Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Übertragung einer großen FTP-Datei wegen irgendeiner Störung beim Internet einfach abbricht. Dann muss man alles von vorn beginnen und nochmals up- oder downloaden. Es sei denn, ihr verwendet FileZilla.
Das kostenlose FTP-Programm (erhältlich für Windows, macOS und Linux) ist nämlich in der Lage, die Übertragung abgebrochener Dateien dort fortzusetzen, wo sie aufgehört hatte. Diese Funktion ist besonders wertvoll bei großen Dateien oder instabilen Internetverbindungen.
Resume-Funktion in FileZilla aktivieren
Dazu startet ihr das Programm zunächst und klickt dann im Menü auf Übertragung → Umgang mit bereits existierenden Dateien. Im daraufhin angezeigten Dialog ändert ihr die Option für die gewünschte Richtung – also entweder Up- oder Downloads – auf Datei-Übertragung fortsetzen und klickt auf OK.
Wird nun eine Datei übertragen, die auf dem Ziel-System schon vorhanden ist (aber kleiner ist), beginnt der Kopier-Vorgang an der Stelle, wo er zuvor abgebrochen war.
Wichtige Voraussetzungen für die Resume-Funktion
Damit die Resume-Funktion korrekt funktioniert, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Der FTP-Server muss diese Funktion unterstützen – was glücklicherweise bei den meisten modernen Servern der Fall ist. Außerdem sollte die teilweise übertragene Datei auf dem Zielsystem noch vorhanden sein.
Bei binären Dateien wie Bildern, Videos oder Archiven funktioniert die Fortsetzung problemlos. Bei Textdateien kann es in seltenen Fällen zu Problemen kommen, wenn unterschiedliche Zeichenkodierungen verwendet werden.
Automatische und manuelle Resume-Modi
FileZilla bietet verschiedene Modi für den Umgang mit bereits existierenden Dateien:
- Überschreiben: Die Datei wird komplett neu übertragen
- Überspringen: Bereits vorhandene Dateien werden ignoriert
- Datei-Übertragung fortsetzen: Die Übertragung wird am Abbruchpunkt fortgesetzt
- Umbenennen: Die neue Datei erhält einen anderen Namen
- Fragen: Bei jeder Datei wird nachgefragt
Die Resume-Option ist besonders praktisch bei großen Multimedia-Dateien, Backups oder Software-Updates, die mehrere Gigabyte groß sein können.
Übertragungsgeschwindigkeit optimieren
Neben der Resume-Funktion bietet FileZilla weitere Möglichkeiten zur Optimierung von Dateiübertragungen. In den Einstellungen unter Bearbeiten → Einstellungen → Übertragungen könnt ihr die Anzahl der gleichzeitigen Übertragungen erhöhen. Standard sind zwei parallele Verbindungen, aber viele Server erlauben mehr.
Auch die Puffergröße lässt sich anpassen. Bei stabilen Breitbandverbindungen kann ein größerer Puffer die Übertragungsgeschwindigkeit erhöhen. Vorsicht ist jedoch bei instabilen Verbindungen geboten – hier sollten kleinere Puffergrößen gewählt werden.
Troubleshooting bei Resume-Problemen
Sollte die Resume-Funktion nicht funktionieren, liegt das meist am Server. Ältere FTP-Server oder bestimmte Konfigurationen unterstützen diese Funktion nicht. In solchen Fällen erhaltet ihr eine entsprechende Fehlermeldung.
Ein weiterer häufiger Grund: Die lokale Datei wurde seit dem Abbruch verändert oder gelöscht. FileZilla überprüft die Dateigröße und kann nur fortsetzen, wenn die Zieldatei kleiner ist als die Quelldatei.
Alternative: SFTP für sichere Übertragungen
Während klassisches FTP noch weit verbreitet ist, empfiehlt sich für sensible Daten die Verwendung von SFTP (SSH File Transfer Protocol). FileZilla unterstützt auch SFTP vollständig inklusive der Resume-Funktion. SFTP verschlüsselt alle Daten während der Übertragung und bietet damit deutlich mehr Sicherheit.
Die Konfiguration ist einfach: Beim Verbindungsaufbau wählt ihr als Protokoll „SFTP“ statt „FTP“. Alle anderen Funktionen bleiben identisch.
Fazit: FileZilla als zuverlässiger FTP-Client
FileZilla hat sich nicht umsonst als einer der beliebtesten FTP-Clients etabliert. Die Resume-Funktion ist nur eine von vielen praktischen Features, die den Alltag beim Dateitransfer erleichtern. Kombiniert mit der kostenlosen Verfügbarkeit und der regelmäßigen Weiterentwicklung bleibt FileZilla auch 2026 eine ausgezeichnete Wahl für alle FTP-Aufgaben.
Die Möglichkeit, abgebrochene Übertragungen fortzusetzen, spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven – besonders bei großen Dateien oder langsamen Internetverbindungen.
Zuletzt aktualisiert am 08.04.2026

