Das Ende der CeBIT: Was kam nach der legendären Tech-Messe?

von | 14.03.2016 | Mobility

Die CeBIT als größte Computer- und Technologiemesse der Welt ist Geschichte. Nach über drei Jahrzehnten als Leitveranstaltung der IT-Branche wurde die CeBIT 2018 endgültig eingestellt. Was bleibt, sind Erinnerungen an eine Messe, die Technikgeschichte geschrieben hat – und die Frage: Welche Events haben das Erbe der CeBIT übernommen?

Die CeBIT war jahrzehntelang der wichtigste Treffpunkt für IT-Entscheider, Entwickler und Technik-Enthusiasten. Auf dem Messegelände in Hannover präsentierten Unternehmen ihre neuesten Innovationen, von den ersten PCs über das Internet bis hin zu Cloud-Computing und künstlicher Intelligenz. Die Messe war Trendsetter und Innovationsmotor zugleich.

Doch die Digitalisierung, die die CeBIT selbst vorangetrieben hatte, wurde ihr zum Verhängnis. Unternehmen präsentieren ihre Produkte heute verstärkt auf eigenen Events, über Streaming-Formate oder direkt in den sozialen Medien. Die großen Tech-Konzerne setzen auf eigene Konferenzen wie die Apple WWDC, Google I/O oder Microsofts Build.

Neue Player im deutschen Messewesen

Nachdem die CeBIT ihre Türen geschlossen hat, haben sich neue Veranstaltungen etabliert. Die „Digital X“ in Köln positioniert sich als führende Digitalisierungsplattform Europas. Hier treffen sich Business-Entscheider, um über die Zukunft der Arbeit, Industrie 4.0 und digitale Transformation zu diskutieren. Die Messe setzt stark auf interaktive Formate und Live-Demos.

Die „DMEXCO“ bleibt weiterhin das wichtigste Event für Digital Marketing und die Werbebranche. Parallel haben sich spezialisierte Events entwickelt: Die „IT-Security-Messe“ it-sa in Nürnberg wächst kontinuierlich, während sich die „re:publica“ als Leitkonferenz für digitale Gesellschaftsthemen etabliert hat.

Internationale Tech-Events als Alternative

Viele deutsche Unternehmen und Besucher orientieren sich heute an internationalen Veranstaltungen. Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ist nach wie vor das wichtigste Event für Verbraucherelektronik. Das Mobile World Congress (MWC) in Barcelona dominiert bei Mobilfunk- und Telekommunikationstechnologie.

In Europa hat sich die VivaTech in Paris als wichtiges Startup- und Innovation-Event etabliert. Die Web Summit in Lissabon zieht jährlich über 70.000 Teilnehmer an und gilt als eine der einflussreichsten Tech-Konferenzen weltweit.

Digitale Events und Hybridformate

Die Pandemie hat die Veranstaltungsbranche nachhaltig verändert. Viele Events setzen heute auf Hybridformate, die physische Präsenz mit digitaler Teilnahme verbinden. Streaming-Technologien, VR-Showrooms und interaktive Online-Plattformen haben sich etabliert.

Unternehmen wie NVIDIA zeigen mit ihrer „GTC“ (GPU Technology Conference), wie erfolgreiche digitale Tech-Events aussehen können. Über 200.000 Teilnehmer verfolgen die Keynotes und Sessions online, interagieren in virtuellen Ausstellungsräumen und networken über spezialisierte Plattformen.

Was können wir von der CeBIT lernen?

Die Geschichte der CeBIT zeigt, wie schnell sich die Tech-Branche wandelt. Messeformate müssen sich kontinuierlich anpassen, um relevant zu bleiben. Die erfolgreichen Nachfolger setzen auf Spezialisierung statt auf Masse, auf Community-Building statt auf reine Produktpräsentation.

Für Unternehmen bedeutet das: Die Strategie für Messen und Events muss flexibel bleiben. Eine Kombination aus physischen Veranstaltungen, digitalen Formaten und eigenen Community-Events wird immer wichtiger. Die direkte Kommunikation mit Zielgruppen über Social Media und eigene Plattformen ergänzt klassische Messeauftritte.

cebit-app

Ausblick: Die Zukunft von Tech-Events

Tech-Events werden künftig noch stärker auf Interaktivität und personalisierte Erlebnisse setzen. KI-gestützte Matchmaking-Systeme verbinden Teilnehmer mit ähnlichen Interessen. Augmented Reality ermöglicht immersive Produktdemonstrationen, auch in digitalen Räumen.

Die Lehre aus dem Ende der CeBIT ist klar: Auch etablierte Formate müssen sich ständig neu erfinden. Die Tech-Branche wartet nicht – und ihre Events dürfen es auch nicht.

Zuletzt aktualisiert am 09.04.2026