Facebook aus der Sicht von…

von | 22.08.2017 | Internet

Ob die Privatsphären-Einstellungen bei Facebook-Posts so funktionieren, wie man sich das vorstellt, lässt sich mit einer ganz einfachen Funktion überprüfen. Diese praktische Feature ist nach wie vor einer der wertvollsten Tricks für alle, die ihre Privatsphäre im Griff behalten wollen.

Um sich das eigene Facebook-Profil aus der Sicht eines Besuchers anzusehen, loggt man sich zunächst in seinen Account ein. Auf der eigenen Profilseite klickt man nun auf die drei Punkte in der unteren rechten Ecke des Profil-Banners, neben „Aktivitätsprotokoll“, um ein Drop-Down Menü zu öffnen. Hier wählt man die Schaltfläche Aus der Sicht von.

Jetzt öffnet sich das eigene, öffentliche Profil, in dem man nur die Posts, Fotos und Informationen einsehen kann, auf die auch jemand Zugriff hat, mit dem man nicht befreundet ist. Möchte man das eigene Profil aus der Sicht einer spezifischen Person betrachten, klickt man am oberen Bildschirmrand auf Als eine bestimmte Person ansehen und gibt den User-Namen der Person ein.

Das Profil wechselt jetzt in die Ansicht des gewählten Users, der unser Profil aufruft. Zum Beenden dieser Funktion, klickt man einfach auf das kleine Kreuz oben links, um in die normale Ansicht zurückzuwechseln.

Warum diese Funktion wichtiger denn je ist

In Zeiten von KI-basierten Datensammlern, Deepfakes und ausgeklügelten Social Engineering-Attacken ist Privatsphäre-Kontrolle kein Nice-to-have mehr – es ist essentiell. Facebook hat seine Datenschutz-Tools zwar kontinuierlich erweitert, aber viele User überschätzen massiv, wie privat ihre Posts wirklich sind.

Die „Aus der Sicht von“-Funktion deckt schonungslos auf, was wirklich öffentlich sichtbar ist. Oft sind das deutlich mehr Informationen als gedacht: alte Posts mit lockeren Privatsphäre-Einstellungen, Fotos aus vergangenen Jahren oder Kommentare unter öffentlichen Posts anderer.

Was besonders zu beachten ist

Besonders tückisch sind Interaktionen mit öffentlichen Posts. Wer unter einem öffentlichen Post kommentiert oder reagiert, macht diese Aktivität für jeden sichtbar – unabhängig von den eigenen Privatsphäre-Einstellungen. Das gilt auch für geteilte Inhalte von öffentlichen Seiten.

Ein weiterer Fallstrick: Markierungen durch Freunde. Selbst wenn eure eigenen Posts privat sind, können Markierungen in fremden Posts euer Profil für deren Publikum sichtbar machen. Hier solltet ihr die Einstellungen für Markierungen regelmäßig überprüfen.

Mobile App vs. Desktop

Auf dem Smartphone ist die Funktion etwas versteckt. In der Facebook-App tippt ihr auf euer Profilbild, dann auf die drei Punkte oben rechts. Dort findet ihr „Profil aus anderer Sicht anzeigen“. Die Funktionalität ist identisch, aber der Zugang unterscheidet sich leicht.

Regelmäßige Kontrolle macht den Unterschied

Setzt euch alle paar Monate eine Erinnerung, eure Privatsphäre-Sichtbarkeit zu checken. Facebook ändert regelmäßig Features und Einstellungen – manchmal werden dabei Privatsphäre-Settings zurückgesetzt oder neue Funktionen standardmäßig öffentlich aktiviert.

Besonders wichtig: Überprüft nicht nur die Standardansicht für Fremde, sondern auch gezielt aus der Sicht von Arbeitskollegen, entfernten Bekannten oder Ex-Partnern. Manchmal sind bestimmte Listen oder Freundeskreise sichtbar, die man lieber privat halten möchte.

Zusätzliche Datenschutz-Tools nutzen

Neben der Sichtbarkeits-Kontrolle solltet ihr auch Facebooks erweiterte Privatsphäre-Tools nutzen. Das umfasst die Einstellungen für Suchmaschinen-Indexierung, Freundschaftsanfragen und die Sichtbarkeit eurer Freundesliste. Diese Optionen findet ihr unter „Einstellungen und Privatsphäre“ > „Privatsphäre-Einstellungen“.

Ein unterschätztes Feature ist auch der „Privatsphäre-Check“, den Facebook in den Einstellungen anbietet. Dieser führt step-by-step durch die wichtigsten Datenschutz-Optionen und erklärt, was jede Einstellung bewirkt.

Das große Ganze im Blick behalten

Die „Aus der Sicht von“-Funktion ist ein mächtiges Tool, aber nur ein Baustein einer durchdachten Datenschutz-Strategie. Kombiniert sie mit bewussten Posting-Gewohnheiten, regelmäßigen Privatsphäre-Audits und einem gesunden Misstrauen gegenüber zu offenherzigen Posts.

Denn am Ende gilt: Was einmal im Internet steht, bleibt im Internet – auch wenn es später gelöscht wird. Screenshots, Backups und Archive sorgen dafür, dass „privat“ oft nur eine Illusion ist.

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026