Will man sich für einen Web-Dienst oder einen neuen Social-Media-Account registrieren, muss man eine eMail-Adresse angeben. Anstelle für ein Zweit-Konto extra ein separates eMail-Postfach erstellen zu müssen, gibt’s für Gmail-Nutzer mehrere clevere Tricks, die auch 2026 noch perfekt funktionieren.
Der erste und bekannteste Trick besteht darin, einfach einen Punkt irgendwo in die eMail-Adresse einzufügen. Nutzt man sonst etwa einbeispiel@gmail.com, kann man für ein Zweit-Konto ein.beispiel@gmail.com verwenden. Der Dienst, bei dem man sich registriert, wird dies als separate Adresse erkennen – die gesendeten eMails landen aber dennoch im gleichen Gmail-Postfach.
Dieser Trick lässt sich übrigens auch mehrmals anwenden, indem man den Punkt jedes Mal an einer anderen Stelle vor dem @-Zeichen einfügt. Theoretisch könnt ihr unzählige Variationen erstellen: e.inbeispiel@gmail.com, ei.nbeispiel@gmail.com, ein.beispiel@gmail.com und so weiter.
Der Plus-Trick für bessere Organisation
Noch mächtiger ist der Plus-Trick: Nach eurem eigentlichen Nutzernamen könnt ihr ein Plus-Zeichen setzen und beliebigen Text anhängen. Aus einbeispiel@gmail.com wird dann einbeispiel+netflix@gmail.com, einbeispiel+amazon@gmail.com oder einbeispiel+newsletter@gmail.com. Alle Mails landen trotzdem in eurem Hauptpostfach.
Der Vorteil: Ihr seht sofort, welcher Dienst euch schreibt und könnt gezielt Filter einrichten. So lassen sich beispielsweise alle Mails an einbeispiel+newsletter@gmail.com automatisch in einen separaten Ordner verschieben oder mit Labels versehen.
Spam-Tracking leicht gemacht
Besonders clever wird’s beim Spam-Tracking. Registriert ihr euch mit einbeispiel+webshop2026@gmail.com bei einem Online-Shop und bekommt später Spam an genau diese Adresse, wisst ihr sofort: Der Shop hat eure Daten weitergegeben oder wurde gehackt. Dann könnt ihr gezielt alle Mails an diese spezifische Adressvariante blockieren.
Grenzen des Tricks
Nicht alle Dienste fallen auf diese Tricks herein. Manche Online-Shops und Plattformen haben ihre Systeme mittlerweile so programmiert, dass sie Plus-Zeichen und Punkte ignorieren und die „echte“ Gmail-Adresse dahinter erkennen. Besonders bei großen E-Commerce-Plattformen oder sozialen Netzwerken funktioniert der Trick nicht immer.
Auch bei der Passwort-Wiederherstellung kann es Probleme geben, wenn ihr vergessen habt, welche Adressvariante ihr verwendet hattet. Führt daher am besten eine Liste oder nutzt einen Passwort-Manager wie Bitwarden oder 1Password, um den Überblick zu behalten.
Kombinationen für maximale Flexibilität
Ihr könnt beide Tricks sogar kombinieren: e.in+dienst@gmail.com ist eine völlig gültige Gmail-Adresse. So entstehen noch mehr Variationen für verschiedene Zwecke.
Weitere Gmail-Tricks für den Alltag
Gmail bietet noch weitere praktische Features: Mit der Funktion „Aliase“ in den Gmail-Einstellungen könnt ihr komplett andere Absenderadressen einrichten. Und dank der verbesserten KI-Funktionen von 2026 erkennt Gmail automatisch wichtige Mails und sortiert Spam noch zuverlässiger aus.
Der neue „Smart Compose“ schreibt mittlerweile ganze E-Mails vor, und die „Priority Inbox“ lernt kontinuierlich dazu, welche Absender für euch wichtig sind.
Datenschutz im Blick behalten
Bei aller Bequemlichkeit solltet ihr bedenken: Google sieht alle eure E-Mails, auch die an die verschiedenen Alias-Adressen. Für sensible Kommunikation empfehlen sich daher Dienste wie ProtonMail oder Tutanota.
Fazit: Clever, aber nicht allmächtig
Die Gmail-Tricks mit Punkten und Plus-Zeichen sind nach wie vor nützlich für Organisation und Spam-Tracking. Sie funktionieren zuverlässig bei den meisten Diensten und kosten nichts. Für echte Anonymität oder separate Identitäten braucht ihr aber weiterhin separate E-Mail-Accounts. Als kostenloses Organisations-Tool sind sie aber unschlagbar praktisch.
Zuletzt aktualisiert am 08.04.2026

