Das Terminal ist heute wichtiger denn je – nicht nur für Linux-Nutzer, sondern auch für Windows-User mit WSL2 und PowerShell. Wer von der DOS-Kommandozeile oder Windows PowerShell zu Linux wechselt, steht oft vor der Frage: Wie heißt der entsprechende Befehl nochmal?
Diese Übersicht hilft beim Umstieg und zeigt die wichtigsten Kommandos im direkten Vergleich. Links findet ihr die DOS/Windows-Befehle, rechts die entsprechenden Linux-Kommandos.
| Aufgabe | DOS-Befehl | Linux-Befehl |
| Dateien kopieren | copy | cp |
| Dateien löschen | del | rm |
| Dateien verschieben | move | mv |
| Dateien bearbeiten | edit | vi, nano oder micro |
| Ordner wechseln | cd | cd |
| Ordner anlegen | md | mkdir |
| Ordner löschen | rd | rmdir |
| Dateien umbenennen | ren | mv |
| Dateien anzeigen | type | cat |
| Ausgabe seitenweise | <Befehl> | more | <Befehl> | less |
| Verzeichnis auflisten | dir | ls |
| Aktueller Pfad | cd | pwd |
| Prozesse anzeigen | tasklist | ps oder htop |
| Dateien finden | find | find oder locate |
| Netzwerk-Info | ipconfig | ip addr oder ifconfig |
Wichtige Unterschiede zwischen DOS und Linux
Bei Linux sind Groß- und Kleinschreibung relevant – sowohl bei Dateinamen als auch bei Befehlen. Während DOS/Windows case-insensitive arbeitet, macht Linux hier klare Unterschiede. Die Datei „Test.txt“ ist nicht dasselbe wie „test.txt“.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Linux verwendet Forward-Slashes (/) für Pfade, während Windows Backslashes () nutzt. Das Root-Verzeichnis heißt in Linux „/“, nicht „C:“ wie bei Windows.
Nützliche Linux-Befehle für Einsteiger
Einige Linux-Kommandos haben kein direktes DOS-Pendant, sind aber extrem nützlich:
- grep: Durchsucht Dateien nach Text
- tail: Zeigt die letzten Zeilen einer Datei
- head: Zeigt die ersten Zeilen einer Datei
- chmod: Ändert Dateiberechtigungen
- sudo: Führt Befehle mit Admin-Rechten aus
- man: Zeigt Hilfe zu Befehlen an
- which: Findet den Pfad zu einem Programm
WSL2 macht Linux unter Windows zugänglich
Seit 2020 ist das Windows Subsystem for Linux (WSL2) ein Gamechanger. Damit könnt ihr eine vollwertige Linux-Distribution parallel zu Windows laufen lassen. Das bedeutet: Ihr habt Zugriff auf beide Welten und könnt diese Befehlsreferenz direkt praktisch anwenden.
WSL2 unterstützt mittlerweile auch grafische Linux-Programme und Docker läuft darauf deutlich performanter als mit der alten Docker Desktop Variante.
PowerShell vs. traditionelle Kommandozeile
Microsoft hat mit PowerShell eine moderne Shell entwickelt, die objektorientiert arbeitet. Viele Linux-Befehle funktionieren dort bereits nativ – „ls“, „cat“ und „grep“ sind als Aliases verfügbar. PowerShell 7 ist sogar plattformübergreifend und läuft auch unter Linux.
Terminal-Apps der neuen Generation
Das klassische Terminal hat Konkurrenz bekommen. Windows Terminal bietet Tabs, Themes und bessere Performance. Unter Linux sind Alacritty, Kitty oder das Rust-basierte Wezterm beliebte Alternativen zur Standard-Shell.
Automation und Scripting
Terminal-Kenntnisse sind heute essentiell für DevOps, Cloud-Computing und Automatisierung. Bash-Scripts unter Linux und PowerShell-Scripts unter Windows ermöglichen es, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Container-Technologien wie Docker und Kubernetes sind ohne Terminal-Know-how kaum zu bewältigen.
Fazit: Terminal bleibt relevant
Obwohl grafische Benutzeroberflächen dominieren, bleibt das Terminal ein mächtiges Werkzeug. Für Entwickler, System-Administratoren und Power-User ist es unverzichtbar. Diese Befehlsreferenz hilft euch beim Einstieg – speichert sie als Lesezeichen und schaut bei Bedarf nach.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

