Behörden warnen derzeit vor Betrugsversuchen über WhatsApp, bei denen Kriminelle sich als seriöse Stellen ausgeben und Ausweiskopien sowie persönliche Fotos fordern. Die Maschen sind vielfältig und zielen darauf ab, sensible Daten zu erschleichen, die später für Identitätsdiebstahl missbraucht werden können.
Laut einem Bericht von CHIP und verschiedenen Sicherheitsbehörden häufen sich solche Betrugsversuche. Die Schreiben wirken professionell und spielen gezielt mit der Hoffnung oder Verunsicherung der Empfänger. Ich erkläre euch, woran ihr solche Betrugsmeldungen erkennt, welche Daten ihr niemals herausgeben solltet und was ihr tun könnt, falls ihr schon reagiert habt.
Neue WhatsApp-Betrugsmasche: So funktioniert der Ausweisfoto-Trick
Laut Medienberichten verschicken Kriminelle über WhatsApp täuschend echt wirkende Schreiben, die wie offizielle Post seriöser Stellen aussehen. Die Maschen sind unterschiedlich: Mal werden angebliche Entschädigungen versprochen, mal wird mit behördlichen Forderungen gedroht. Teilweise werden hohe Geldsummen in Aussicht gestellt oder es wird Druck aufgebaut.
Der Trick: Um angebliche Auszahlungen zu veranlassen oder Probleme zu lösen, sollen die Angeschriebenen zur „Identitätsprüfung“ Fotos ihres Ausweises und persönliche Bilder zusenden. Teilweise werden auch Kontodaten oder Gebühren im Voraus verlangt. Berichten zufolge sind die Nachrichten in gutem Deutsch verfasst und enthalten Logos sowie Aktenzeichen, die auf den ersten Blick seriös wirken.
Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits einmal Opfer eines Online-Betrugs geworden sind oder deren Daten anderweitig in kriminelle Hände gelangt sind. Betrüger können persönliche Daten missbräuchlich verwenden und gezielt Personen ansprechen, die besonders empfänglich für bestimmte Versprechen sind.
Identitätsdiebstahl: Welche Gefahren drohen bei gestohlenen Ausweisfotos?
Ein Ausweisfoto ist weit mehr als nur ein Dokument. Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) können missbrauchte Ausweiskopien und persönliche Daten für betrügerische Aktivitäten verwendet werden, etwa zur Registrierung betrügerischer Webseiten oder zur Eröffnung missbräuchlicher Konten.
Die Folgen reichen von Identitätsdiebstahl über betrügerische Bestellungen bis hin zu Strafanzeigen, die plötzlich bei euch landen – weil in eurem Namen illegale Geschäfte abgewickelt wurden. Das wieder gerade zu rücken, kostet Monate und Nerven. Deshalb gilt die eiserne Regel: Ausweisdokumente gehören niemals ungeprüft in einen Chat.
Wie erkennt ihr Betrugsnachrichten auf WhatsApp? 5 Warnzeichen
Es gibt klare Warnsignale, die bei solchen Nachrichten anspringen sollten. Werdet hellhörig, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
- Erstkontakt über WhatsApp von unbekannten Nummern: Die Identität des Absenders muss über einen unabhängig ermittelten offiziellen Kontaktweg überprüft werden.
- Hohe Geldsummen ohne Grund: Niemand bekommt unaufgefordert vier- oder fünfstellige Entschädigungen zugeschickt.
- Druck und Zeitlimits: „Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden“ ist ein klassisches Betrugsmuster.
- Forderung nach Ausweis, Selfie oder Kontodaten: Unbekannte Messenger-Kontakte sollten niemals solche Daten erhalten.
- Vorab-Gebühren: Wer erst zahlen soll, um Geld zu bekommen, wird betrogen.
- Unbekannte Telefonnummer: Oft mit ausländischer Vorwahl oder ohne Profilbild.
Wenn ihr unsicher seid: Sucht den Namen der angeblichen Stelle bei Google. Oft findet ihr dann Warnungen anderer Betroffener oder die echte Institution meldet sich selbst zu Wort und distanziert sich von der Masche.
WhatsApp-Sicherheit: Welche Daten ihr niemals teilen solltet
Egal wie überzeugend eine Nachricht wirkt – diese Informationen solltet ihr grundsätzlich nicht per WhatsApp, Telegram oder SMS verschicken:
- Fotos oder Scans von Personalausweis, Reisepass oder Führerschein
- Selfies mit Ausweis in der Hand
- Bankverbindung, Kreditkartennummer, PIN oder TAN
- Passwörter und Zugangsdaten
- Steueridentifikationsnummer oder Sozialversicherungsnummer
- Intime oder private Fotos
Seriöse Identitätsprüfungen erfolgen über den offiziellen, unabhängig verifizierten Anbieterprozess, beispielsweise Video-Ident, Post-Ident oder in einer Filiale – nicht über unbekannte Messenger-Kontakte.
Ausweisfoto verschickt? Diese Schritte helfen jetzt sofort
Keine Panik, aber zügig handeln. Je nachdem, was ihr geteilt habt, sind unterschiedliche Schritte wichtig.
Wenn ihr Ausweisfotos verschickt habt: Erstattet Anzeige bei der Polizei – das geht auch online bei der Internetwache eures Bundeslandes. Die Anzeige ist wichtig, um bei späterem Missbrauch nachweisen zu können, dass ihr nicht selbst gehandelt habt. Bewahrt die Chatverläufe und Screenshots als Beweise auf.
Wenn ihr Kontodaten geteilt habt: Informiert sofort eure Bank und lasst das Konto auf verdächtige Bewegungen prüfen. Bei Kreditkarten gegebenenfalls sperren lassen.
Wenn ihr Geld überwiesen habt: Kontaktiert umgehend eure Bank und bittet um einen Rückruf der Überweisung. Bei schneller Reaktion kann das manchmal klappen. Meldet den Fall zusätzlich der Verbraucherzentrale – die sammeln solche Vorfälle und können andere warnen.
Blockiert zudem die Nummer in WhatsApp und meldet den Kontakt direkt über die App als Spam. So helft ihr auch anderen Nutzern.
So schützt ihr euch dauerhaft vor WhatsApp-Betrügern
Diese Maschen funktionieren, weil sie mit Emotionen spielen – mit der Hoffnung auf Geld, mit Angst vor Konsequenzen oder dem Gefühl, schnell handeln zu müssen. Genau das macht sie so gefährlich. Je verlockender oder dringlicher ein Angebot per Messenger klingt, desto größer sollte euer Misstrauen sein.
Merkt euch die wichtigste Regel: Bei unbekannten Messenger-Kontakten immer die Identität über einen unabhängig ermittelten offiziellen Kontaktweg überprüfen. Und niemand, der euch wirklich Geld schuldet, verlangt vorher Ausweisfotos oder Gebühren. Sprecht gerade ältere Verwandte und Bekannte auf solche Maschen an – oft reicht ein kurzer Hinweis, um größeren Schaden zu verhindern. Die beste Firewall sitzt immer noch zwischen den Ohren.
Quellen und Prüfstand
- Bericht: Vorsicht vor diesem WhatsApp-Betrug: Welche Fotos Sie nie versenden sollten – CHIP (chip.de)
Hinweis: Zu diesem Thema lag zum Redaktionsschluss keine offizielle Bestätigung der beteiligten Unternehmen vor. Die Angaben stützen sich auf Medienberichte.
Faktenprüfung: Alle überprüfbaren Aussagen wurden am 03.11.2026 automatisiert gegen die offiziellen Primärquellen abgeglichen. Stand des Artikels: 03.11.2026.