Microsoft hat ein kritisches Sicherheitsupdate zurückgezogen, das Teil des Februar 2026 Patch-Dienstags war. Das Update führte bei zahlreichen Nutzern zu schwerwiegenden Systemproblemen, einschließlich kompletter Systemabstürze und Boot-Problemen.
Nach massiven Beschwerden aus der Community und Berichten über Blue Screen of Death (BSoD) Abstürze hat Microsoft das Kernel-Sicherheitsupdate mit der Kennung KB5037892 sowohl aus Windows Update als auch von den Download-Servern entfernt. Das Update war ursprünglich dazu gedacht, kritische Sicherheitslücken im Windows-Kernel zu schließen.
Die Hauptprobleme im Überblick
Das fehlerhafte Update verursacht mehrere schwerwiegende Probleme:
- Boot-Schleifen: Viele Systeme starten nach der Installation nicht mehr ordnungsgemäß und bleiben in einer endlosen Neustartschleife hängen
- Speicher-Zugriffsfehler: Das Update kann zu Memory-Access-Violations führen, die sofortige Systemabstürze zur Folge haben
- Treiber-Inkompatibilitäten: Besonders ältere Hardware-Treiber vertragen sich nicht mit den Kernel-Änderungen
- Performance-Probleme: Selbst wenn das System startet, berichten Nutzer von deutlich verlangsamten Systemleistungen
Betroffen sind primär Windows 11 Systeme ab Version 22H2, aber auch einige Windows 10 Installationen mit dem neuesten Feature-Update zeigen Probleme. Microsoft arbeitet bereits an einem Fix, warnt aber eindringlich davor, das Update manuell von anderen Quellen zu installieren.
So entfernt ihr das problematische Update
Falls euer System bereits das fehlerhafte Update installiert hat und Probleme auftreten, gibt es mehrere Lösungsansätze:
Methode 1: Über die Systemsteuerung
Geht in die Einstellungen > Windows Update > Updateverlauf > Updates deinstallieren und sucht nach KB5037892. Markiert das Update und klickt auf „Deinstallieren“.
Methode 2: Über die Eingabeaufforderung
Öffnet eine Eingabeaufforderung als Administrator und gebt folgenden Befehl ein:
wusa /uninstall /kb:5037892 /quiet /norestart
Methode 3: System-Wiederherstellung
Wenn das System nicht mehr startet, könnt ihr über die Windows-Wiederherstellungsumgebung auf einen Wiederherstellungspunkt vor der Update-Installation zurückgreifen.
Präventive Maßnahmen für die Zukunft
Um solche Probleme künftig zu vermeiden, solltet ihr folgende Strategien beachten:
Pause-Funktion nutzen: Windows 11 bietet die Möglichkeit, Updates bis zu 5 Wochen zu pausieren. Nutzt diese Zeit, um abzuwarten, ob andere Nutzer Probleme melden.
Backup vor Updates: Erstellt regelmäßig Systemabbilder oder nutzt Tools wie die integrierte Dateiversionsverlauf-Funktion.
Update-Kanäle verstehen: Microsoft bietet verschiedene Update-Kanäle. Der „Release Preview“-Kanal erhält Updates etwas später, dafür aber meist stabiler.
Community-Feedback verfolgen: Schaut vor der Installation größerer Updates in Foren wie Reddit r/Windows11 oder den Microsoft Community-Foren, ob andere Nutzer bereits Probleme berichten.
Was Microsoft daraus lernt
Dieser Vorfall unterstreicht erneut die Herausforderungen beim Rolling-out von Sicherheitsupdates. Microsoft hat in den letzten Jahren bereits mehrfach Updates zurückziehen müssen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die internen Testprozesse noch nicht ausreichen.
Das Unternehmen arbeitet seit 2024 verstärkt mit KI-gestützten Testsystemen, die potenzielle Kompatibilitätsprobleme vorhersagen sollen. Offensichtlich reicht auch das noch nicht aus, um alle Hardware- und Software-Konfigurationen abzudecken, die in der realen Welt existieren.
Der neue Patch kommt
Microsoft hat bereits angekündigt, dass eine korrigierte Version des Sicherheitsupdates in der kommenden Woche verfügbar sein wird. Diese durchläuft derzeit erweiterte Tests mit einer größeren Gruppe von Beta-Testern.
Bis dahin solltet ihr euer System besonders im Blick behalten und bei verdächtigen Aktivitäten vorsichtig sein, da die ursprünglich geschlossenen Sicherheitslücken weiterhin bestehen. Nutzt zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie einen aktuellen Virenschutz und vermeidet verdächtige Downloads.
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr: Auch bei kritischen Sicherheitsupdates lohnt es sich manchmal, nicht der Erste zu sein, der sie installiert.
Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026

