Cloud wechseln: Daten einfach zwischen Anbietern migrieren

von | 21.02.2017 | Tipps

Wer seine Daten zwischen verschiedenen Cloud-Diensten verschieben möchte, steht oft vor einem zeitaufwändigen Problem: Alles herunterladen und dann wieder hochladen? Das dauert ewig und verstopft die Internetleitung. Zum Glück gibt es mittlerweile deutlich elegantere Lösungen für den Cloud-Wechsel.

Microsoft Cloud to Cloud Migration – der neue Standard

Seit Microsoft 2019 den Dienst Mover.io übernommen hat, ist die Cloud-Migration deutlich professioneller geworden. Der Service heißt jetzt „Microsoft Cloud to Cloud Migration“ und ist direkt in Microsoft 365 integriert. Besonders praktisch: Ihr könnt nicht nur zu Microsoft-Diensten migrieren, sondern auch zwischen verschiedenen Anbietern wechseln.

Der Dienst unterstützt alle großen Cloud-Anbieter: Google Drive, Dropbox, Box, Amazon S3, und natürlich OneDrive. Die Migration läuft komplett über die Server von Microsoft – eure Internetverbindung wird nicht belastet.

Alternative Tools für Cloud-Migration

Wer nicht auf Microsoft setzen möchte, hat weitere Optionen:

MultCloud ist einer der zuverlässigsten Dienste für Cloud-zu-Cloud-Übertragungen. Der Service unterstützt über 30 verschiedene Cloud-Anbieter und bietet sowohl kostenlose als auch Premium-Varianten. Besonders praktisch: Ihr könnt Übertragungen zeitgesteuert planen und mehrere Clouds gleichzeitig synchronisieren.

rclone richtet sich eher an technisch versierte Nutzer. Das Open-Source-Tool läuft über die Kommandozeile und unterstützt über 70 verschiedene Cloud-Dienste. Der Vorteil: Komplette Kontrolle über den Migrationsprozess und keine Beschränkungen bei der Datenmenge.

Insync spezialisiert sich auf Google Drive-Migrationen und bietet besonders gute Integration mit Google Workspace. Ideal, wenn ihr von oder zu Google Drive wechseln möchtet.

So läuft die Migration ab

Der Prozess ist bei den meisten Diensten ähnlich: Nach der Registrierung verbindet ihr beide Cloud-Accounts über OAuth-Authentifizierung. Das bedeutet: Ihr gebt eure Zugangsdaten nur an die Original-Anbieter weiter, nicht an den Migrations-Service.

Anschließend wählt ihr aus, welche Ordner und Dateien übertragen werden sollen. Besonders bei großen Datenmengen empfiehlt es sich, die Migration in Etappen durchzuführen. Die meisten Services zeigen euch eine Vorschau der zu übertragenden Daten und eine geschätzte Übertragungszeit.

Kosten und Limits beachten

Viele Migrations-Tools bieten kostenlose Grundversionen mit Datenlimits – meist zwischen 2-5 GB pro Monat. Für größere Migrationen sind Premium-Accounts nötig, die zwischen 10-50 Euro pro Monat kosten. Bei einmaligen Wechseln lohnt es sich oft, für einen Monat zu upgraden.

Backup-Strategien mit Cloud-Migration

Ein unterschätzter Vorteil der Migrations-Tools: Sie eignen sich perfekt für regelmäßige Backups zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern. Statt alle Eier in einen Korb zu legen, könnt ihr eure wichtigsten Daten automatisch in mehreren Clouds spiegeln.

MultCloud bietet beispielsweise eine „Cloud Sync“-Funktion, die Änderungen automatisch zwischen verschiedenen Diensten abgleicht. So habt ihr eure Fotos gleichzeitig bei Google Drive und Dropbox gespeichert.

Sicherheit und Datenschutz

Bei der Auswahl des Migrations-Dienstes solltet ihr auf die Sicherheitsstandards achten. Seriöse Anbieter:
– Verwenden ausschließlich OAuth-Authentifizierung
– Speichern keine Passwörter
– Verschlüsseln Datenübertragungen mit TLS
– Löschen temporäre Daten nach der Migration

Besonders bei sensiblen Geschäftsdaten empfiehlt sich der Einsatz von rclone auf dem eigenen Server oder die Nutzung von Microsofts offiziellem Tool.

Tipps für eine erfolgreiche Migration

Prüft vorher, ob der Ziel-Cloud-Dienst genügend freien Speicherplatz hat. Räumt vor der Migration auf – alte, unnötige Dateien müssen nicht mit umziehen. Bei sehr großen Datenmengen (mehrere Hundert GB) plant die Migration über ein Wochenende, auch wenn sie im Hintergrund läuft.

Testet den Migrations-Service zunächst mit einem kleinen Ordner, bevor ihr alle Daten übertragt. So könnt ihr sicherstellen, dass alles funktioniert und die Dateistrukturen korrekt übernommen werden.

Cloud-Migration ist heute deutlich einfacher geworden als noch vor ein paar Jahren. Mit den richtigen Tools spart ihr euch Stunden des manuellen Up- und Downloads und könnt entspannt zwischen verschiedenen Anbietern wechseln.

Zuletzt aktualisiert am 04.04.2026