Geopositionen einfacher merken: What3Words

von | 31.12.2020 | Surftipp, Tipps

Ihr wollt euch mit Freunden an einem besonderen Ort treffen? Im besten Fall bekommt ihr eine klassische Adresse mit Straße, Hausnummer und Ort. Viele Informationen, die sich durch die ganzen Eigennamen aber schwer merken lassen. Noch komplizierter wird’s, wenn der Treffpunkt mitten im Nirgendwo liegt und ihr nur GPS-Koordinaten aus Längen- und Breitengraden erhaltet. Endlose Zahlenkolonnen, die sich kein Mensch merken kann. Zum Glück gibt es eine clevere Alternative.

What3Words ist ein kostenloser Dienst, der seit Jahren einen genial einfachen Ansatz verfolgt: Jede Position auf der Welt – und zwar wirklich jede – lässt sich durch eine einzigartige Kombination aus nur drei Wörtern darstellen. Das funktioniert in über 50 Sprachen: Ruft ihr die Webseite aus Deutschland auf, bekommt ihr deutsche Wörter. Aus England heraus sind es englische Begriffe. Der große Vorteil: Unser Gehirn kann aus drei zusammengehörigen Wörtern viel einfacher einen merkbaren „Satz“ bilden als sich Zahlenkoordinaten oder komplizierte Adressen zu merken.

So funktioniert What3Words in der Praxis

Das System teilt die gesamte Erdoberfläche in 3×3 Meter große Quadrate auf. Ja, richtig gelesen: Jedes einzelne 9-Quadratmeter-Feld hat seine eigene Dreiwort-Adresse. Das sind insgesamt etwa 57 Billionen Quadrate weltweit. Klingt nach viel? Reicht aber aus, um jeden Punkt präzise zu lokalisieren – oft sogar genauer als herkömmliche Adressen.

Klickt auf Finde Deine Dreiwortadresse und bewegt die Karte zu eurem gewünschten Ort. Alternativ gebt ihr im Suchfeld eine bekannte Adresse ein. Praktisch: Da jedes 3×3-Meter-Quadrat eine eigene Adresse hat, könnt ihr sogar ein bisschen „herumspielen“ und nach der für euch am besten merkbaren Kombination suchen.

Ein Beispiel: Das Brandenburger Tor in Berlin liegt bei „///spült.dankbar.bewirbt“. Zugegeben, nicht gerade poetisch, aber definitiv merkbarer als „52.516275, 13.377704“.

Mobile Apps machen’s noch einfacher

Seit 2024 haben die What3Words-Apps für iOS und Android deutlich an Funktionen zugelegt. Die Integration in Apple Maps und Google Maps funktioniert mittlerweile nahtlos. Ihr könnt Dreiwort-Adressen direkt in euren Standard-Navi-Apps verwenden, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und herzuspringen.

Besonders praktisch: Die Offline-Funktion. Seit dem großen Update 2025 könnt ihr auch ohne Internetverbindung Dreiwort-Adressen in GPS-Koordinaten umwandeln und umgekehrt. Perfekt für Wanderungen oder Reisen in abgelegene Gebiete.

Wo What3Words bereits Standard ist

Der Dienst hat sich in den letzten Jahren von einer netten Spielerei zu einem ernsthaften Tool entwickelt. Viele Rettungsdienste in Deutschland, Österreich und der Schweiz akzeptieren mittlerweile What3Words-Adressen für Notrufe – besonders hilfreich in ländlichen Gebieten oder bei Outdoor-Unfällen.

Logistikunternehmen nutzen das System für präzise Lieferungen, wo normale Adressen zu ungenau sind. Festival- und Event-Veranstalter setzen auf Dreiwort-Adressen für Treffpunkte. Selbst einige Airbnb-Gastgeber verwenden sie als Ergänzung zur normalen Anschrift.

Grenzen und Alternativen

Trotz aller Vorteile hat What3Words auch Schwächen. Das System ist proprietär – gehört also einem Unternehmen. Ähnlich klingende Wörter können zu Verwirrung führen, besonders bei schlechter Handyverbindung oder Übertragungsfehlern.

Alternativen wie der Open Location Code (Plus Codes) von Google oder das OpenLocationCode-Projekt setzen auf offene Standards. Diese nutzen aber Zahlen-Buchstaben-Kombinationen, die sich schwerer merken lassen.

PlusCode-Adressen sehen etwa so aus: „9F4M+2X Berlin“ – funktional, aber nicht gerade eingängig.

Fazit: Nützlich, aber mit Bedacht einsetzen

What3Words löst ein echtes Problem elegant: komplizierte Ortsangaben werden zu merkbaren Begriffen. Für Outdoor-Aktivitäten, Notfälle oder Treffen an ungewöhnlichen Orten ist das System Gold wert. Die verbesserte Integration in gängige Apps macht die Nutzung 2026 deutlich unkomplizierter als früher.

Trotzdem solltet ihr What3Words als Ergänzung zu herkömmlichen Adressen sehen, nicht als Ersatz. Und überprüft sicherheitshalber immer die Position auf der Karte, bevor ihr euch auf den Weg macht – ein Tippfehler kann euch schnell ins völlig falsche Gebiet führen.

Der Empfänger eurer Dreiwort-Adresse kann diese einfach in die What3Words-App oder -Website eingeben und bekommt sofort die exakte Position angezeigt. Einfacher geht Ortsangabe wirklich nicht.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026