Linux-Nutzer müssen nicht mehr auf eine vollwertige Office-Suite verzichten. Während Microsoft Office native nur unter Windows und macOS läuft, gibt es mittlerweile ausgezeichnete Alternativen, die auch unter Linux perfekt funktionieren. Eine davon ist WPS Office – eine kostenlose Office-Suite, die Microsoft Office verblüffend ähnlich sieht und sich genauso bedienen lässt.
WPS Office: Der perfekte Microsoft-Office-Klon
WPS Office (früher bekannt als Kingsoft Office) ist eine vollständige Office-Suite, die aus drei Hauptkomponenten besteht: WPS Writer (Textverarbeitung), WPS Spreadsheets (Tabellenkalkulation) und WPS Presentation (Präsentationen). Die Ähnlichkeit zu Microsoft Word, Excel und PowerPoint ist dabei kein Zufall – die Entwickler haben bewusst auf eine vertraute Benutzeroberfläche gesetzt.
Besonders beeindruckend ist die Kompatibilität: WPS Office öffnet und bearbeitet Microsoft-Office-Dateien in den Formaten *.docx, *.xlsx und *.pptx problemlos. Die Formatierung bleibt erhalten, Formeln funktionieren korrekt und sogar komplexe Präsentationen mit Animationen werden ordentlich dargestellt. Das macht WPS Office zur idealen Lösung für alle, die im beruflichen oder privaten Umfeld regelmäßig Microsoft-Office-Dokumente bearbeiten müssen.
Installation unter Linux leicht gemacht
Die Installation von WPS Office unter Linux ist denkbar einfach. Auf der Community-Website unter https://wps-community.org/download.html findet ihr Download-Pakete für die gängigsten Linux-Distributionen. Debian- und Ubuntu-Nutzer greifen zum *.deb-Paket, während Fedora-, SUSE- und Red-Hat-Nutzer das *.rpm-Paket verwenden.
Nach dem Download installiert ihr das Paket einfach über euren Paketmanager oder per Doppelklick. Die deutsche Lokalisierung ist mittlerweile vollständig verfügbar und muss nicht mehr separat heruntergeladen werden – ein großer Fortschritt gegenüber früheren Versionen.
Was WPS Office 2024/2025 besonders macht
In den letzten Jahren hat sich WPS Office erheblich weiterentwickelt. Die aktuelle Version bringt einige Features mit, die sogar über das hinausgehen, was Microsoft Office in der Grundausstattung bietet:
• Cloud-Integration: WPS Office unterstützt nicht nur die eigene WPS Cloud, sondern auch Google Drive, Dropbox und OneDrive direkt aus der Anwendung heraus.
• PDF-Bearbeitung: Anders als bei Microsoft Office könnt ihr PDFs direkt in WPS Writer öffnen und bearbeiten – ohne zusätzliche Software.
• Erweiterte Vorlagen: Die Software kommt mit hunderten professioneller Vorlagen für Dokumente, Tabellen und Präsentationen.
• Kollaboration: Mehrere Nutzer können gleichzeitig an Dokumenten arbeiten – ähnlich wie bei Google Workspace.
• KI-Features: Seit 2024 sind auch KI-basierte Funktionen integriert, die beim Schreiben, Formatieren und bei der Datenanalyse helfen.
Performance und Systemanforderungen
WPS Office läuft auch auf älteren Linux-Systemen flüssig. Die Mindestanforderungen sind bescheiden: 1 GB RAM, 2 GB freier Festplattenspeatz und eine halbwegs aktuelle Linux-Distribution reichen völlig aus. Selbst auf schwächerer Hardware startet WPS Office deutlich schneller als LibreOffice und fühlt sich insgesamt responsive an.
Kostenlos, aber mit Werbung
WPS Office ist grundsätzlich kostenlos nutzbar, zeigt aber gelegentlich Werbebanner in der Anwendung. Wer das störend findet, kann für etwa 30 Euro pro Jahr auf WPS Office Premium upgraden. Das entfernt nicht nur die Werbung, sondern schaltet auch erweiterte Features wie zusätzliche Cloud-Speicher und Premium-Vorlagen frei.
Alternative zu LibreOffice?
LibreOffice ist nach wie vor der Standard unter Linux-Office-Suites. WPS Office spielt aber in einer anderen Liga, wenn es um Microsoft-Office-Kompatibilität geht. Während LibreOffice manchmal Probleme mit komplexeren Microsoft-Office-Dokumenten hat, zeigt WPS Office diese meist pixelgenau an.
Für Linux-Nutzer, die regelmäßig mit Windows- oder macOS-Nutzern zusammenarbeiten, ist WPS Office definitiv einen Versuch wert. Die Einarbeitung fällt leicht, die Kompatibilität ist exzellent und die Performance überzeugt auf ganzer Linie.
Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026

