Die Zeiten von iTunes und Groove-Musik sind längst vorbei, aber viele von euch haben noch alte Musiksammlungen und Playlisten auf der Festplatte. Heute zeigen wir euch die modernen Wege, wie ihr eure wertvollen Wiedergabelisten zwischen verschiedenen Musik-Apps und -Diensten transferiert – und dabei nichts verliert.
Von iTunes zu modernen Musik-Apps
Während iTunes 2019 in die drei separaten Apps Musik, TV und Podcasts aufgeteilt wurde, stehen viele Nutzer vor der Herausforderung, ihre jahrelang gepflegten Playlisten in moderne Streaming-Dienste oder neue Musik-Apps zu übertragen. Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen deutlich bessere Lösungen als früher.
Die besten Tools für Playlist-Migration 2026
SongShift hat sich als Marktführer etabliert und unterstützt inzwischen über 20 Streaming-Dienste. Die App erkennt automatisch eure iTunes-Playlisten und konvertiert sie für Spotify, Apple Music, YouTube Music, Amazon Music und viele andere. Besonders clever: SongShift findet auch alternative Versionen von Songs, falls das Original nicht verfügbar ist.
TuneMyMusic ist die Browser-basierte Alternative, die ohne App-Installation auskommt. Einfach die iTunes-XML-Datei hochladen, Zielservice auswählen und los geht’s. Funktioniert auch plattformübergreifend zwischen verschiedenen Streaming-Diensten.
Soundiiz richtet sich an Power-User und bietet erweiterte Funktionen wie Playlist-Synchronisation, Duplikat-Erkennung und sogar automatische Updates zwischen Services. Die Premium-Version kann bis zu 200.000 Songs in einem Durchgang transferieren.
Windows Media Player Legacy vs. neue Musik-App
Microsoft hat Groove Music bereits 2017 eingestellt und durch die neue „Musik“-App ersetzt, die 2022 komplett überarbeitet wurde. Die aktuelle Version kann iTunes-Bibliotheken direkt importieren:
- Musik-App öffnen
- Einstellungen → „Lokale Musik hinzufügen“
- iTunes-Ordner auswählen
- Playlisten werden automatisch erkannt und importiert
Für Nutzer, die noch den klassischen Windows Media Player bevorzugen, gibt es seit 2023 wieder eine modernisierte Legacy-Version, die iTunes-Importe unterstützt.
Spotify und Apple Music: Die Streaming-Giganten
Beide Services haben ihre Import-Funktionen stark verbessert. Spotify scannt euren Computer automatisch nach iTunes-Bibliotheken und bietet an, lokale Playlisten in den Streaming-Katalog zu konvertieren. Dabei werden nicht gefundene Songs auf eine separate Liste gesetzt, damit ihr nichts überspielt.
Apple Music hat den Vorteil der nativen iTunes-Kompatibilität beibehalten. Eure Playlisten synchronisieren sich automatisch über die iCloud-Musikmediathek zwischen allen Geräten.
YouTube Music: Der aufstrebende Konkurrent
Googles Musik-Service hat 2024 seine „Music Locker“-Funktion eingeführt, die stark an Google Play Music erinnert. Ihr könnt bis zu 100.000 eigene Songs hochladen und dabei eure iTunes-Playlisten-Struktur beibehalten. Besonders praktisch: YouTube Music findet oft auch seltene Live-Versionen oder Remixe eurer Songs.
Lokale Lösungen: MediaMonkey und foobar2000
Für alle, die ihre Musik lieber lokal verwalten, sind MediaMonkey 5 und foobar2000 die Top-Empfehlungen 2026. MediaMonkey kann iTunes-Bibliotheken 1:1 importieren und bietet erweiterte Tagging- und Organisations-Features. foobar2000 punktet mit seiner legendären Audioqualität und unzähligen Plugins für jeden Anwendungsfall.
Praktische Tipps für den Transfer
Backup erstellen: Vor jedem Transfer solltet ihr eure iTunes-Bibliothek sichern. Die wichtigen Dateien liegen unter „Musik/iTunes/iTunes Library.xml“.
Smart Playlisten beachten: Dynamische Playlisten mit Regeln lassen sich meist nicht 1:1 übertragen. Notiert euch die Kriterien und erstellt sie im neuen System neu.
Metadaten prüfen: Viele moderne Services nutzen andere Tagging-Standards. Tools wie Mp3tag helfen dabei, eure Sammlung zu standardisieren.
Qualität berücksichtigen: Streaming-Dienste bieten inzwischen oft bessere Audioqualität als alte iTunes-Käufe. Prüft, ob ein Re-Download sinnvoll ist.
KI-gestützte Musikerkennung
Eine spannende Entwicklung sind KI-Tools wie Shazam Enterprise oder ACRCloud, die auch bei stark komprimierten oder beschädigten Musikdateien die richtige Streaming-Version finden. Besonders hilfreich bei alten MP3-Sammlungen mit schlechten Metadaten.
Fazit: Eure Musik verdient moderne Tools
Die Migration von iTunes-Playlisten ist 2026 kein Hexenwerk mehr. Egal ob ihr zu Streaming-Diensten wechselt oder bei lokaler Musik bleibt – die verfügbaren Tools sind ausgereift und zuverlässig. Plant etwas Zeit ein, macht Backups und probiert verschiedene Optionen aus. Eure jahrelang gepflegte Musiksammlung hat es verdient.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

