Windows 10: Vom Microsoft-Konto zu einem lokalen Konto wechseln

von | 03.08.2015 | Windows

Microsoft drängt bei Windows 10 und Windows 11 immer stärker zur Nutzung eines Microsoft-Kontos. Viele Features wie der Microsoft Store, OneDrive-Synchronisation oder Cortana funktionieren nur mit einem verknüpften Microsoft-Account. Doch nicht jeder möchte seine Daten mit Microsoft synchronisieren oder sich permanent online authentifizieren. Die gute Nachricht: Auch 2026 könnt ihr noch zu einem lokalen Benutzerkonto wechseln – auch wenn Microsoft diese Option zunehmend versteckt.

Warum überhaupt zu einem lokalen Konto wechseln?

Ein lokales Benutzerkonto bietet mehrere Vorteile: Eure Anmeldedaten bleiben ausschließlich auf dem eigenen Rechner, es werden keine Nutzungsdaten an Microsoft übertragen, und ihr seid nicht auf eine Internetverbindung angewiesen, um euch anzumelden. Besonders für Datenschutz-bewusste Nutzer oder in Unternehmensumgebungen ist das oft die bevorzugte Lösung.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Windows Hello, die automatische Synchronisation von Einstellungen zwischen Geräten, der nahtlose Zugriff auf OneDrive und viele Microsoft Store-Apps funktionieren dann nicht mehr oder nur eingeschränkt.

So wechselt ihr zum lokalen Konto

Bevor ihr startet, schließt alle laufenden Programme und speichert eure Arbeit – ihr werdet während des Prozesses automatisch abgemeldet. Der Wechsel selbst ist in wenigen Schritten erledigt:

Öffnet die Windows-Einstellungen über das Startmenü oder die Tastenkombination Windows + I. Navigiert zum Bereich „Konten“ und wählt links „Ihre Infos“ aus. Auf der rechten Seite findet ihr den Link „Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden“ – dieser ist oft etwas versteckt und steht in kleinerer Schrift.

Windows fordert euch nun auf, euer aktuelles Microsoft-Konto-Kennwort einzugeben. Das dient der Sicherheit und verhindert, dass Unbefugte den Kontotyp ändern können. Nach der erfolgreichen Authentifizierung könnt ihr die Daten für euer neues lokales Konto eingeben.

Wählt einen aussagekräftigen Benutzernamen – dieser wird später im Anmeldebildschirm und in der Benutzerkontensteuerung angezeigt. Das Kennwort sollte sicher, aber merkbar sein, da ihr euch künftig nicht mehr über Microsofts Cloud-Dienste authentifiziert. Zusätzlich müsst ihr einen Kennworthinweis hinterlegen, der euch bei vergessenen Passwörtern helfen soll.

Abschließend klickt ihr auf „Abmelden und fertig stellen“. Windows loggt euch automatisch aus und kehrt zum Anmeldebildschirm zurück. Meldet euch mit eurem neuen lokalen Konto an – fertig!

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Was funktioniert danach nicht mehr?

Mit einem lokalen Konto verliert ihr den Zugriff auf verschiedene Microsoft-Dienste. OneDrive synchronisiert keine Dateien mehr automatisch – ihr könnt den Cloud-Speicher aber weiterhin über den Browser nutzen. Die Synchronisation von Windows-Einstellungen zwischen verschiedenen Geräten entfällt ebenfalls.

Viele Apps aus dem Microsoft Store funktionieren nicht mehr oder nur eingeschränkt. Xbox Game Pass, Microsoft 365-Abonnements und andere kostenpflichtige Dienste erfordern eine separate Anmeldung über den Browser. Windows Hello für biometrische Anmeldung ist ebenfalls nicht verfügbar.

Kompromiss: Lokales Konto mit selektiver Microsoft-Nutzung

Ihr müsst nicht komplett auf Microsoft-Dienste verzichten. Auch mit einem lokalen Windows-Konto könnt ihr euch bei Bedarf in einzelnen Anwendungen mit eurem Microsoft-Konto anmelden. So nutzt ihr etwa OneDrive oder den Microsoft Store nur dann, wenn ihr es wirklich braucht, ohne dass Windows permanent mit Microsoft kommuniziert.

Diese Hybrid-Lösung bietet mehr Kontrolle über eure Daten, während wichtige Funktionen bei Bedarf verfügbar bleiben. Besonders für Nutzer, die nur gelegentlich auf Cloud-Dienste zugreifen, ist das oft der goldene Mittelweg zwischen Datenschutz und Komfort.

Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026