Google KI-Übersicht abschalten: So bekommst du wieder echte Suchergebnisse

von | 01.09.2026 | Internet

Ganz oben in den Google-Ergebnissen steht seit einiger Zeit ein grauer Kasten mit einer freundlich formulierten Antwort. Praktisch, wenn sie stimmt. Ärgerlich, wenn nicht. Und genau da liegt das Problem: Die KI-Übersicht klingt immer gleich souverän – ob sie recht hat oder nicht. Wenn du lieber selbst entscheidest, welcher Quelle du glaubst, kannst du den Kasten loswerden. Nur eben nicht mit einem Schalter in den Einstellungen.

Wie oft die KI-Übersicht danebenliegt

Die „New York Times“ hat gemeinsam mit dem KI-Start-up Oumi nachgemessen und über 4.000 Google-Suchen ausgewertet. Das Ergebnis klingt zunächst gut: Mit dem älteren Gemini-Modell waren rund 85 Prozent der KI-Antworten korrekt, mit dem aktuellen Modell sind es etwa 91 Prozent.

Neun von zehn Antworten richtig – das wäre für einen Schulaufsatz eine solide Note. Für eine Suchmaschine, über die weltweit Billionen Anfragen laufen, sieht die Rechnung anders aus. Aus der Rest-Fehlerquote werden schlicht Millionen falsche Auskünfte pro Stunde.

Spannender als die Trefferquote ist ein zweiter Befund der Analyse: Ein großer Teil der richtigen Antworten war gar nicht durch aktuelle Quellen gedeckt. Die KI hat aus ihrem Training gewusst, was stimmt – nicht aus den verlinkten Webseiten. Bei zeitkritischen Themen wird daraus schnell ein Problem: Preise, Öffnungszeiten, Gesetzeslagen, Personalien. Die typischen Fehler in der Analyse waren keine wilden Halluzinationen, sondern kleine Verwechslungen: der falsche Fluss, das falsche Datum, die falsche von zwei ähnlichen Personen.

Google widerspricht der Untersuchung und hält den verwendeten Testkatalog für nicht repräsentativ. Fürs eigene Suchverhalten ändert das wenig: Was oben im Kasten steht, ist ein Vorschlag – keine geprüfte Auskunft.

Google-Suchergebnis zu Kalorien von Donuts
Google zeigt Kalorienangaben für verschiedene Donutarten. Ein Donut enthält etwa 220 bis 400 Kalorien.

Warum es keinen Ausschalter gibt

Die schlechte Nachricht zuerst: Google betrachtet die KI-Übersicht als Kernfunktion der Suche. Einen Haken in den Einstellungen, mit dem du sie dauerhaft und geräteübergreifend deaktivierst, gibt es nicht – und es gab ihn nie. Alles, was funktioniert, sind Umwege. Die sind allerdings unspektakulär einfach.

Ein zweiter Punkt gehört dazu: Websites können sich ebenfalls nicht sauber aus der KI-Übersicht aussteigen lassen. Wer seine Inhalte für den KI-Kasten sperrt, verschwindet meist auch aus den normalen Suchtreffern. Die Antwort oben im Kasten wird also aus Quellen gebaut, die dort nicht unbedingt landen wollten.

Der schnellste Weg: der Web-Filter

Google selbst bietet eine Ansicht ohne KI-Kasten an, versteckt sie aber gut. Such wie gewohnt, klick über den Ergebnissen auf „Mehr“ und wähle „Web“. Übrig bleibt die klassische Linkliste – ohne KI-Zusammenfassung, ohne Shopping-Karussell, ohne Infobox.

Der Haken: Die Auswahl hält nur für diese eine Suche. Bei der nächsten Anfrage ist der Kasten zurück. Für den schnellen Gegencheck reicht das, als Dauerlösung nervt es.

Die Dauerlösung: udm=14 als Standardsuche

Hinter dem Web-Filter steckt ein simpler Parameter in der Adresse: udm=14. Den kannst du in deinem Browser fest verdrahten – dann landet jede Suche aus der Adresszeile automatisch in der klassischen Ansicht.

