Festplatte: Separates Daten-Laufwerk nachträglich einrichten

von | 20.10.2013 | Tipps

Wenn ihr das Windows-System samt Programmen sowie eure eigenen Dateien auf verschiedenen Laufwerken eurer Festplatte speichert, seid ihr auf der sicheren Seite. Schon während der Installation von Windows lässt sich eine solche Zweit-Partition einrichten. Es geht aber auch nachträglich, im laufenden System. Wie?

Die Trennung von System und Daten bringt mehrere Vorteile mit sich: Bei einer Neuinstallation von Windows bleiben eure persönlichen Dateien unangetastet, Backups lassen sich gezielter erstellen, und die Systemperformance kann sich verbessern, wenn weniger Datenmüll auf dem Systemlaufwerk liegt.

Dazu verkleinert ihr das Systemlaufwerk C, um Platz für eine zweite Partition zu schaffen, die dann D heißen wird. Damit das Systemlaufwerk verkleinert werden kann, solltet ihr zunächst etwas Vorarbeit leisten.

Vorbereitung: System optimieren

Moderne Windows-Versionen (Windows 10/11) verwenden standardmäßig SSDs, die keine klassische Defragmentierung benötigen. Trotzdem solltet ihr das Laufwerk optimieren. Öffnet den Explorer, und klickt mit der rechten Maustaste auf „Lokaler Datenträger (C:)“ (das Laufwerk könnte bei euch auch anders heißen). Wählt nun „Eigenschaften“, und schaltet zum Tab „Tools“. Hier klickt ihr auf „Optimieren“, markiert dann in der Liste erneut Laufwerk C und klickt danach auf „Optimieren“.

Bei SSDs führt Windows eine TRIM-Optimierung durch, bei herkömmlichen Festplatten eine Defragmentierung. Jetzt heißt es eine Weile warten, bis in der Spalte „Zuletzt ausgeführt“ das heutige Datum erscheint. Schließt das Fenster anschließend.

Zusätzlich solltet ihr temporäre Dateien aufräumen. Geht dazu in die Windows-Einstellungen (Windows-Taste + i), wählt „System“ und dann „Speicher“. Klickt auf „Temporäre Dateien“ und löscht unnötige Daten wie Downloads, Papierkorb-Inhalte oder alte Windows-Update-Dateien.

Partition verkleinern und neue erstellen

Im nächsten Schritt wird das Systemlaufwerk verkleinert. Dazu drückt ihr gleichzeitig [Windows] + [R], gebt dann diskmgmt.msc ein und klickt auf „OK“. Die Datenträgerverwaltung ist das mächtigste Tool für Partitionierungsaufgaben in Windows.

Ist die Laufwerkliste geladen, folgt ein Rechtsklick auf Laufwerk C, wonach ihr im Kontextmenü auf „Volume verkleinern“ klickt. Windows analysiert nun, wie viel Platz verfügbar ist. Im Anschluss erhaltet ihr Auskunft, wie viel Speicher maximal für das zweite Laufwerk genutzt werden könnte.

Wählt die Größe so, dass für das Systemlaufwerk mindestens 60-80 GB übrig bleiben – moderne Windows-Versionen und Programme benötigen deutlich mehr Platz als früher. Windows 11 allein belegt schon etwa 20-25 GB, dazu kommen Programme, Updates und Auslagerungsdateien.

Nach erfolgreicher Verkleinerung seht ihr den gewonnenen Speicherplatz als „Nicht zugeordnet“. Ein Rechtsklick darauf bietet euch die Option „Einfaches Volume erstellen…“. Der Assistent führt euch durch die Erstellung:

  1. Größe bestätigen (meist den kompletten verfügbaren Platz)
  2. Laufwerksbuchstaben wählen (standardmäßig D)
  3. Dateisystem auswählen (NTFS für Windows)
  4. Formatierung mit Schnellformatierung aktiviert lassen

Bestätigt das Anlegen des neuen Laufwerks. Unter dem angegebenen Buchstaben findet ihr es in Zukunft im Explorer und könnt nun eure privaten Daten dort speichern.

datentraegerverwaltung-zweites-laufwerk-erstellen

Benutzerordner umleiten (optional)

Für konsequente Datentrennung könnt ihr die Standard-Benutzerordner wie Desktop, Dokumente, Downloads und Bilder auf das neue Laufwerk umleiten. Klickt dazu mit der rechten Maustaste auf einen dieser Ordner im Explorer, wählt „Eigenschaften“ und den Tab „Pfad“. Hier lässt sich ein neuer Speicherort auf Laufwerk D festlegen.

Alternative: Storage Spaces

Bei mehreren physischen Laufwerken bietet Windows die „Speicherplätze“ (Storage Spaces) als moderne Alternative. Diese können mehrere Festplatten zu einem logischen Volume zusammenfassen und bieten gleichzeitig Redundanz-Optionen.

Wichtige Hinweise

Achtung: Die Partitionierung kann bei Stromausfall oder Systemfehlern zu Datenverlust führen. Erstellt vorher unbedingt ein Backup wichtiger Daten. Bei sehr vollen Festplatten (über 90% belegt) funktioniert die Verkleinerung möglicherweise nicht optimal, da Windows nicht alle Dateien verschieben kann.

Die Trennung von System und Daten ist eine bewährte Praxis, die euch bei zukünftigen Windows-Updates, Neuinstallationen oder Problemen viel Ärger ersparen kann.

Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026