Mail und Notizen, Safari und Taschenrechner, Code-Editor und Terminal – es gibt unzählige Beispiele für sinnvolle App-Kombinationen, die den Workflow deutlich verbessern. Was früher mühsames manuelles Arrangieren von Fenstern bedeutete, erledigt macOS heute vollautomatisch. Split View macht’s möglich und hat sich seit der Einführung in El Capitan zu einem unverzichtbaren Produktivitäts-Tool entwickelt.
So funktioniert Split View heute
Split View ist mittlerweile in macOS Sequoia noch eleganter geworden, aber das Grundprinzip bleibt gleich: Zwei vollbildfähige Apps teilen sich harmonisch den Bildschirm. Der Einstieg erfolgt weiterhin über den Desktop, wo ihr zunächst zwei oder mehr Programme als normale Fenster öffnet.
Der Trick mit dem grünen Vollbild-Button funktioniert nach wie vor: Klicken und halten, dann das Fenster an eine Bildschirmseite ziehen. Auf der gegenüberliegenden Seite schlägt macOS automatisch andere geöffnete Fenster vor. Ein Klick auf eine der Miniaturansichten genügt, und schon arbeitet ihr in einem perfekt geteilten Vollbild-Modus.
Neue Steuerungsmöglichkeiten in modernen macOS-Versionen
Seit macOS Monterey gibt es zusätzliche Wege in den Split View: Über das Kontrollzentrum oder durch einen Rechtsklick auf den App-Namen im Dock. Dort findet ihr die Option „Mit [anderer App] in Split View öffnen“ – praktisch, wenn ihr bereits wisst, welche Programme ihr kombinieren wollt.
Besonders clever: Die Fensteraufteilung lässt sich jetzt auch per Tastatur steuern. Mit Cmd+Ctrl+F aktiviert ihr den Vollbildmodus, und mit gedrückter Option-Taste beim Klicken auf den grünen Button öffnet sich direkt das Split View-Menü.
Stage Manager als moderne Alternative
Seit macOS Ventura steht mit Stage Manager eine weitere Fensterverwaltung zur Verfügung. Diese organisiert eure Apps in Gruppen und blendet nicht benötigte Fenster elegant an den Bildschirmrand aus. Für manche Workflows ist das praktischer als Split View – probiert aus, was zu eurer Arbeitsweise passt.
Split View auf iPad und iPhone
iPadOS hat Split View ebenfalls übernommen und sogar erweitert: Hier könnt ihr drei Apps gleichzeitig nutzen – zwei im Split View und eine dritte als Slide Over. Auf dem iPhone gibt’s zwar keinen echten Split View, aber Picture-in-Picture erfüllt ähnliche Zwecke.
Windows und Linux ziehen nach
Die Konkurrenz schläft nicht: Windows 11 bietet mit Snap Layouts noch ausgefeiltere Fenstermanagement-Optionen als das ursprüngliche Snap aus Windows 10. Hier könnt ihr Fenster in verschiedene Bereiche einrasten lassen, die Titelleiste an Bildschirmränder ziehen oder die Windows-Taste + Pfeiltasten nutzen.
Linux-Distributionen wie Ubuntu haben ähnliche Features in ihre Desktop-Umgebungen integriert. GNOME Shell bietet beispielsweise elegante Tiling-Funktionen, die Split View in nichts nachstehen.
Praktische Anwendungsfälle
Split View entfaltet seine Stärken besonders bei:
- Content-Erstellung: Recherche in Safari links, Textverarbeitung rechts
- Datenvergleich: Zwei Tabellen oder Dokumente nebeneinander
- Kommunikation: Chat-App neben der eigentlichen Arbeit
- Coding: Editor und Terminal oder Dokumentation
- Social Media Management: Posting-Tools und Analytics parallel
Grenzen und Alternativen
Nicht alle Apps unterstützen Split View – hauptsächlich ältere Programme oder spezialisierte Tools verweigern sich. In solchen Fällen helfen Drittanbieter-Tools wie Rectangle oder Magnet, die erweiterte Fensterverwaltung nachrüsten.
Für komplexere Setups mit mehreren Monitoren bieten sich virtuelle Desktops an. Mission Control organisiert verschiedene Arbeitsbereiche, zwischen denen ihr per Wischgeste oder Tastenkombination wechselt.
Tipp: Eine ähnliche Funktion gibt’s übrigens auch in Windows 11. Hier die Titelleiste eines Fensters an den linken oder rechten Bildschirmrand ziehen, dann dockt das Fenster dort an. Noch eleganter: Windows-Taste + Z drücken und aus den Snap Layouts das gewünschte Layout auswählen.
Fazit: Split View als Produktivitäts-Boost
Was in El Capitan als nettes Feature startete, ist heute Standard geworden. Split View und seine Verwandten in anderen Betriebssystemen zeigen: Gutes Fenstermanagement kann den Arbeitsalltag erheblich verbessern. Probiert verschiedene Kombinationen aus und findet heraus, welche zu eurem Workflow passen. Moderne Hardware mit großen Displays macht Multiple-App-Setups erst richtig sinnvoll.
Zuletzt aktualisiert am 12.04.2026