Chrome und Edge: Öffne die Einstellungen, geh zu „Suchmaschine“ und dort zu „Suchmaschinen verwalten“. Leg eine neue Suchmaschine an, vergib einen Namen wie „Google ohne KI“ und ein Kürzel deiner Wahl. Als Adresse trägst du ein:

https://www.google.com/search?q=%s&udm=14

Anschließend machst du diesen Eintrag über das Drei-Punkte-Menü zur Standardsuchmaschine. Fertig.

Firefox: Am Desktop legst du die Suchmaschine über ein Lesezeichen mit Schlüsselwort an – gleiche Adresse, gleiches Prinzip. Firefox am Handy erlaubt eigene Suchmaschinen direkt in den Einstellungen, was ihn auf dem Smartphone zur bequemsten Lösung macht.

Safari: Apple lässt keine eigenen Suchmaschinen zu. Hier hilft nur ein Lesezeichen auf die Web-Ansicht – oder du weichst für Recherchen auf einen anderen Browser aus.

Browser-Erweiterungen: bequem, aber wackelig

Für Chrome und Firefox gibt es kostenlose Add-ons wie „Hide Google AI Overviews“, die den Kasten automatisch ausblenden. Das ist der komfortabelste Weg, hat aber zwei Nachteile: Die KI-Antwort wird trotzdem erzeugt, sie wird nur versteckt. Und sobald Google den Seitenaufbau ändert, ist die Erweiterung erst einmal blind, bis der Entwickler nachzieht.

Wer ohnehin sparsam mit Erweiterungen umgeht, fährt mit der udm=14-Variante stabiler. Sie kommt ohne fremden Code aus und funktioniert seit Monaten unverändert.

Auf dem Smartphone

In der Google-App führt kein Weg an der KI-Übersicht vorbei. Drei Möglichkeiten hast du trotzdem:

  • Nach jeder Suche oben auf „Web“ wechseln
  • Die udm=14-Adresse als Lesezeichen auf den Startbildschirm legen
  • Firefox mit eigener Standardsuchmaschine einrichten

Am Ende ist es eine Gewohnheitsfrage: Ein Lesezeichen auf dem Homescreen kostet einen Fingertipp – und du landest sofort in der Ansicht ohne KI.

Alternativen jenseits von Google

Es muss nicht immer Google sein. Suchmaschinen wie DuckDuckGo, Startpage oder Ecosia lassen sich so einstellen, dass keine KI-Antworten erscheinen. Und für Fragen, bei denen du tatsächlich eine zusammengefasste Antwort willst, ist ein spezialisierter Dienst wie Perplexity oft die bessere Wahl: Der zeigt seine Quellen offen an, statt sie in einem Kasten zu verstecken.

Was du daraus mitnimmst

Die KI-Übersicht ist kein Betrug, aber auch keine Redaktion. Sie ist ein sehr gut formulierter erster Eindruck – und der stimmt in etwa neun von zehn Fällen. Bei der Frage, wie hoch der Kölner Dom ist, kannst du damit leben. Bei Medikamenten, Fristen, Preisen oder Rechtsfragen solltest du die Quelle sehen, aus der die Antwort stammt.

Der Aufwand dafür ist minimal: einmal udm=14 als Standardsuche hinterlegen, danach nie wieder darüber nachdenken. Du bekommst wieder das, wofür Google ursprünglich mal berühmt geworden ist – eine Liste mit Links, aus der du selbst auswählst.

Häufige Fragen

Kann ich die KI-Übersicht dauerhaft in meinem Google-Konto abschalten? Nein. Eine offizielle Einstellung dafür gibt es nicht. Nur der Web-Filter, der udm=14-Parameter oder eine Browser-Erweiterung helfen.

Verliere ich mit dem Web-Filter Suchergebnisse? Nein, die klassischen Treffer bleiben vollständig. Es fallen nur KI-Kasten, Shopping-Anzeigen und Infoboxen weg.

Funktioniert udm=14 auch in Zukunft? Der Parameter gehört zu Googles eigener Filterlogik und läuft seit seiner Einführung stabil. Eine Garantie gibt Google dafür allerdings nicht.

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Jörg Schieb
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