Eigene Ordner in alte Windows-Dateidialoge einbauen

von | 23.02.2015 | Windows

Windows bietet verschiedene Arten von Öffnen- und Speichern-Dialogen – und das sorgt immer wieder für Verwirrung. Während moderne Anwendungen meist den aktuellen Dialog mit Schnellzugriff, OneDrive und allen modernen Features verwenden, setzen ältere Programme oder bestimmte Systemfunktionen noch auf den klassischen Dialog. Dieser zeigt standardmäßig nur wenige Orte: Desktop, Zuletzt verwendet, Dieser PC und Bibliotheken.

Doch keine Sorge: Mit einem Registry-Hack könnt ihr auch in diesen älteren Dialogen eure wichtigsten Ordner direkt verfügbar machen. Das spart Zeit und Klicks, besonders wenn ihr häufig mit Legacy-Software arbeitet oder bestimmte Systemtools nutzt.

So funktioniert die Anpassung

Zuerst öffnet ihr den Registrierungs-Editor. Drückt dazu [Windows] + [R], tippt regedit ein und bestätigt mit Enter. Falls die Benutzerkontensteuerung nachfragt, klickt auf „Ja“.

Navigiert nun zu diesem Pfad: HKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionPolicies. Falls ihr den Pfad nicht manuell durchklicken wollt, könnt ihr ihn auch direkt in die Adresszeile des Registry-Editors kopieren.

Jetzt wird’s interessant: Ihr müsst zwei neue Schlüssel anlegen. Klickt mit der rechten Maustaste auf „Policies“, wählt „Neu“ → „Schlüssel“ und nennt ihn comdlg32. Anschließend klickt ihr mit rechts auf den gerade erstellten „comdlg32“-Schlüssel, erstellt wieder einen neuen Schlüssel und nennt ihn Placesbar.

Eigene Ordner hinzufügen

Markiert den „Placesbar“-Schlüssel und erstellt darin neue Zeichenfolgen-Werte. Der erste heißt Place0, der zweite Place1 und so weiter. Windows unterstützt bis zu fünf benutzerdefinierte Einträge (Place0 bis Place4).

Doppelklickt auf „Place0“ und tragt den gewünschten Ordnerpfad ein, beispielsweise C:Projekte oder D:DokumenteWichtig. Ihr könnt auch Umgebungsvariablen verwenden wie %USERPROFILE%DesktopArbeit – das ist besonders praktisch, wenn ihr die Einstellung auf mehreren Rechnern verwenden wollt.

regedit-oeffnen-dialoge-placesbar

Alternative Methoden und moderne Ansätze

Bevor ihr in die Registry eingreift, prüft, ob ihr wirklich den alten Dialog anpassen müsst. Viele ältere Programme lassen sich mittlerweile durch moderne Alternativen ersetzen. Tools wie PowerToys von Microsoft bieten beispielsweise einen verbesserten Datei-Explorer mit erweiterten Funktionen.

Für Profis gibt es auch Drittanbieter-Tools wie FileBox eXtender oder DirectFolders, die sich in alle Dateidialoge einklinken und erweiterte Navigationsmöglichkeiten bieten. Diese Programme funktionieren oft zuverlässiger als Registry-Modifikationen und bieten zusätzliche Features wie Verlauf oder Favoriten-Ordner.

Wichtige Hinweise zur Sicherheit

Registry-Änderungen solltet ihr nie leichtfertig vornehmen. Erstellt vorher unbedingt einen Backup-Punkt oder exportiert den „Policies“-Schlüssel, bevor ihr Änderungen vornehmt. Klickt dazu mit rechts auf „Policies“ und wählt „Exportieren“.

Falls nach der Änderung Probleme auftreten, könnt ihr die erstellten Schlüssel einfach wieder löschen. Markiert dazu den „comdlg32“-Schlüssel unter „Policies“ und drückt die Entf-Taste.

Warum existieren noch alte Dialoge?

Microsoft unterstützt aus Kompatibilitätsgründen weiterhin die alten Dateidialoge. Viele Unternehmensanwendungen, Treiber-Installationen oder Systemtools nutzen sie noch. Das ist auch gut so – stellt euch vor, eure wichtige CAD-Software oder das Backup-Tool würde plötzlich nicht mehr funktionieren, nur weil Microsoft die alten APIs entfernt hat.

Die Anpassung der Placesbar ist deshalb besonders für Power-User interessant, die regelmäßig mit verschiedensten Programmen arbeiten und dabei auf bestimmte Ordner zugreifen müssen. Nach einem Neustart der betroffenen Anwendungen sollten eure benutzerdefinierten Ordner in der linken Seitenleiste der alten Dateidialoge erscheinen.

Fazit

Mit wenigen Registry-Einträgen macht ihr auch alte Dateidialoge deutlich benutzerfreundlicher. Die Methode funktioniert zuverlässig seit Windows 7 und auch unter Windows 11. Besonders in Unternehmensumgebungen, wo oft noch ältere Software im Einsatz ist, kann diese Anpassung den Arbeitsfluss spürbar verbessern.

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026