Kostenlos große Dateien teilen: Filesharing ohne Anmeldung

von | 07.05.2017 | Surftipp

Wer umfangreiche Dateien austauschen möchte, kann sie kostenlos bei speziellen Cloud-Diensten hinterlegen. Der Empfänger kann die Daten dann herunterladen – ohne dass beide Parteien ein Konto benötigen.

Einem Kollegen oder Bekannten große oder viele Dateien auf einmal bereitzustellen, ist per E-Mail normalerweise nicht möglich, da der Umfang der Anhänge in der Regel strikt beschränkt ist. Während Gmail maximal 25 MB erlaubt und Outlook.com bei 20 MB die Grenze zieht, können moderne Video- oder CAD-Dateien schnell mehrere Hundert Megabyte oder sogar Gigabyte groß werden.

Deshalb gibt es inzwischen zahlreiche Lösungen, um Dateien online zu speichern und dem Empfänger die Möglichkeit zu geben, die Dateien dort herunterzuladen. Anbieter wie Google Drive oder Dropbox erfordern jedoch eine Registrierung beider Parteien. Spezielle Filesharing-Dienste wie WeTransfer beschränken die maximale Dateigröße für kostenlose Accounts auf 2 GB und setzen auf nervige Werbeeinblendungen.

Deutsche Alternativen mit höheren Limits

Anders macht es sharepa, ein kostenloser Service aus Aachen. Ganz ohne Registrierung dürfen Nutzer Dateien bis zu einer Größe von fünf Gigabyte hochladen und damit anderen Nutzern zum Download bereitstellen. Nach dem Upload generiert der Dienst einen Download-Link, der sieben Tage gültig ist. Auf Wunsch sendet sharepa eine E-Mail mit diesem Link an eine beliebige E-Mail-Adresse.

Der Anbieter von sharepa beteuert, die hochgeladenen Dateien nach einer Woche wieder zu löschen. Allerdings betont er, dass die Daten nicht verschlüsselt werden. Nutzer sollten entweder gar keine sensiblen Inhalte hochladen oder diese vor dem Upload selbst verschlüsseln. Besonders praktisch: Per Drag & Drop lassen sich ganze Verzeichnisse vom PC in einem Rutsch hochladen.

Weitere empfehlenswerte Alternativen

Neben sharepa haben sich in den letzten Jahren weitere deutsche und europäische Anbieter etabliert. FileDrop.io erlaubt ebenfalls anonyme Uploads bis 5 GB, löscht Dateien jedoch bereits nach 48 Stunden. Send.vis.ee aus Estland punktet mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Dateien bis 20 GB für registrierte Nutzer.

Besonders interessant ist Firefox Send – obwohl Mozilla den ursprünglichen Dienst eingestellt hat, existieren mehrere Open-Source-Implementierungen wie send.zcyph.cc oder drop.chapril.org. Diese bieten echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und erlauben es, Downloads nach einer bestimmten Anzahl von Zugriffen automatisch zu löschen.

Sicherheit und Datenschutz beachten

Dass es sich beim Anbieter von sharepa, der RenderThat GmbH & Co. KG, um eine deutsche Firma handelt, die auf der Webseite ein ordentliches Impressum und Allgemeine Geschäftsbedingungen aufführt, dürfte für Vertrauen sorgen. Cloud-Diensten aus dem Ausland steht man oft skeptischer gegenüber, weil man nicht so genau weiß, was mit den hochgeladenen Dateien passiert und wo sie genau gespeichert werden.

Trotzdem solltet ihr bei allen Filesharing-Diensten vorsichtig sein. Grundsätzlich gilt: Sensible Dokumente wie Verträge, Personalausweise oder private Fotos gehören nicht auf anonyme Filesharing-Plattformen. Falls ihr doch vertrauliche Inhalte teilen müsst, verschlüsselt die Dateien vorher mit Tools wie 7-Zip (mit Passwort-Schutz) oder VeraCrypt.

Tipps für sicheres Filesharing

Achtet bei der Wahl des Anbieters auf folgende Punkte: Wo werden die Server betrieben? Gibt es ein ordentliches Impressum? Wie lange bleiben die Dateien online? Werden sie wirklich gelöscht? Ideal sind Dienste, die clientseitige Verschlüsselung anbieten – dann kann selbst der Anbieter eure Dateien nicht einsehen.

Für regelmäßigen Dateiaustausch im professionellen Umfeld lohnt sich oft ein kostenpflichtiger Business-Account bei etablierten Anbietern wie Dropbox Business, Google Workspace oder Microsoft 365. Diese bieten bessere Sicherheitsfeatures, größere Speicherlimits und Compliance-Zertifikate.

Die Zukunft des Filesharings

Dank immer schnellerer Internetverbindungen werden auch die geteilten Dateien größer. 4K-Videos, hochauflösende RAW-Fotos oder komplette Projektordner können schnell 50 GB oder mehr umfassen. Moderne Filesharing-Dienste müssen daher nicht nur größere Limits, sondern auch intelligente Features wie Resume-fähige Uploads, Bandbreitenbegrenzung und Batch-Downloads bieten.

Ein Trend sind auch dezentrale Filesharing-Lösungen auf Blockchain-Basis wie IPFS (InterPlanetary File System). Diese versprechen mehr Datenschutz und Zensurresistenz, sind aber noch nicht massentauglich.

https://www.sharepa.com

Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026