GIMP: Anzahl der Rückgängig-Schritte erhöhen

von | 10.09.2016 | Software

Wer Bilder bearbeiten oder eine schicke Illustration erstellen will, braucht kein teures Programm. Das kostenlose GIMP genügt da völlig. Hat man darin eine Funktion ausprobiert, das Ergebnis überzeugt aber nicht, geht man einfach auf Rückgängig. Wie viele Schritte in der Historie archiviert werden, kann man einstellen – und das solltet ihr auch tun.

Gerade bei komplexen Bildbearbeitungen mit vielen Ebenen, Filtern und Effekten kann es schnell passieren, dass ihr mehrere Schritte zurück müsst. Die Standard-Einstellung von GIMP ist hier oft zu knapp bemessen. Mit ein paar Klicks lässt sich das aber optimieren.

So erhöht ihr die Anzahl der Rückgängig-Schritte

Die Anzahl der Rückgängig-Schritte lässt sich mit den folgenden Schritten anpassen:

  1. Als Erstes wird GIMP gestartet.
  2. Jetzt oben im Menü die Einstellungen aufrufen.
  3. Nun zum Bereich Umgebung wechseln.
  4. Hier bei der Einstellung Maximaler Speicher für das Journal einen höheren Wert einstellen.

gimp-maximaler-speicher-journal

Tipp: Wie viele Schritte tatsächlich rückgängig gemacht werden können, richtet sich danach, wie viel Platz ein einzelner Schritt belegt. Und das wiederum hängt unter anderem von der Größe des bearbeiteten Bildes ab.

Optimale Werte für euren Workflow

Die Standard-Einstellung liegt meist bei 64 MB. Für moderne Computer mit ausreichend RAM könnt ihr diesen Wert problemlos auf 256 MB oder sogar 512 MB erhöhen. Bei 4K-Bildern oder Projekten mit vielen Ebenen solltet ihr sogar 1 GB oder mehr einplanen.

Als Faustregel gilt: Pro 100 MB könnt ihr etwa 10-20 Schritte bei mittelgroßen Bildern (2-3 Megapixel) rückgängig machen. Bei hochauflösenden Fotos reduziert sich diese Zahl entsprechend.

Alternative: Anzahl der Schritte direkt begrenzen

Seit GIMP 2.10 gibt es eine weitere Option: Ihr könnt auch direkt die maximale Anzahl der Rückgängig-Schritte festlegen. Diese Einstellung findet ihr im gleichen Menü unter „Maximale Anzahl Rückgängig-Schritte“. Hier könnt ihr beispielsweise 100 oder 200 Schritte einstellen.

Der Vorteil dieser Methode: GIMP merkt sich garantiert die angegebene Anzahl von Schritten, unabhängig vom Speicherverbrauch. Der Nachteil: Bei sehr großen Bildern kann das deutlich mehr RAM verbrauchen als die Speicher-basierte Variante.

Performance im Blick behalten

Wichtig zu wissen: Mehr Rückgängig-Schritte bedeuten auch mehr RAM-Verbrauch. Wenn euer Computer nur 8 GB RAM hat, solltet ihr nicht übertreiben. Stellt den Wert schrittweise höher und beobachtet, wie sich das auf die Performance auswirkt.

Moderne Rechner mit 16 GB oder mehr können problemlos 1-2 GB für die GIMP-Historie abzweigen. Das ermöglicht dann auch bei großen Projekten ein entspanntes Arbeiten ohne ständige Sorge um zu wenige Rückgängig-Schritte.

Journal-Andockfenster nutzen

Übrigens: Um den Überblick über eure Bearbeitungsschritte zu behalten, aktiviert das Journal-Andockfenster. Geht dazu auf „Fenster > Andockbare Dialoge > Journal“. Hier seht ihr alle Schritte als Liste und könnt gezielt zu bestimmten Punkten zurückspringen.

Das ist besonders praktisch, wenn ihr experimentiert und verschiedene Effekte ausprobiert. Statt mühsam Strg+Z zu drücken, klickt ihr einfach auf den gewünschten Schritt in der Liste.

Weitere Tipps für effizientes Arbeiten

Neben mehr Rückgängig-Schritten könnt ihr euren GIMP-Workflow noch weiter optimieren: Nutzt Ebenen-Gruppen für bessere Organisation, speichert wichtige Zwischenstände als .xcf-Dateien und lernt die wichtigsten Tastenkombinationen. Strg+Z für Rückgängig, Strg+Y für Wiederholen und Strg+Shift+Z für mehrere Schritte vorwärts sollten in Fleisch und Blut übergehen.

Mit diesen Einstellungen und Tipps steht euren kreativen GIMP-Projekten nichts mehr im Weg – und wenn doch mal etwas schiefgeht, habt ihr genug Rückgängig-Schritte in der Hinterhand.

Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026