Eingabe-Aufforderung: Namen von Laufwerken ändern

von | 24.01.2013 | Tipps

Viele Aufgaben eines Administrators lassen sich mit der Kommandozeile deutlich schneller erledigen als über die grafische Oberfläche. Das gilt besonders für die Verwaltung von Laufwerken und Partitionen. Mit klassischen DOS-Befehlen, die auch in modernen Windows-Versionen funktionieren, könnt ihr Laufwerksnamen in Sekundenschnelle ändern.

Zugangswege zur Kommandozeile

In Windows 10 und 11 gibt es mehrere Wege zur Eingabeaufforderung: Drückt Windows + R, tippt „cmd“ und bestätigt mit Strg + Shift + Enter für Administrator-Rechte. Alternativ klickt ihr mit der rechten Maustaste auf das Start-Symbol und wählt „Terminal (Administrator)“ oder „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Bei Windows 11 öffnet sich standardmäßig das neue Windows Terminal, das PowerShell, CMD und andere Shells vereint.

Für ältere Windows-Versionen (Windows 7, 8) findet ihr die Eingabeaufforderung über „Start, Alle Programme, Zubehör“ und startet sie per Rechtsklick „Als Administrator ausführen“.

Aktuellen Laufwerksnamen anzeigen

Bevor ihr einen Namen ändert, solltet ihr den aktuellen Status prüfen. Der vol-Befehl zeigt euch Volume-Informationen an:

vol c: [Eingabetaste]

Das Kommando listet den aktuellen Namen des C-Laufwerks sowie dessen Seriennummer auf. Ohne Laufwerksbuchstaben zeigt vol Infos zum aktuellen Laufwerk an. Mit vol /? erhaltet ihr eine kurze Hilfe.

Laufwerksnamen ändern

Das label-Kommando ändert die Bezeichnung von Datenträgern. Die Syntax ist denkbar einfach:

label c: [Eingabetaste]

Nach der Eingabe fragt Windows nach dem neuen Namen. Gebt eine aussagekräftige Bezeichnung ein, etwa „System-SSD“ oder „Daten-Backup“. Laufwerksnamen dürfen bis zu 11 Zeichen bei FAT32 und bis zu 32 Zeichen bei NTFS enthalten. Sonderzeichen wie Anführungszeichen, Sterne oder Fragezeichen sind nicht erlaubt.

Ihr könnt den Namen auch direkt mitgeben: label c: „System-SSD“

Um ein Label komplett zu entfernen, drückt einfach Enter ohne Eingabe oder nutzt: label c: „“

Moderne Alternativen und erweiterte Funktionen

Neben den klassischen DOS-Befehlen bietet Windows heute weitere Möglichkeiten. In der PowerShell funktioniert beispielsweise:

Set-Volume -DriveLetter C -NewFileSystemLabel „Neuer Name“

Der Vorteil: PowerShell-Cmdlets bieten mehr Kontrolle und bessere Fehlermeldungen. Mit Get-Volume erhaltet ihr eine übersichtliche Liste aller Laufwerke.

Über die Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) oder den Datei-Explorer geht es ebenfalls: Rechtsklick auf das Laufwerk, „Eigenschaften“ wählen und im Feld „Bezeichnung“ den Namen ändern.

Praktische Anwendungsfälle

Sinnvolle Laufwerksnamen erleichtern die Übersicht erheblich. Statt „Lokaler Datenträger (D:)“ helfen Namen wie „Projekte“, „Backup-2026“ oder „Games-SSD“. Bei externen Datenträgern sind Bezeichnungen wie „USB-Stick-Tom“ oder „Externe-HDD“ praktisch.

In Unternehmensnetzwerken erleichtern standardisierte Namen die Administration. Schema wie „SYS-PC001“ für Systempartitionen oder „DATA-Abteilung“ für Datenlaufwerke schaffen Ordnung.

Tipps für Power-User

Mit Batch-Dateien automatisiert ihr Umbenennungen mehrerer Laufwerke. Ein einfaches Script:

label c: "System"
label d: "Daten"
label e: "Backup"
echo Laufwerke erfolgreich umbenannt!
pause

Für Netzwerklaufwerke funktioniert das label-Kommando nicht – hier müsst ihr andere Wege gehen oder die Bezeichnung am Server ändern.

Bei BitLocker-verschlüsselten Laufwerken ist Vorsicht geboten: Das Umbenennen funktioniert zwar, kann aber in seltenen Fällen Probleme verursachen. Testet es zunächst bei unkritischen Datenträgern.

Historischer Kontext

Die Befehle stammen tatsächlich aus der MS-DOS-Ära der 1980er Jahre. Dass Microsoft sie über 40 Jahre später noch unterstützt, zeigt das Commitment zur Rückwärtskompatibilität. Viele IT-Profis schwören auf diese „alten“ Kommandos, weil sie zuverlässig, schnell und in jedem Windows verfügbar sind.

Moderne Windows-Versionen erweitern die Funktionalität kontinuierlich, ohne die Grundlagen zu ändern. So funktionieren die gleichen Befehle von Windows 11 bis zurück zu Windows XP identisch.

Ob klassische Kommandozeile, PowerShell oder grafische Tools – die Wahl hängt von euren Vorlieben und Anforderungen ab. Für schnelle Einzelaktionen sind die DOS-Befehle oft die effizienteste Lösung.

Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026