Windows Subsystem for Linux (WSL) hat sich seit seiner Einführung zu einem unverzichtbaren Tool für Entwickler und Linux-Enthusiasten entwickelt. Mit WSL 2 läuft seit 2020 ein vollwertiger Linux-Kernel direkt unter Windows 11 und Windows 10 – und die Benutzerverwaltung funktioniert dabei völlig unabhängig vom Windows-System.
Das Anlegen neuer Linux-Benutzer in WSL ist straightforward, aber es gibt einige wichtige Details zu beachten. Die Linux-Umgebung verwaltet ihre User komplett getrennt von Windows – ihr könnt also beliebig viele Linux-Accounts erstellen, ohne dass diese in der Windows-Benutzerverwaltung auftauchen.
Neuen Linux-Benutzer anlegen
Öffnet zunächst euer WSL-Terminal. Das geht über das Windows-Terminal, PowerShell oder direkt über die installierte Linux-Distribution. Gebt dann den Befehl sudo adduser benutzername ein und ersetzt „benutzername“ durch den gewünschten Namen.
Das System fragt euch zunächst nach dem Administrator-Passwort des aktuellen Accounts. Danach werdet ihr durch den Prozess geführt:
- Neues Passwort für den User festlegen (zweimal eingeben)
- Vollständiger Name (optional)
- Raumnummer, Telefonnummern und weitere Infos (alle optional)
- Bestätigung mit „J“ für „Ja“
WSL 2 vs. WSL 1: Die wichtigen Unterschiede
Falls ihr noch WSL 1 nutzt, solltet ihr auf WSL 2 upgraden. Der Befehl wsl –set-version [Distro] 2 migriert eure Installation. WSL 2 bietet deutlich bessere Performance, vollständige Systemaufruf-Kompatibilität und unterstützt Docker nativ.
Mit wsl –list –verbose könnt ihr checken, welche WSL-Version eure Distributionen verwenden. WSL 2 ist seit 2021 Standard für neue Installationen.
Benutzer wechseln und verwalten
Zum Wechseln zwischen Benutzern nutzt ihr su – benutzername. Mit sudo deluser benutzername löscht ihr Accounts wieder. Der Parameter –remove-home entfernt zusätzlich das Home-Verzeichnis.
Wichtig: Der erste User, der beim Setup eurer WSL-Distribution angelegt wird, bekommt automatisch sudo-Rechte. Neue User sind zunächst normale Benutzer ohne Admin-Privilegien.
Admin-Rechte vergeben
Um einem neuen User sudo-Rechte zu geben, fügt ihn zur sudo-Gruppe hinzu:
sudo usermod -aG sudo benutzername
Alternativ bearbeitet ihr die sudoers-Datei direkt mit sudo visudo – das ist aber nur für erfahrene User empfehlenswert.
WSL-spezifische Features nutzen
WSL bietet einige praktische Integrationsfeatures zwischen Windows und Linux. Eure Windows-Laufwerke sind unter /mnt/c, /mnt/d etc. verfügbar. Mit explorer.exe . öffnet ihr den aktuellen Linux-Ordner direkt im Windows Explorer.
Die Datei /etc/wsl.conf steuert verschiedene WSL-Einstellungen. Hier könnt ihr etwa das automatische Mounting von Windows-Laufwerken konfigurieren oder Netzwerk-Settings anpassen.
Problemlösungen und Tipps
Falls WSL nicht startet, prüft mit dism.exe /online /enable-feature /featurename:Microsoft-Windows-Subsystem-Linux /all /norestart, ob das WSL-Feature aktiviert ist. Für WSL 2 braucht ihr zusätzlich das Virtual Machine Platform Feature.
Bei Problemen mit der Benutzerverwaltung hilft oft ein Reset der Distribution. Mit wsl –unregister [Distro] und Neuinstallation startet ihr fresh durch – dabei gehen aber alle Daten verloren.
Performance optimieren
WSL 2 nutzt eine virtuelle Maschine und kann theoretisch viel RAM belegen. In der Datei %USERPROFILE%.wslconfig könkönnt ihr Memory-Limits setzen:
[wsl2]
memory=4GB
processors=2
Fazit
Die Benutzerverwaltung in WSL funktioniert genauso wie in nativen Linux-Systemen. Mit WSL 2 habt ihr praktisch eine vollwertige Linux-Umgebung, die sich nahtlos in Windows integriert. Das macht WSL zur perfekten Lösung für Entwicklung, Systemadministration und Linux-Learning – ohne die Komplexität einer Dual-Boot-Installation.
Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026

