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Tabellendaten aus Fotos in Excel übernehmen

von | 08.03.2019 | Office, Tipps

Wenn ihr mit Excel arbeitet, dann ist ein guter Teil eurer Arbeit das Eintippen der Daten, mit denen ihr arbeiten möchtet. Dabei sind diese meist schon irgendwo auf Papier vorhanden, müssen nur noch digitalisiert werden. Das Leben könnte so einfach sein, wenn das schnell und per Smartphone ginge. Das hat sich auch Microsoft gedacht und diese Funktionalität in die mobile Excel-App integriert.

Von Anfangshürden zur ausgereiften Funktion

Was 2019 noch als experimentelles Feature in der Android-Version startete, ist mittlerweile zu einer zuverlässigen Funktion gereift. Die „Daten aus Bild einfügen“-Funktion gibt es längst nicht mehr nur für Android, sondern auch für iOS und sogar in der Desktop-Version von Microsoft 365. Die KI-Bilderkennungstechnologie hat dabei massive Fortschritte gemacht.

So funktioniert die moderne Bilderkennnung

Die Bedienung ist denkbar einfach: Öffnet Excel auf eurem Smartphone und tippt auf das Plus-Symbol für eine neue Tabelle. Dort findet ihr die Option „Daten aus Bild einfügen“. Alternativ könnt ihr in einer bestehenden Tabelle über das Menü „Einfügen“ auf „Daten aus Bild“ zugreifen.

Macht ein Foto der Papiertabelle oder wählt ein bereits vorhandenes Bild aus eurer Galerie. Achtet dabei auf gute Beleuchtung und einen möglichst geraden Aufnahmewinkel. Die modernen Algorithmen gleichen zwar kleinere Perspektivverzerrungen aus, aber je besser das Ausgangsmaterial, desto präziser das Ergebnis.

Verbesserte KI-Erkennung

Excel nutzt mittlerweile fortschrittliche Computer Vision-Algorithmen, die auf Machine Learning basieren. Diese erkennen nicht nur Text, sondern auch verschiedene Datentypen wie Zahlen, Währungen, Datumsangaben und sogar einfache Formeln. Die Erkennungsgenauigkeit liegt bei gut strukturierten Tabellen mittlerweile bei über 95 Prozent.

Besonders beeindruckend: Die KI erkennt verschiedene Schriftarten, handschriftliche Einträge und sogar leicht verwackelte oder schräg aufgenommene Tabellen. Auch farbige Tabellen oder solche mit unterschiedlichen Formatierungen werden zuverlässig erfasst.

Nachbearbeitung und Korrektur

Nach der Aufnahme zeigt euch Excel eine Vorschau der erkannten Daten. Hier könnt ihr jeden Zellinhalt noch einmal überprüfen und bei Bedarf korrigieren. Die App markiert unsichere Erkennungen mit einem gelben Rahmen, sodass ihr diese gezielt kontrollieren könnt.

Besonders praktisch: Wenn einzelne Zellen nicht richtig erkannt wurden, könnt ihr diese direkt in der Vorschau antippen und den korrekten Wert eingeben. Die KI lernt dabei sogar aus euren Korrekturen und wird bei ähnlichen Tabellen präziser.

Integration in den Arbeitsablauf

Ist der Erkennungsprozess abgeschlossen, könnt ihr das Ergebnis direkt in eine bearbeitbare Excel-Tabelle übernehmen. Diese lässt sich dann wie jede andere Tabelle formatieren, mit Formeln versehen oder in größere Arbeitsmappen integrieren.

Besonders im Business-Umfeld ist das ein echter Zeitsparer. Rechnungen, Belege, gedruckte Reports oder handschriftliche Listen lassen sich binnen Sekunden digitalisieren. Gerade für Außendienstmitarbeiter oder Freelancer, die oft mit analogen Datenquellen arbeiten müssen, ist das Feature Gold wert.

Grenzen und Alternativen

Trotz aller Fortschritte stößt die Bilderkennung bei sehr komplexen Tabellenlayouts, unleserlicher Handschrift oder stark beschädigten Vorlagen an ihre Grenzen. In solchen Fällen bleibt oft nur die manuelle Eingabe.

Alternativen sind spezialisierte Scanner-Apps wie Adobe Scan oder CamScanner, die ebenfalls OCR-Funktionen bieten, aber meist nicht die nahtlose Integration in Excel haben. Für größere Digitalisierungsprojekte lohnt sich oft ein Dokumentenscanner mit automatischer Texterkennung.

Datenschutz beachten

Wichtig zu wissen: Die Bilderkennung erfolgt in der Cloud, die Bilder werden also zu Microsoft-Servern übertragen. Wer mit sensiblen Daten arbeitet, sollte das berücksichtigen und gegebenenfalls auf lokale OCR-Lösungen setzen.

Fazit: Aus der Nische in den Alltag

Was vor ein paar Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute praktischer Arbeitsalltag. Die Excel-Bilderkennung hat sich von einem netten Gimmick zu einem ernst zu nehmenden Produktivitätstool entwickelt. Wer regelmäßig analoge Daten digitalisieren muss, sollte definitiv einen Blick darauf werfen.

Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026

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