Wer keinen Speicher auf der Festplatte verschwenden will, speichert alle Dokumente, Bilder und Ordner nur einmal. Manchmal benötigt ihr sie aber doch an mehreren Orten – etwa, wenn sie mit Cloud-Diensten wie iCloud Drive, Dropbox oder OneDrive synchronisiert werden sollen, oder wenn verschiedene Anwendungen auf dieselben Dateien zugreifen müssen.
In diesem Fall erzeugt ihr einen Symlink (symbolischen Link). Am Mac geht das sowohl über das Terminal als auch mit modernen grafischen Tools. Hier alle Methoden im Detail:
Methode 1: Terminal – Der Klassiker
Die bewährte Terminal-Methode funktioniert auch unter macOS Sonoma und Sequoia einwandfrei:
- Zuerst ein neues Terminal-Fenster öffnen – zum Beispiel per Spotlight nach dem Terminal suchen oder mit Cmd+Leertaste.
- Jetzt folgenden Befehl eintippen:
ln -s /Volumes/Speicher/Downloads/ ~/Downloads/ [Enter]
Dabei steht der erste Pfad (/Volumes/Speicher/Downloads/) für den Pfad, an dem die Daten gespeichert sind. Der zweite Pfad gibt den Ort an, an dem der angegebene Ordner ebenfalls sichtbar sein soll. Die Daten belegen aber nur auf dem zuvor eingetragenen Pfad Speicher.
Methode 2: SymbolicLinker für den Finder
Seit 2024 gibt es eine noch elegantere Lösung: Die kostenlose App „SymbolicLinker“ macht das Erstellen von Symlinks zum Kinderspiel. Nach der Installation aus dem App Store erscheint im Rechtsklick-Menü des Finders eine neue Option „Make Symbolic Link“. Einfach auf den gewünschten Ordner oder die Datei rechtsklicken, die Option auswählen und den Symlink an den gewünschten Ort ziehen.
Methode 3: Automator-Workflow
Für Poweruser bietet sich ein selbst erstellter Automator-Workflow an:
- Automator öffnen und „Quick Action“ wählen
- „Run Shell Script“ hinzufügen
- Folgenden Code einfügen:
for f in "$@"
do
ln -s "$f" "$f symlink"
done - Als „Symlink Creator“ speichern
Danach könnt ihr per Rechtsklick auf beliebige Dateien oder Ordner einen Symlink erstellen.
Praktische Anwendungsfälle in 2026
Cloud-Synchronisation: Ihr habt große Projektordner auf einer externen SSD, möchtet aber einzelne Dateien in iCloud Drive verfügbar machen? Mit Symlinks kein Problem – die Originaldaten bleiben extern, sind aber in der Cloud sichtbar.
Entwicklungsumgebungen: Moderne Entwickler nutzen oft Docker-Container oder virtuelle Maschinen. Symlinks ermöglichen es, Projektdateien zwischen Host-System und Container zu teilen, ohne sie zu duplizieren.
Media-Libraries: Foto- und Videobibliotheken werden immer größer. Mit Symlinks könnt ihr eure 4K-Videos auf externen Drives lagern, während sie in Final Cut Pro oder Adobe Premiere weiterhin verfügbar bleiben.
KI-Training-Daten: Wer mit Machine Learning arbeitet, kennt das Problem: Riesige Datensätze, die mehrere Projekte benötigen. Symlinks sparen hier massiv Speicherplatz.
Wichtige Hinweise und Limitierungen
Externe Laufwerke: Symlinks funktionieren nur, wenn das Ziellaufwerk verfügbar ist. Wird eine externe Festplatte getrennt, zeigen Symlinks ins Leere.
Backup-Verhalten: Time Machine folgt standardmäßig keine Symlinks – das ist meist gewünscht, um Duplikate zu vermeiden. Bei wichtigen verlinkten Daten solltet ihr das Backup-Verhalten prüfen.
App-Kompatibilität: Die meisten modernen macOS-Apps verstehen Symlinks problemlos. Einige ältere Programme oder spezielle Security-Software können jedoch Probleme haben.
Berechtigungen: Symlinks erben die Berechtigungen des Originalordners. Bei sensiblen Daten solltet ihr die Zugriffsrechte im Blick behalten.
Symlinks vs. Aliase
Mac-Veteranen kennen noch die klassischen Aliase aus den frühen macOS-Tagen. Symlinks sind technisch moderner und funktionieren auch in Unix-Umgebungen, während Aliase ein reines macOS-Feature sind. Für die meisten Anwendungsfälle sind Symlinks die bessere Wahl, da sie universeller und zukunftssicherer sind.
Troubleshooting
Falls Symlinks nicht funktionieren, prüft zuerst die Pfade auf Korrektheit. Der Befehl ls -la im Terminal zeigt euch alle Symlinks im aktuellen Ordner an. Defekte Links erscheinen oft in roter Schrift. Mit unlink [symlink-name] könnt ihr fehlerhafte Symlinks wieder entfernen.
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026

