlayer.com/downloads/test100.zip

Tipps für akkurate Messungen

  • Mehrfach messen: Führt Tests zu verschiedenen Tageszeiten durch
  • Andere Geräte pausieren: Stoppt Downloads, Streams und Updates
  • Ethernet bevorzugen: Kabelverbindung ist stabiler als WLAN
  • Server-Standort beachten: Testet gegen nahe gelegene Server
  • Provider-eigene Tests: Viele Anbieter haben eigene Speedtest-Server

Kontinuierliches Monitoring mit Scripts

Für regelmäßige Überwachung erstellt ein einfaches Script:

#!/bin/bash
echo "$(date): $(speedtest-cli --simple | grep Download)" >> ~/speedtest.log

Als Cronjob ausgeführt dokumentiert es eure Verbindungsqualität über Zeit.

Was die Werte bedeuten

Beachtet den Unterschied zwischen Megabit (Mbit/s) in Tarifen und Megabyte (MB/s) bei Downloads. 100 Mbit/s entsprechen etwa 12,5 MB/s realer Download-Geschwindigkeit.

Provider garantieren meist nur „bis zu“-Geschwindigkeiten. 80-90% der beworbenen Rate gelten als normal. Bei dauerhaft schlechteren Werten reklamiert beim Anbieter.

Troubleshooting bei schlechten Werten

Falls die Messungen enttäuschen:

  • Router-Neustart versuchen
  • DNS-Server wechseln (8.8.8.8, 1.1.1.1)
  • Netzwerktreiber aktualisieren
  • MTU-Größe optimieren
  • QoS-Einstellungen prüfen

Mit diesen Tools habt ihr alle Möglichkeiten, eure Internet-Geschwindigkeit professionell zu überwachen und Probleme zu identifizieren.

Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026