Apple erreicht 100% recyceltes Kobalt – und geht noch weiter

von | 13.04.2023 | Hardware

Apple hat sein Versprechen eingehalten: Seit Ende 2024 verwendet der Konzern zu 100% recyceltes Kobalt in allen selbst entwickelten Batterien. Doch das war erst der Anfang einer noch größeren Nachhaltigkeits-Offensive.

Apple meldet Vollzug: Das 2023 angekündigte Ziel, bis 2025 zu 100 Prozent recyceltes Kobalt in allen selbst entwickelten Akkus zu verwenden, wurde bereits Ende 2024 erreicht – ein Jahr früher als geplant. Damit setzt Apple neue Maßstäbe in der Elektronikindustrie und zeigt, dass nachhaltige Produktion ohne Kompromisse bei der Qualität möglich ist.

Das Unternehmen geht aber noch weiter: Bis Ende 2026 sollen auch alle Magnete in Apple-Geräten vollständig aus recycelten Seltenen Erden bestehen. Die Leiterplatten werden bereits heute zu 100 Prozent aus recyceltem Zinn gelötet und mit recyceltem Gold beschichtet – ein Standard, der branchenweit beispiellos ist.

Der Werkstoff Kobalt ist schwer abzubauen

Der Werkstoff Kobalt ist schwer abzubauen

Recycling-Revolution bei Apple

Die aktuellen Zahlen von 2025 beeindrucken: Apple bezieht mittlerweile über 85 Prozent des gesamten Aluminiums, 92 Prozent aller Seltenen Erden und 98 Prozent des Wolframs aus recyceltem Material. Diese dramatische Steigerung gegenüber 2022 (67% Aluminium, 73% Seltene Erden, 95% Wolfram) zeigt, wie ernst es dem Konzern mit seinem Klimaziel 2030 ist.

Besonders bemerkenswert: Apple verwendet inzwischen auch recyceltes Lithium in größerem Umfang. 2025 stammten bereits 60 Prozent des verwendeten Lithiums aus Altbatterien – ein Bereich, der lange als technisch nicht umsetzbar galt. Neue Raffinierungsverfahren in Kooperation mit spezialisierten Recyclingunternehmen machen dies möglich.

KI optimiert Materialrückgewinnung

Seit 2025 setzt Apple verstärkt auf KI-gestützte Recyclingprozesse. Machine Learning-Algorithmen analysieren Altgeräte und optimieren die Demontage-Sequenzen in Echtzeit. Das Ergebnis: Die Materialrückgewinnungsrate stieg um durchschnittlich 40 Prozent.

Kobalt bleibt weiterhin ein kritisches Material für Hochleistungsbatterien. Die Energiedichte moderner iPhone- und MacBook-Akkus konnte trotz 100-prozentigem Recycling-Anteil sogar noch gesteigert werden – ein Beweis dafür, dass recyceltes Material dem „frischen“ Kobalt in nichts nachsteht.

Daisy bekommt Verstärkung: Roboter-Generation 3.0

Der Demontageroboter Daisy arbeitet seit 2025 nicht mehr allein. Die neue Roboter-Generation „Tina“ kann erstmals auch MacBooks und iPads vollautomatisch zerlegen. Während Daisy weiterhin auf iPhones spezialisiert ist, kümmert sich Tina um die größeren Geräte.

Neu hinzugekommen ist 2025 der Roboter „Jack“, der sich ausschließlich auf die Rückgewinnung von Seltenen Erden aus Lautsprechern, Motoren und Sensoren konzentriert. Diese Materialien gingen früher beim konventionellen Recycling meist verloren – Jack kann sie zu 95 Prozent zurückgewinnen.

Die drei Roboter arbeiten in Apples neuem Recycling-Zentrum in Singapur zusammen und schaffen täglich bis zu 2.000 Geräte. 2026 sollen zwei weitere Zentren in Irland und Brasilien folgen.

Verpackung wird vollständig plastikfrei

Ein weiterer Meilenstein: Apple hat das Ziel der plastikfreien Verpackung bereits 2024 erreicht. Alle neuen Produkte kommen seitdem ohne Kunststoff aus. Stattdessen verwendet Apple innovative Materialien wie komprimierte Bambusfasern, recyceltes Meeresplastik (das zu Bio-Fasern umgewandelt wird) und speziell entwickelte Zellulose-Compounds.

Der Durchbruch gelang durch eine neue Digital-Drucktechnologie, die Produktinformationen direkt auf Karton druckt – ohne Folien oder Etiketten. Diese Innovation spart jährlich über 50.000 Tonnen Plastik ein.

Blockchain sichert Lieferkette ab

Seit 2025 nutzt Apple eine Blockchain-basierte Lösung zur lückenlosen Verfolgung aller recycelten Materialien. Jedes Gramm Kobalt, jede Unze Gold und jede Portion Seltener Erden lässt sich von der Quelle bis zum fertigen Produkt zurückverfolgen. Das schafft Vertrauen und verhindert, dass nicht-recycelte Materialien in die Lieferkette gelangen.

Parallel dazu arbeitet Apple mit Partnern in Afrika und Südamerika daran, ehemalige Bergbauregionen in nachhaltige Recycling-Hubs umzuwandeln. Statt neue Minen zu erschließen, entstehen dort Anlagen zur Aufbereitung von Elektronikschrott.

Ausblick: Carbon-negative Produkte bis 2028

Apples nächstes Ziel ist noch ambitionierter: Bis 2028 sollen die ersten „carbon-negative“ Produkte auf den Markt kommen. Das bedeutet, dass diese Geräte während ihrer Herstellung mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen, als sie verursachen.

Möglich wird das durch eine Kombination aus 100 Prozent recycelten Materialien, CO2-neutraler Produktion mit erneuerbaren Energien und innovative Carbon-Capture-Technologien in den Fabriken. Erste Prototypen der carbon-negativen Apple Watch sind bereits in der Testphase.

Branchenweiter Wandel durch Open Source

Apple hat 2025 überraschend angekündigt, seine Recycling-Technologien teilweise als Open Source zur Verfügung zu stellen. Die Demontage-Anleitungen, AR-Systeme für Recyclingunternehmen und sogar Baupläne für kleinere Versionen der Recycling-Roboter können andere Hersteller kostenfrei nutzen.

Dieser Schritt soll den gesamten Elektronikmarkt transformieren. Bereits Samsung, Google und Microsoft haben angekündigt, Apples Technologien zu übernehmen und weiterzuentwickeln.

Die Zukunft des Recyclings

Bis 2030 plant Apple, komplett ohne neu abgebaute Materialien auszukommen – ein Ziel, das 2023 noch utopisch schien, heute aber in greifbarer Nähe liegt. Die Kombination aus fortschrittlichen Recyclingtechnologien, KI-Optimierung und konsequenter Kreislaufwirtschaft macht Apple zum Vorreiter einer neuen Ära nachhaltiger Technologie.

Für Verbraucher bedeutet das: Jedes neue Apple-Gerät trägt aktiv zum Umweltschutz bei, ohne dass ihr Komfort oder Leistung darunter leidet. Im Gegenteil – die neuen Materialien sind oft sogar noch langlebiger als ihre „frischen“ Vorgänger.

Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026