Periscope war einst der Twitter-Dienst zum Übertragen und Ansehen von Livestreams per Handy – doch die Zeiten haben sich grundlegend gewandelt. Twitter (heute X) stellte Periscope bereits im März 2021 ein, nachdem Live-Video-Features direkt in die Twitter-App integriert wurden. Wer heute nach ähnlichen Funktionen sucht, findet sie in einer völlig veränderten Social-Media-Landschaft.
X (ehemals Twitter) bietet weiterhin Live-Videos über Twitter Spaces und klassische Video-Streams direkt in der App. Doch die eigentlichen Nachfolger von Periscope sind heute andere Plattformen: Instagram Live, TikTok Live, YouTube Live oder auch Twitch dominieren das Live-Streaming.
Bei diesen modernen Plattformen ist die Kontrolle über Benachrichtigungen deutlich ausgefeilter geworden. Instagram beispielsweise ermöglicht es euch, Live-Benachrichtigungen einzelner Nutzer gezielt zu deaktivieren, ohne ihnen zu entfolgen. Dazu geht ihr auf das Profil der entsprechenden Person, tippt auf „Abonniert“ und wählt dann „Benachrichtigungen“. Hier könnt ihr spezifisch Live-Videos stumm schalten, während ihr weiterhin andere Updates erhaltet.
TikTok bietet ähnliche Funktionen: In den Einstellungen unter „Benachrichtigungen und Aktivitäten“ lassen sich Live-Stream-Mitteilungen komplett ausschalten oder ihr geht auf einzelne Profile und deaktiviert dort die Push-Benachrichtigungen für Live-Videos.
YouTube hat das Notification-System ebenfalls verfeinert. Über die Glocke neben dem Abonnieren-Button könnt ihr zwischen „Alle“, „Personalisiert“ und „Keine“ wählen. Die personalisierte Option filtert automatisch weniger relevante Live-Streams heraus.
Besonders interessant ist die Entwicklung bei X selbst: Die Plattform unter Elon Musk hat das Benachrichtigungssystem mehrfach überarbeitet. In den aktuellen Einstellungen findet ihr unter „Benachrichtigungen“ > „Push-Benachrichtigungen“ sehr granulare Kontrollen. Ihr könnt dort Live-Videos, Spaces und andere Formate einzeln konfigurieren.
Die Herausforderung bei der Benachrichtigungskontrolle heute ist weniger das Stummschalten einzelner Personen, sondern die schiere Masse an verfügbaren Live-Content. Instagram allein verzeichnet täglich Millionen von Live-Streams. Algorithmen entscheiden längst mit, welche Benachrichtigungen ihr überhaupt seht.
Ein praktischer Tipp für alle Plattformen: Nutzt die „Nicht stören“-Zeiten in euren Smartphone-Einstellungen. iOS und Android bieten mittlerweile sehr differenzierte Kontrollen, um Social-Media-Benachrichtigungen zu bestimmten Zeiten komplett zu blockieren, ohne einzelne Apps oder Personen manuell stumm schalten zu müssen.
Für Content-Creator ist die Situation paradox: Während Zuschauer mehr Kontrolle über Benachrichtigungen haben, wird es für Streamer schwieriger, ihre Audience zu erreichen. Viele setzen daher auf Multi-Platform-Strategien und nutzen zusätzlich Discord oder Telegram für direkte Community-Kommunikation.
Interessant ist auch der Aufstieg von BeReal, wo Live-Momente eine andere Bedeutung bekommen haben, oder Clubhouse (das nach dem Hype wieder abgeebbt ist), sowie die Integration von Live-Features in berufliche Plattformen wie LinkedIn.
Wer heute die Kontrolle über Live-Stream-Benachrichtigungen behalten will, sollte regelmäßig die Notification-Einstellungen aller genutzten Apps durchgehen. Die Plattformen ändern diese Einstellungen gelegentlich mit Updates oder führen neue Kategorien ein.
Fazit: Das Stummschalten von Live-Stream-Benachrichtigungen ist heute komplexer aber auch mächtiger geworden. Statt einer simplen Ein/Aus-Option wie bei Periscope bieten moderne Plattformen granulare Kontrollen – ihr müsst sie nur finden und nutzen.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

