„Bild anzeigen“-Button aus Google-Bildersuche entfernt

von | 26.02.2018 | Internet

Google hat bereits vor einigen Jahren eine kleine, aber bedeutsame Änderung in seiner Bildersuche durchgeführt, die vielen Nutzern das Leben schwerer gemacht hat. Bisher war es noch ziemlich einfach, sich ein Bild direkt anzeigen zu lassen, ohne erst die entsprechende Website aufrufen zu müssen. Mit der Entfernung des „Bild anzeigen“-Buttons hat Google diesen direkten Weg ausgeschlossen – und dabei ist es bis heute geblieben.

Auch wenn Google selbst damals keine detaillierten Angaben zur Entfernung des Buttons machte, spielte unter anderem die Kooperation mit dem Stock-Foto-Anbieter Getty Images eine entscheidende Rolle. Der Fotogigant hatte Google wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt und eine Einigung erzielt, die solche Änderungen zur Folge hatte.

Durch die Entfernung des Buttons können Copyright-Verstöße zusätzlich erschwert werden. Ohne einen Button, der an der Website vorbei direkt zum Bild führt, gehen den Betreibern der Websites außerdem weniger Werbegelder und Traffic verloren. Das war ein wichtiger Punkt, da viele Webseitenbetreiber beklagten, dass ihre Inhalte über die Google-Bildersuche „geklaut“ wurden, ohne dass Besucher auf ihre Seite kamen.

Aktuelle Situation und Alternativen

Auch 2026 hat sich an dieser Grundsatzentscheidung von Google nichts geändert. Der „Bild anzeigen“-Button ist weiterhin verschwunden und wird auch nicht zurückkehren. Google setzt stattdessen konsequent auf das „Website besuchen“-Konzept, um die Rechte der Urheber und Webseitenbetreiber zu wahren.

Trotzdem gibt es weiterhin Wege, sich gefundene Bilder einzeln anzeigen zu lassen. Nach einem Rechtsklick auf ein Bild könnt ihr „Bildadresse kopieren“ auswählen und den Link zum Bild in die URL-Leiste einfügen. Dieser Workaround funktioniert nach wie vor in allen gängigen Browsern.

Alternativ könnt ihr auch mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Grafik anzeigen“ oder „Bild in neuem Tab öffnen“ wählen – je nach Browser sind die Bezeichnungen leicht unterschiedlich.

Neue Entwicklungen in der Google-Bildersuche

Google hat in den letzten Jahren die Bildersuche kontinuierlich weiterentwickelt. So gibt es mittlerweile deutlich bessere Filteroptionen, KI-gestützte Bilderkennung und die Möglichkeit, ähnliche Bilder oder Produkte zu finden. Die visuelle Suche wurde massiv ausgebaut – ihr könnt jetzt eigene Bilder hochladen und Google findet ähnliche oder verwandte Inhalte.

Besondering interessant ist die Integration von Google Lens, die direkt in die Bildersuche eingebaut wurde. Damit könnt ihr Objekte in Bildern identifizieren, Texte übersetzen oder Produkte finden. Diese Funktionen machen die fehlende direkte Bildanzeige teilweise wett, da ihr oft gar nicht mehr das reine Bild braucht, sondern Informationen darüber.

Rechtliche Aspekte bleiben relevant

Die Entfernung des „Bild anzeigen“-Buttons war nur ein erster Schritt in Richtung besseren Urheberrechtsschutz. Inzwischen gibt es strengere EU-Regelungen zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, die Plattformen wie Google noch mehr in die Pflicht nehmen.

Für euch als Nutzer bedeutet das: Nur weil ihr ein Bild in der Google-Suche findet, dürft ihr es noch lange nicht einfach verwenden. Gerade für kommerzielle Zwecke oder Websites müsst ihr immer prüfen, wer die Rechte besitzt und ob eine Lizenz erforderlich ist.

Alternative Bildquellen nutzen

Statt umständlich nach Bildern zu suchen, die ihr möglicherweise gar nicht verwenden dürft, solltet ihr auf legale Alternativen setzen. Plattformen wie Unsplash, Pixabay oder Pexels bieten kostenlose Bilder mit klaren Lizenzbedingungen. Auch kostenpflichtige Anbieter wie Shutterstock oder Adobe Stock haben ihre Angebote deutlich erweitert und bieten flexible Lizenzmodelle.

Google selbst hat übrigens die Filteroptionen für Nutzungsrechte verbessert. Unter „Tools“ > „Nutzungsrechte“ könnt ihr gezielt nach Bildern suchen, die ihr verwenden dürft – wobei ihr trotzdem immer die Original-Lizenz prüfen solltet.

Fazit: Pragmatischer Umgang mit der neuen Realität

Die Entfernung des „Bild anzeigen“-Buttons war zunächst ärgerlich, hat aber durchaus positive Effekte für das gesamte Web-Ökosystem. Webseitenbetreiber bekommen mehr Traffic, Urheber werden besser geschützt, und Nutzer werden sensibilisiert für Urheberrechtsfragen.

Die Workarounds funktionieren nach wie vor, und die erweiterten Suchfunktionen von Google machen vieles wett. Am Ende des Tages solltet ihr aber ohnehin immer prüfen, ob ihr ein gefundenes Bild rechtlich verwenden dürft – egal, wie ihr es heruntergeladen habt.

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026