Gamer-PCs und moderne Workstations haben heute standardmäßig mehrere Grafik-Chips. Welche GPU für welche Anwendung zum Einsatz kommt, lässt sich in Windows 11 (und bereits seit dem April 2018-Update von Windows 10) gezielt steuern. Das funktioniert auch hervorragend für Spiele und Apps aus dem Microsoft Store.
Die Grafik-Einstellungen für Windows-Apps erreicht ihr über Start > Einstellungen > Gaming > Grafik. In Windows 11 ist der Pfad noch direkter geworden. Alternativ könnt ihr auch einfach „Grafikeinstellungen“ in die Windows-Suche eingeben.
Hier wählt ihr in der Dropdown-Liste Microsoft Store-App aus (früher „Universelle App“ genannt), dann markiert ihr darunter die gewünschte Anwendung. Nach einem Klick auf Hinzufügen erscheint die App in der Liste der Programme, für die sich individuelle Grafik-Einstellungen festlegen lassen.
Jetzt könnt ihr das Spiel oder die App markieren und die Optionen öffnen. Hier stehen euch drei Modi zur Verfügung:
System-Standard: Windows entscheidet automatisch, welche GPU verwendet wird. Das funktioniert meist gut, ist aber nicht immer optimal.
Energiesparmodus: Nutzt die integrierte Grafik (meist Intel oder AMD APU). Perfekt für Office-Apps oder weniger anspruchsvolle Programme, die Akkulaufzeit schonen sollen.
Hohe Leistung: Aktiviert die dedizierte Grafikkarte (NVIDIA GeForce, AMD Radeon). Das ist der Modus eurer Wahl für Gaming und grafikintensive Anwendungen.
Besonders nützlich in diesen Situationen:
Bei Gaming-Laptops mit Hybrid-Grafik sorgt die manuelle Zuweisung dafür, dass eure Lieblingsspiele immer die volle GPU-Power bekommen. Gerade bei neueren Titeln aus dem Xbox Game Pass oder Microsoft Store macht das einen enormen Unterschied.
Workstation-Nutzer können kreative Apps wie Blender, Adobe Creative Suite oder CAD-Programme gezielt der leistungsstarken GPU zuweisen, während Browser und Office-Programme die integrierte Grafik nutzen.
Auch für VR-Anwendungen ist die manuelle Zuweisung zur High-Performance-GPU essentiell. Windows erkennt nicht immer automatisch, dass VR-Apps maximale Grafikleistung benötigen.
Zusätzliche Optimierungen:
Seit Windows 11 22H2 gibt es erweiterte GPU-Scheduling-Optionen. Diese findet ihr unter Einstellungen > Gaming > Grafik > Standardgrafikeinstellungen. Das „Hardware-beschleunigte GPU-Scheduling“ kann bei modernen Grafikkarten (RTX 20-Serie aufwärts, RX 5000-Serie aufwärts) für bessere Performance sorgen.
Für DirectX 12-Spiele ist außerdem die „Variable Rate Shading“-Option interessant, falls eure GPU das unterstützt. Diese Technologie kann in bestimmten Szenarien bis zu 15% mehr FPS herausholen.
Troubleshooting-Tipps:
Falls eine App nicht in der Liste auftaucht, könnt ihr auch den Pfad zur ausführbaren Datei manuell hinzufügen. Wählt dazu „Desktop-App“ statt „Microsoft Store-App“ und navigiert zum entsprechenden Ordner.
Bei Problemen mit der automatischen GPU-Erkennung hilft oft ein Neustart nach der Einstellungsänderung. Moderne Spiele zeigen im Grafikmenü meist an, welche GPU gerade aktiv ist.
Der Task-Manager (Strg+Shift+Esc) zeigt unter dem Reiter „Leistung“ die Auslastung beider GPUs in Echtzeit. So könnt ihr prüfen, ob eure Einstellungen greifen.
Gaming-Performance maximieren:
Kombiniert die GPU-Zuweisung mit anderen Windows-Gaming-Features: Der Spielmodus (Windows-Taste + G) priorisiert Systemressourcen für Spiele. AutoHDR verbessert die Darstellung in älteren Titeln auf HDR-Monitoren.
Für Competitive Gaming deaktiviert die Xbox Game Bar-Aufnahme, falls ihr sie nicht braucht. Das spart zusätzliche Ressourcen.
Die Einstellungen gelten übrigens systemweit und bleiben auch nach Windows-Updates erhalten. Einmal konfiguriert, müsst ihr euch keine Gedanken mehr machen – eure Games laufen automatisch mit optimaler Performance.
Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026

